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Das Kind braucht aber eine Autorität, aber eben eine geliebte, wie Rudolf Steiner darauf hinweist. Erst durch das wohlwollende Gehorchen als Übergangszeit, ist der Mensch langsam reif für die Selbsterziehung. Dies zeigt auch Erich Fromm: Gehorchen ist Vorbedingung zum Freiwerden.

So waren wir schon in Tschechien, Italien und Slowenien. Die ersten Tage waren wir in diesem Zentrum für biologischem Gartenbau. Sie betreiben dort den Geschäftssitz mit Tausenden Mitgliedern, denen sie Samen ausliefern oder tauschen.

Dazu bilden sie Garten-Meister aus, die in anderen Institutionen Laien anleiten um dort Gärten anzulegen, sie zu pflegen usw. In diesem Zentrum gibt es ein grosser Schaugarten, wo explizit gezeigt wird wie man z. Dieses riesige Gelände wird vorwiegend durch Freiwillige bearbeitet. Gruppen von geistig und körperlich Behinderten oder Dementen werden dort auch betreut. Dann besuchten wir z. Zum Schluss fuhren wir in ein Hochsicherheits-Gefängnis, wo mitten drin ein wunderbarer biologischer Garten von Gefangenen gestaltet und bearbeitet wird.

Überall wo wir hinkamen, waren stets wieder diese Garden-Masters anwesend, die solche Projekte fachlich und organisatorisch betreuen. Das Leben dieser Persönlichkeit wurden so lebensnah erlebbar. Kamila und ich waren dann noch zwei Nächte in London, wo wir u. Wir lernten uns mit der U-Bahn fortzubewegen. Wir waren erstaunt, wie man von London nach Paris, unter dem Ärmelkanal hindurch, nur zwei Stunden und ein Viertel Zeit braucht.

Zurückgekehrt befassen wir uns mit der Einladung dieser Gruppe im September. Kamila will den Rosenhof-Park bis zu dieser Zeit auch noch weiter gestalten. Nach dem wunderschönen Sonnentag und der sternenklaren Nacht geht es mit Riesenschritten zur Tag- und Nachtgleiche am Durch den Tag überall Frühlingsblumen.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie die Krokusse, Tulpen und Osterglocken schnell da sind. Das sind eben Knollengewächse, die aus ihren vorbereiteten Knollen explodieren. Im Rosenhof haben wir eine Invasion von Saatkrähen. Ich zählte über dreissig Nester in den luftigen Höhen unserer hohen Rosenhofbäume. Sollen wir da geehrt sein?

Oder geht uns ihr ständiges Gekreische auf den Wecker? Also eine Art Kommune, die aber ihr Schlafzimmer und Kinderaufzucht privat halten. Gerne würde ich ihre Vogelsprache verstehen, um daran teilnehmen zu können, was sie den alles so kreischen. In der sternenhellen Nacht sah ich den prächtigen Orion, begleitet vom hellen Sirius links unten, den Zwillingssternen links oben und rechter Hand der Stier mit dem rötlichen Aldebaran, dem Auge des Stiers und den Pleijaden.

Im Osten der aufsteigende prächtige Löwe. Ungeachtet der tagespolitischen Situation, bewegen sie sich seit Äonen durch das Weltall. Uns zur Orientierung und Halt im Weltgetümmel. In der Stiftung konnten wir in der grossen Tellenhofwohnung ein Projekt etablieren. Die Frauen erlebten als Töchter einer Hausmutter das frühere Schlössli. Kamila ist voller Tatendrang im Rosenhofpark. Diese Sinneslehre Rudolf Steiners begleitet mich jetzt schon 60 Jahre.

Nächsten Dienstag verreisen Kamila und ich für zehn Tage nach England. Wir treffen dort unsere Freunde vom internationalen Garten-Therapie-Projekt. Julian wird auch dabei sein. Nächsten September kommt diese Gruppe ins Schlössli. Kamila plant schon jetzt das Treffen. Nach Ostern sind wir wieder da. Tom verreist in einer Woche mit seiner Freundin für drei Wochen nach Indonesien. So verlassen wir unser Schlössli-Nest, um aber dann voller Welterfahrungen uns wieder für das Schlössli einzusetzten.

Vielleicht sind in den Krähennester schon hungrige Krähenjunge bei unserem Zurückkommen. Gott sei Dank müssen wir uns für diese Nachzucht nicht kümmern. Vor knapp einer Woche kam ich zurück aus Tschechien. Ich glaube, es ist mir gelungen, den Christusimpuls, jenseits des institutionellen Christentums, so wie ihn Rudolf Steiner darstellte, zu vermitteln.

Ich gab einer neugegründeten Waldorfschule im Norden Tschechiens, in Litvinov, nähe Most, einen Vortrag über die geistigen Hintergründe einer Waldorfschule.

Kamila und ich besuchten ein Theater der Waldorfschüler des Lyzeums in Prag: Hier zeigte sich wieder die Innovationskraft der Waldorfschüler, natürlich unter der Leitung erfahrener Waldorflehrern.

Eisige Kälte erwartete mich bei der Ankunft in der Schweiz und bald viel Schnee, der jetzt noch haufenweise liegt. Es ist aber bereits wieder wärmer geworden. In dieser Woche gab es viele Besprechungen mit neuen Mietern. Wohnungen im Schlössli sind begehrt. Hier wird die historische Skandal-Geschichte des ausgehenden Karl wird in Rom verhaftet und ins Gefängnis gebracht, Lydia wird als geistesgestört in eine psychiatrische Klinik gebracht. Obwohl später festgestellt wird, dass Karl nichts Kriminelles getan hat, ausser mit Lydia aus der Ehe zu flüchten, und das Lydia nicht psychisch krank war, hat der brutale politische und polizeiliche Eingriff die Beiden seelisch so zerrüttet, dass Karl sich das Leben nimmt und Lydia tatsächlich psychisch krank wird und ebenfalls willentlich aus dem Leben scheidet.

Hintergrund ist das Prestigedenken eines Bundesrats und der Reichtum der damaligen reichsten Schweizerin, seiner Schwiegertochter Lydia. Ein menschliches Drama im Zusammenhang mit Repräsentanten der Schweiz.

Da ausser uns niemand dazu gefunden hatte, unterhielten wir uns über den Achter-Rhythmus und seine Themen. Ich hatte für diesen Anlass einen Text zur Acht verfasst:. Acht-tung die Acht kommt. Habt Acht und Achtung vor der Acht. Die Achtung vor der Schöpfung, ein höchstes menschliches Gebot.

Aus der bewegenden sieben-gliederige Planetensphäre gelangen wir zur ruhenden Kristallkugel des Fixsternhimmels. Planetarische Bewegung wird Bild, Sternbild. Im achtgliederigen Pfad erreichen wir das achtspeichige Rad des Glücks.

In der Acht haben wir die erste Kubikzahl 2. Die Templerburgen haben alle acht Ecken. Auferstehungstag heisst das leere Grab am Ostermorgen zu erklären: Die Materie verschwindet in der Ätherisierung, ein Menschheitstraum. Zahlenmystisch addiert sich der der Name Jesous auf Die achte Karte des Tarot heisst Gerechtigkeit. Der Mensch wird auf die Waage des Gerichtes gestellt. In der Oktave entsteht auf der halblangen Saite die Verdoppelung der Tonhöhe. In der Acht erfahren wir die Wiederholung einer Ganzheit, aber auf höherer Ebene.

Die Spirale als Wiederholung, aber eben hinauf in die Ewigkeit: Die Drei zeigten virtuos, was aus Instrumenten herauszuholen ist - wenn man sie mit Können, Intensität und Emotionalität spielt. Hier wurde wieder einmal manifestiert, was der Jazz zu bieten hat im modernen Bewusstseinsleben: Das braucht ein Lauschen auf sich selber, aber eben auch auf den Andern. Das Ich und das Du sind Impulsgeber und bilden ein Gesamtkunstwerk.

So sollten auch Gemeinschaften funktionieren. Der Mensch ist erst als Künstler sozial und individuiert. Es geht darin um die existentielle Aufgabe des Journalismus. Man schaut den Machern von Radio und Printmedien zu, wie sie arbeiten. Eindrücklich wie sie organisiert sind, wie Teams zusammen arbeiten, ständig unter dem finanziellen Druck der Verlagshäuser. Dieses Engagement für gute Öffentlichkeitsarbeit ist erstaunlich. Es werden Dutzende Porträts von Frauen und Männer dieser Sparte gezeigt - sie ringen um menschliche Werte, um die Frage, was dem eigentlichen Leser und Hörer zumutbar ist.

Wertvoll sind all die Statements, die authentisch und frisch wirken. Bei der Einführung zum Film äusserte sich der Regisseur, dass es vor allem um die innere Haltung geht.

Die kann nicht äusserlich gemessen werden. Da kam mir ein Text von Jean Gebser in den Sinn:. Anstelle der Hektik tritt die Stille und das Schweigen-Können; anstelle des ausschliesslichen Ziel- und Zweckdenkens tritt die Absichtslosigkeit; anstelle des Machtstrebens tritt Hingabe und echte Liebesfähigkeit: Diese Haltung spürte ich auch vom Regisseur.

Es zeigt eben gerade diese menschliche Haltung, die immer nur exemplarisch dokumentiert werden kann. Viele potentielle Mieter haben sich gemeldet. Darunter auch Viele, die der Stiftung neue Impulse geben werden. Die vorige Nacht war einmal wieder im Seeland ein wunderbarer Sternenhimmel: Am Abend um Dann der Reigen folgender Sternbilder von West nach Ost: Widder, Stier mit den Plejaden, Zwillinge mit dem Prokyon, die feinen Krebssterne, der machtvolle Löwe, langgezogene Jungfrau mit Spika und die harmonisierende Waage mit dem hellen Jupiter.

Dann leuchtete der Grosse Waagen rechts vom Polarstern und links die Kassiopeia. Dort werde ich Kamila treffen. Dieses Thema habe ich noch nie so explizit unterrichtet. Ich hoffe ich kann der Anfrage genügen.

Dann fahre ich nächste Woche in den Norden von Tschechien, nach Most. Dort besteht ein Waldorfkindergarten. Sie möchten weiter eine Waldorfschule gründen und ich soll ihnen dabei helfen. Februar bin ich wieder Ins. Schon sind die Tage länger. Vor allem merklich am Abend. Sehr schöne Sonnenuntergänge über dem Neuenburgersee. Es ist zwar etwas kälter geworden. Es knospet in den Sträuchern und Bäumen.

Noch verhalten und doch mit unwiderstehlicher Kraft. Die Pflanzen wollen wiedergeboren werden. Ich spüre selbst wie es mich nach dem Frühling drängt. Obwohl ich weiss, dass es noch viel Geduld braucht, bis es wirklich Frühling wird und es Vielen noch nicht genug Winter war. Mich drängen Zukunftshoffnungen, dass sie verwirklicht werden können. Manchmal habe ich ein Sehnen in meiner Brust und bin ungeduldig: Jahrzehnte lang haben die Gedanken darüber geschlafen, lagen träumend in meiner Seele.

Dann griff ich das Thema Wärme in den letzten Jahren wieder auf. Noch vor ein paar Wochen glaubte ich immer noch, dass es bis zu einer Buchveröffentlichung Jahre braucht.

Dann der unfreiwillige dreiwöchige Aufenthalt ganz alleine in Prag wegen meiner Zahngeschichte. Nun wird das fertige Manuskript bei Vanda Messerli-Bolek korrigiert, die schon alle meine früheren Bücher druckfähig gemacht hat. Mit dem Verleger habe ich auch gesprochen: Noch ist nicht alles entschieden, doch sieht es aus, als dass mein Büchlein knospend drängt, als Blatt und Blüte den Frühling zu erreichen. Die künstlerischen Leistung der Einzelnen, aber auch in der Choreografie war hochwertig.

Schon sind wir in der Hölle des Zappens. Doch das Höllische zuweilen verwirrend, auch freundlich und liebevoll. Neue Mieter werden für Wohnung und Klassenzimmer gesucht. Hoffnungen eine Schule für TimeoutschülerInnen bei uns zu haben, sind verflogen. Viele Inserate sind publiziert. Vielleicht gibt es ein kreativer Neuanfang. Auch so eine Frühlingshoffnung. Es sei hier also noch präsentiert:. Doch zeigt er das mondäne Leben der damaligen russischen Aristokratie.

Nun habe ich den Roman Seiten neu gelesen und bin unglaublich beeindruckt vom Kosmos der russischen Seele. Tolstois Meisterwerk ist ein Bildungsbuch der Weltliteratur und gleichwertig wie etwa der Faust Goethes. Er enthält unendlich viele Facetten der menschlichen Seele. Wie in Dostojewskis Werke eine Tiefen-Psychologie!

Doch er beinhaltet auch alle Aspekte der Ideologien, der Ökologie, der Volksbräuche usw. Dieses Werk ist eine Recherche des russischen Lebens und der russischen Gesellschaft, vorwiegend in adeligen Kreisen am Ende des Literarisch ist darin die Tragödie der liebenden und hassenden Anna Karenina als roter Faden enthalten.

Es spiegelt die Seele einer Frau, die als Gattin eines älteren, seelisch verschlossenen Autokraten, plötzlich die Chance einer Feuer entfachenden Liebe ausserhalb der Ehe spürt und sich das Recht nimmt zu lieben. In Petersburg angekommen wird die Fürstin von ihrem Sohn abgeholt. Es ist der Fürst Wronski.

Der ist augenblicklich von Anna eingenommen und fragt sie, wo er sie treffen könne. Anna zuerst noch zögerlich, ist zurückhaltend. Und doch das Feuer ist angezündet, dass Anna zuerst in Liebesglut bringen wird und später zum Selbstmord. Wronski versucht sie überall zu treffen. Entscheidend ist der adeliger Ball, wo sie tanzend sich finden. Dieser Ball ist aber der Verknüpfungspunkt des ganzen Romans. Lewin will eigentlich Kitty einen Heiratsantrag machen an diesem Ball.

Doch Kitty hofft noch auf Wronski, der ihr Hoffnungen machte und sie weist Lewin zurück. Nun hat Wronski eine andere Frau gefunden. Und Kitty ist enttäuscht. Ebenfalls Lewin, der sich zurück zieht. Und es braucht eine Weile im Roman, bis die beide sich doch finden und heiraten. Es ist eine Art Parallelgeschichte dieser zwei Paare: Bei Anna und Wronsky brennt die Liebe von Anfang an lichterloh und verbrennt.

Bei Kitty und Lewin geschieht die Annährung zögerlich aber dafür nachhaltig. Also, dass an diesem Ball Anna und Wronski sich öffentlich verbinden und damit eine andere Prinzessin, die Kitty, aushebeln, die bisher als Partie mit Wronski galt, lässt im Roman die Verschlungenheit erahnen. Wronski und Anna werden ein Paar. Sie steht gegenüber ihrem Ehemann dazu und sagt ihm auch, dass sie von Wronski ein Kind erwartet.

Anna gebiert im Hause ihres Ehemanns eine Tochter. Doch Anna scheint daran an Kindbettfieber zu sterben. Ehemann und Geliebter verfolgen gemeinsam das Sterben dieser Frau. Der Ehemann vergibt ihr alles und will sie freigeben, wenn sie überlebt. Doch Anna stirbt nicht, obwohl sie sich das gewünscht hatte. Anna und Wronski machen eine Europareise. Es scheint, dass ihre Liebe voll zum Zuge kommt.

Zurückgekehrt in Russland, will aber ihr Ehemann sie doch nicht freigeben und lehnt eine Scheidung ab, dazu will er ihren gemeinsamen Sohn, etwa zehnjährig, der von Anna heiss geliebt wird, nicht der Mutter überlassen. Anna schwankt in ihrer Liebe zu Wronski und ihrem Sohn.

Doch ihren Sohn muss sie opfern. Anna und Wronski ziehen aufs Land, wo Wronski sehr geschickt als Grossgrundbesitzer seinen Hof aufbaut. Doch Anna ist dort von der Gesellschaft isoliert und geächtet. Sie kann Wronski nicht heiraten, weil ihr Ehemann sie nicht freilässt. Wronski möchte mit ihrer gemeinsamen Tochter noch mehrere Kinder.

Doch das geht nicht, weil Anna ja noch immer verheiratet ist und sie Todesangst hat vor einer neuen Geburt. Wronski ist ein Gesellschaftsmensch, ist oft von zuhause fort. Er will auch als Mann frei sein. Anna kann das nicht akzeptieren. Wieder in Moskau zerrüttet sich das Liebesverhältnis zwischen Anna und Wronski.

Es geht um Liebe, Eifersucht, aufbrechender Hass und wieder Liebe. Anna sieht nur noch einen einzigen Ausweg aus ihrer Situation: Nur so kann sie sich durch ihr eigenes Opfer an Ehemann und Wronski rächen. Sie tut dies, indem sie sich unter den Zug wirft. Wronski verzweifelt und am Boden zerstört, zieht er als Freiwilliger in den russisch-türkischen Krieg, wo er sein Leben opfern will. Dieser kurze Handlungsablauf zeigt aber nicht das Wesentliche: Grossartig wie Tolstoi dieses alles so Detail getreu und psychologisch schildert.

Nichts ist plakativ oder klischeehaft. Wundervoll wird die Anna beschrieben, in ihrer Mimik, mit ihren Augen, in ihrer grossartigen Liebefähigkeit, aber auch in ihrer Destruktion und dem Hass, z. Es entsteht das Porträt einer freiheitsliebenden Frau, die sich das Recht nimmt, den zu lieben, den sie lieben will, aber zugleich zeigt, dass die bourgoise Bande des Ehestandes sie nicht freilässt.

Es ist sofort die Frage, was an Schuld Wronski zu dieser Tragödie beiträgt. Doch er verzweifelt an der Unerbittlichkeit von Annas Seele, die ihn ganz will. Wie frei ist der Mann in der Beziehung? Wronski will sie lieben und zugleich seine Freiheit im gesellschaftlichen Leben zelebrieren. Er beschreibt auch die überaus reizende Beziehung zwischen Lewin und Kitty. Nach Hindernissen kann Lewin Kitty ehelichen. Eindrücklich wird der Heiratsantrag von Lewi geschildert.

Es ist dies ein Wunderwerk der Psychologie. Ständig erröten die Frauen bei Tolstoi, aber auch die Männer. Diese Erzählung ist eine gesellschaftliche Miniatur der damaligen Zeit. Dann der Tod des drogensüchtigen Bruders von Lewin: Wie Kitty ihm praktisch hilft, in dieser elenden erbärmlichen Umgebung der Todeskammer, um ihn zu einem würdigen Tod zu verhelfen, der zwar nichts von Grösse hat, sondern nur grausam ist.

Weiter wird das Landleben auf dem Hof von Lewin geschildert: Wie sie als Neuverheirateten versuchen ihre neue Beziehung zu finden, ist so liebevoll und rührend. Kitty hat Verständnis mit dem ständig zweifelnden Lewin. Immer wieder zeigt Tolstoi diese innige Eheliebe zwischen den Beiden.

Dann wird das Geburtsgeschehen bei Kitty geschildert: Die Geburtsschmerzen, das Schreien der Wöchnerin. Levin hat Angst seine Frau zu verlieren. Als Nichtgläubiger fängt er an zu beten. Dann das Kind und das Stillen, das Werden einer Beziehung zu ihm. Diese zwei hauptsächlichen Erzählstränge werden begleitet von Natur- und Gesellschaftsschilderungen. Es seien hier einige Motive dieses Romans skizziert: Schon diese Schilderung lädt ein sich mit der Bienenhaltung zu beschäftigen.

Hier wird die liebevolle Naturverbundenheit gezeigt. Seitenlang wird dieses Schneiden des Grases in naturgetreuer Art dargestellt. Ist der Himmel unendlich oder doch ein Gewölbe? Hier wird die soziale Frage des Bauern in Russland gezeigt. Schon nur diese Schilderungen sind es wert, die hohe Kultur der Bekleidung und ihre Bedeutung kennen zu lernen. Die Röcke der Frauen und die Uniformen der Männer. Dazu die Beschreibung eines Balls der Adeligen. Alles Kultur auf dem höchsten Niveau.

Überall die dienerischen Lakajen, die unterwürfig und Komplizen Haft auftreten und ständig Billets überbringen. In den adeligen Haushalten wimmelt es von Angestellten. Der Adel als Arbeitsgeber.

Hier zeigt sich Tolstoi als Wissender der Pädagogik. Wann erkennt das Baby die Eltern? Zugleich auch der Rationalismus, verschiedenste Ideologien und Sekten.

Das Volk will einen Zar. Ein Frage auch noch der heutigen Zeit. Gibt es das überhaupt? Ist der Sklave, der befreit wird, frei? Wo kommt die Moralität her? Nicht aus der Kirche, sondern aus dem täglichen Leben, in der Familie, in den Beziehungen.

Man ist ein guter Mensch, wenn man Gutes tut im Kleinen. Was ist das Christentum? Christus wird in ausserordentlichen Augenblicken, in der Nähe von Geburt und Tod erlebt. Ein Ich-Erlebnis ohne kirchlichen Glauben. Im Gegensatz dazu das Sektenwesen, in das Annas Ehemann geriet. Hier wird an Gott geglaubt ohne Moral und Menschlichkeit dem anderen gegenüber. Tolstoi ist nicht moralistisch, sondern in der Beschreibung des Menschen im Elend und gutem Leben moralisch.

Aber eben auch die Wärme im guten Menschen. Das Erkalten der hitzigen Liebe und die Nachhaltigkeit der mit einander ringenden Liebe, die die Flamme des Herzens nicht zum Auslöschen bringt, die die konstante Eigenwärme der Liebenden pflegt. Es ist der Jahrestag der grossen Katastrophe in der Schlössli-Geschichte: Vor vier Jahren genau wurde ich in das kantonalbernische Jugendamt zitiert, wo mir mitgeteilt wurde dass die Heimschule Schlössli Ende Juni endgültig geschlossen werde.

Die schwärzeste Tag meines Lebens. Mit der Gewissheit dass mein Lebenswerk durch staatliche Gewalt vollständig zerstört wird, war mir nicht mehr klar, wie mein Leben weitergehen würde. Ich musste noch während eines halben Jahres zuschauen, wie durch staatlich angestellte Liquidatoren verbrannte Erde betrieben wurde.

So öffne ich jedes Jahr meine Wunde - um zu schauen, wie weh es noch tut. Ich hatte mich zwar schnell darauf eingerichtet, ohne Hassgefühle gegen meine Widersacher in mir aufkommen zu lassen. Ich sehe die ganze Sache als Tragödie unserer Zeit, wo der Staat omnipotent und zerstörerisch in das Geistesleben eingreift.

Meine Kraft habe ich ganz auf die Zukunft fokussiert. Nun sehen wir, dass sich doch einige neue Substanz im Schlössli angereichert hat. Es gibt schon ganz konkret Menschen, die das Schlössli tragen helfen. Doch es braucht Jahre, damit auf dieser ehemaligen verbrannten Erde wirklich Neues wächst. Ich finde es schön, dass ich all dies überlebt habe und wünsche mir noch Jahre hier zu leben, um dieses Neue Schlössli begleiten zu dürfen.

In meinem Leben schaute ich immer wieder in das Sternengewölbe. Beim Anblick der Sterne fand ich eine sichere Heimat. Sie ist mir sicher, wenn alles unsicher wird. Die Sterne sind mir Freunde geworden, auf die ich zählen kann. Die Götter in ihrer Liebe streicheln gewissermassen die Welt. Sie liebkosen die Welt, sie berühren sie an gewissen Stellen.

Dieser Ausdruck der Liebe im Äther, das sind die Sterne. Also da war ja noch die Weihnachtszeit, wo unsere Familie in Sigriswil zusammen war. Kurz davor war mir eine fünfzigjährige Zahnbrücke herausgefallen.

Ich musste also nach Weihnachten drei Wochen in Prag bei meiner ausgezeichneten Zahnärztin verbringen. Schmerzen hatte ich nicht, aber die Rekonstruktion war langwierig. In Prag schrieb ich vor allem an meinem neuen Buch: Wo finde ich das Gute? Nicht im Denken, nicht im Fühlen, sondern im Tun. So stellt es Rudolf Steiner in seiner Wärmemeditation dar. Doch eine andere These, die ich schon in einer Skizze formulierte, die dann im "Schulkreis", einer Zeitschrift der Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz, veröffentlicht wurde: Diese Erkenntnis führte mich dann zu einer expliziten Wärmepädagogik.

Mich drängt es das Buch zu veröffentlichen. Ich brauche dazu noch Geld und einen Verlag. Die Übersetzung ins Tschechische wurde mir bereits versprochen.

Drei Wochen Alleinsein ist gewöhnungsbedürftig, aber auch eine Chance mit sich ins Reine zu kommen. Ich arbeitete auch an einem Essay über Anna Karenina. Ich werde es später hier veröffentlichen.

Vor einer Woche nach Ins zurückgekehrt, machte ich mir schnell einen persönlichen Überblick über das Befinden der Schlössli-Bewohner und über die Aufgaben der Stiftung Seiler.

Tom und Kamila haben in meiner Abwesenheit gut zum Schlössli geschaut. Anzeichen des gewaltigen Sturms sieht man noch vielerorts. Ich musste ihm auch eine Chronik schreiben.

Der Kulturverein veranstaltete ein Konzert mit den Similis: Fulminantes Programm mit Kindern und Jugendlichen ihrer Musikschule: Gemütvolle Liedvorträge aus dem Provenzalischen, Geigenvirtuosität, gekonnte Arrangements, eindrücklich musizierende Kinder und Jugendliche. Der Runensaal im Druidenhof war übervoll: Diese Woche arbeitete ich noch im Rosenhofpark: Verspätet befreite ich den Boden vom Laub, darunter schon Krokusse, Primeli, Schneeglöcklein und Winterlinge, die ihre Köpfe streckten.

Es war über zehn Grad warm und erst Ende Januar. In den letzten Tage habe ich mich mit Sängerin Maria Callas beschäftigt. Rein zufällig sah ich mir den Dokumentarfilm über sie an. Ich kaufte mir eine ausgezeichnete Biografie über sie und ging den Film ein zweites Mal schauen. Dieser Film, dieses Buch, haben mich erschüttert. Im Kino kamen mir die Tränen. Maria Callas ist in New York in einer frisch ausgewanderten griechischen Familie am 2. Maria ist jährig, als sich die Mutter vom Vater trennte und mit Maria und ihrer älteren Schwester nach Griechenland zurückkehrt.

Schon früh nimmt sie Gesangsstunden. Ihr Ziel ist schon damals, einmal in Mailand an der Scala singen zu können, was sie mit jährig auch tut. In den Kriegsjahren in Athen nimmt sie Gesangsstunden bei ausgezeichneten Lehrerinnen, die sie auf den Operngesang vorbereiten.

Maria ist eine willensstarke Sängerin und macht so grosse Fortschritte, dass sie schon öffentliche Konzerte geben kann. Am Kriegsende fährt sie zurück nach Amerika zu ihrem Vater. Bald wird sie als beste Sängerin, als Prima Donna des Jahrhunderts gefeiert: Es entsteht eine innige Liebesbeziehung. Zu Pasolini bildet sich ebenfalls eine enge Freundschaft bis er in Rom unter mysteriösen Umständen ermordet wird. Schlussendlich zieht sich Maria Callas in Paris zurück und stirbt mit jährig an einem Herzschlag.

Diese überaus gut recherchierte Dokumentation führt uns zur Wesensbeschreibung dieses Gesangswunders. Es entsteht ein Bild einer starken, Ich-zentrierten Persönlichkeit, deren Karma wirklich das Singen macht. Ihr Gesang ist nicht nur eine mühsam erarbeitete, hochqualifizierte Technik, sondern sie gestaltet ihren Operngesang zusammen mit schauspielerischem Können so, dass das Publikum völlig mit der tragischen Figur mitleidet.

Maria integriert ihre persönliche Lebenserfahrung in der Rolle auf der Bühne. Theater wurde so zu einem Ereignis, das das Leben nicht nur abbildet, sondern wirklich real inszeniert.

Maria hat jedes Mal so gesungen, als wäre es das erste oder das letzte Mal. Ihre Kunst war es, eben nicht routiniert gleich bleibend, sondern im Gegenwarts-Prozess aufzutreten. Das hat ihrem Gesang diese ausserordentliche Authentizität gegeben. Es ist, als entspringe das Leid der Disziplin, Musik zu machen und der Disziplin eine Frau herzustellen.

Auf der Opernbühne findet der permanente Kampf um Leben und Tod statt, bei dem sich die Sängerin immer wieder neu erschafft und multipliziert: Alle Opernheldinnen enden irgendwann bei dem gleichen Lied, sie singen 'lasst mich sterben'.

Sie singen das mit einer Stimme, die zu Herzen geht, mit einer Stimme, die die Seele schmelzen lässt, die einen zum Weinen bringt. Sie verbinden sich im Klang. Ohne körperliche Berührung dringt die Stimme in den Zuhörer ein und fordert eine Reaktion heraus. Die Angst vor der Wirkung des weiblichen Gesangs hat eine lange Tradition und schlägt sich in zahlreichen Mythen nieder: Die Sirenen stürzen die Männer, die sie lauschen, ins Verderben — genau wie die Lorelei auf ihrem Todesfelsen.

Gefahr geht von der weiblichen Stimme aus, gerade weil sie verführt und verzaubert. Schon hat eine italienische Plattenfirma damit begonnen. Als eine der ersten Künstlerinnen hinterliess Maria Callas ein gewaltiges Schallplattenoevre, zu dem sie vor allem von Legge ermutigt worden war.

Selbst ein unerbittlicher Perfektionist, schätzte er diese Haltung auch bei Maria. Darüber hinaus schwärmte er von ihrer grossen Stimme, die zu ihrer besten Zeit einen Umgang von fast drei Oktaven hatte. Dazu kam ein unverwechselbares Timbre, ein phänomenales technisches Können und ein psychologisches Verständnis der Figuren, das sie für jede Rolle eine eigene Stimme formen liess.

Legge präzisierte, sie habe eigentlich über drei unterschiedliche Stimmen verfügt: Eine hohe Koloraturstimme, umfangreich, brillant und, wenn sie wollte, dunkel getönt , bewunderungswürdig agil. Dann die dunkel getönte Mittellage ihrer Stimme, die er am ausdrücklichsten fand. In dieser Lage entfaltete sie ihren individuellen gutturalen Klang, der manchmal wirkte, als sänge sie in eine Flasche.

Es ist nicht genug eine schöne Stimme zu haben, was bedeutet dies schon? Wie kann man das nur mit einer schönen Stimme? Auch wenn man manchmal harsch klingt, wie ich es oft getan habe, ist das eine Ausdrucksnotwendigkeit. Man muss es tun, auch wenn die Leute es nicht verstehen. Sie ist kein Opfer, das Fragen stellt, sondern Täterin, die auf den geeigneten Moment zur Tat wartet. Ihre Stimme drückt von Anfang an eine Grenzenlosigkeit der Empfindungs- aber auch der Handlungsfähigkeit aus.

Da wo andere sich fügen, unterwerfen und verstummen, widersetzt sie sich. Sie begehrt auf, sie singt. Sie ist eine, die sich nicht verliert, sondern im Gesang findet. Sie formt sich selbst, setzt sich zusammen und lässt das Publikum an diesem Selbstschöpfungsprozess teilhaben.

Jedes Mal aufs Neue. Unabhängig davon, wie oft Sie eine Rolle schon gesungen hat, leistet sie diese Arbeit mit jedem Auftritt so, als wäre es das erste Mal für sie. Diese wenigen Zitate zeigen, was eigentlich die Einmaligkeit von Maria Callas bedeutet.

Nun erinnere ich mich, dass Audreys Bild jahrelang an der Wand in meiner Bude im Seminar Muristalden hing bis Das hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass mir als schüchterner Junge zu viel Weiblichkeit Angst machte. Auf jeden Fall zeigt sich in diesem gemeinsamen Idol etwas von Seelenverwandschaft. Gestern Samstag, nach längerer Pause, ein Rhythmusnachmittag mit Tinu. Der Siebner-Rhythmus war angesagt.

Folgenden Text las ich vor:. Mit der Sieben treten wir vom Raum in die Zeit. Die chaldäische Reihe der sieben Planeten und die Siebentagewoche: Die sieben Sterne des Wagens. Der siebenarmige Leuchter des Judentums. Die sieben Kulturepochen Rudolf Steiners.

Der Siebenjahresrhythmus der menschlichen Entwicklung. Die Metamorphose der Zeit durch die Sieben. Die sieben Farben des Regenbogens, die sieben Töne einer Oktave, die sieben Chakren, die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen, die sieben Geisslein, Sieben auf einen Streich des tapferen Schneiderleins.

Der Siebenstern als Symbol der Druiden und ist auch in der Chartres-Kathedrale architektonisch eingeschrieben. Nun bin ich schon wieder eine Woche in Ins. Vieles im Schlössli zeigt mir, dass die Schlössli-MieterInnen sich aktiv an neuen Initiativen betätigen: Es gibt in diesem Monat an zwei Wochentagen Mittagstisch im neu eingerichteten Treffpunkt ehemaliger Schlössliladen. Dort treffen sich SchlösslerInnen und Auswärtige, man lernt sich kennen und kann sich austauschen.

An das Bleigiessen im Ättigewölbe kamen viele das erste Mal ins unterirdische Gewölbe um ihre Zukunft zu erforschen. Ebenfalls am Samstag war das Adventsgärtli , an dem über 40 Menschen teilnahmen, um das innere Licht in der Spirale anzuzünden. Wunderbar die Kinder hineinwandern zu sehen.

Hinein in sich, hinaus in die Welt. Gestern das wunderbare Theater im Runensaal: Die Hauptdarstellerin Melanie ist in Ins aufgewachsen.

Viele Menschen aus dem Dorf waren zu Besuch. Erstaunlich wie die Kunst der Darstellung durch Sprache, Instrumentalmusik, Singen und theatralische Körperarbeit brilliert. Die Mimik war köstlich. Das macht das Schlössli zu einem Ort, der immer mehr Kulturort ist. Dann wiederum die Vollmondsuppe im Fenissaal.

Schon fast eine Selbstverständlichkeit. Wunderbar die Familien mit all den Kindern: In der Stiftung Seiler sind wir dran, alles noch transparenter zu ordnen. In den Stiftungs-Liegenschaften ist bald jeder Raum vermietet.

Eine grosse Leistung nach dem vollständigen Kollaps vor dreieinhalb Jahren. Ich kann mich schon etwas zurücklehnen und mich freuen, was so alles sich im Schlössli entwickelt. In den letzten Tagen habe ich ein Gedicht gefunden und auswendig gelernt. Aetti hat es früher oft im Gewölbe vorgelesen:. Alte sterben hin und sprechen: Regen rauscht auf alle Saaten, Wind weht über alle Wälder.

Wieder von Prag zurück in Ins im Schlössli, fand ich alles in bester Ordnung. Auch wenn ich nicht vor Ort bin, funktioniert das Schlössli. Natürlich hatte ich trotzdem zwischendurch Kontakt mit Tom. Am Morgen um 6 Uhr war ich schon in meiner Wohnung in Prag. Sie bekamen die Aufgabe den Weltenbaum Iggdrasil zu zeichnen.

Montag und Dienstag war ich in der Waldorfschule in Pribram. Eine der ältesten Waldorfschulen und wunderschön goetheanistisch gebaut.

Klasse wird dual geführt. Man kann neben der Abiturvorbereitung auch Berufslehren absolvieren. Dies ist absolut zukunftsweisend. Ich gab dort der oberen Klassen Astronomie und Astrologie.

Weiter besuchte ich verschiedene Klassen. Am Dienstagnachmittag hielt ich den Eltern einen Vortrag über das "schwierige Kind". Am Donnerstag war ich an der neugegründeten Waldorfschule Tabor.

In einer nicht mehr benützten Dorfschule in der Nähe von Tabor begann gerade eine erste Klasse. In dieser Klasse hat es auch Schüler des Dorfes. Am Abend hielt ich dort wieder einen Vortrag an die Eltern: Am Sonntag den November fuhr ich in die Gegend von Litomercice und blieb bis Dienstag am neuen Ort der nun dreiklassigen Waldorfschule in Trebusin.

Auch in einer verlassenen Dorfschule, in einem idyllischen Dorf. Die Erstklasslehrerin ist in diesem Dorf aufgewachsen und ist nun Waldorflehrerin.

Erstaunlich, wie schnell sie nach drei Monaten bereits wundervolle Waldorfpädagogik betreibt. Ich war hocherfreut wie lebendig waldorfmässig auch die anderen Klassen in diesem Strom sind.

Auch dort gab ich einen Vortrag für Eltern über die gesunde Entwicklung im 2. Am nächste Morgen war ich in der dortigen 7. Klasse, die gerade Sternenkunde hatte. Ich ergänzte die Sternenkunde und beantwortete SchülerInnenfragen. Ich staunte, wie die Fachlehrerin professionell dieses Fach unterrichtet, obwohl gerade diese Klasse nicht einfach zu führen ist.

Am Mittwoch Nachmittag fuhr ich in die Olomoucer Waldorfschule. Ich blieb dort bis am Freitag. Ich betreue diese nun schon seit acht Jahren. Und ich staunte, wie diese Schule, die es oft auch nicht leicht hatte, sich entwickeln konnte.

Ich besuchte sechs Unterrichtsstunden und besprach diese anschliessend mit den jeweiligen LehrerInnen. Schön dass es diese Schulen gibt. Die Hauptverantwortliche dieser Schule, Monika, ist seit Jahren daran ein Gebäude auf Stadtboden im goetheanischen Stil zu verwirklichen. Ich staune ob dieser Willenskraft. Am Freitag Nachmittag fuhr ich wieder nach Prag. Dort traf ich Kamila in unserer Wohnung.

Diese Gruppe bestand nicht explizit aus Anthroposophen. Doch sie wollte von mir eine Einführung in das anthroposophische Menschenbild und von Kamila Infos zur Anwendung der Rhythmischen Massage. Sie buchen uns schon wieder für Februar. Ich soll über die Christologie Steiners sprechen. Am Abend stieg ich in den Bus und fuhr die Nacht hindurch nach Bern. Ich war erfüllt von meiner Tätigkeit in Tschechien. Dort will man meine Erfahrungen in den verschiedenen Gebieten hören.

Seit 24 Jahren reise ich dafür nach Tschechien. Gestern sind Kamila und ich von Slowenien zurückgekehrt. Wir waren vom 9. Davor waren wir in Tschechien und Italien. Wir haben Institutionen besucht, die in Pärken, Wäldern, Agrikultur und Gärten pädagogische, therapeutische und soziale Projekte realisieren. Es war beeindruckend, was möglich ist, mit körperlich und mental Behinderten, mit sozial Versehrten Arbeitslosen, Drogenabhängigen, Kriminellen , aber auch mit Schulkindern im Zusammenhang mit der Natur, mit Pflanzen und Tieren, zu realisieren.

All diese Projekte werden mit Begeisterung und Engagement geführt und beweisen, dass die Natur eine umfassende Hilfe ist für den Menschen und für Menschengemeinschaften. Biologische gesunde Landwirtschaft, der Wald, die Pärke und Gärten können mehr und mehr vor allem ökonomisch überleben, wenn sie Träger werden für die Gesundung des Menschen.

Hier bezahlt der Staat in sinnvoller Weise, wenn die Natur Helferin wird für soziale, pädagogische und therapeutische Projekte. Bevor wir nach Slowenien gefahren sind, am 7. Die Darbietung bot höchste Schauspielkunst und Schauspielfreude. Sie zeigte eigentlich das verschiedenartige Lern-Programm der Ausbildung. Leider sind nur wenige Gäste gekommen.

Doch für die, die da waren, ein unvergessliches Erlebnis. Danke dem Kulturverein, Danke der Comart Compagnie! In diesen Wochen beschäftigte sich die Stiftung auch mit der Neuvermietung des Battenhofs. Wir haben einen Verein gefunden, der pädagogisch, therapeutisch, künstlerisch und handwerklich den Battenhof beleben will. Es wird da auch eine Naturheil-Praxis eröffnet. Diese Menschen sind interessiert, die Anthroposophie als Grundlage ihrer Arbeit zu pflegen. Zudem wollen sie sich auch mit den andren Schlössli-Initiativen verbinden und zum Schlössli-Ganzen beitragen.

Tag- und Nachtgleiche ist gestern am Himmel zelebriert worden: Die Sonne ging genau im Westen, etwas rechts vom Burgunderloch, blutrot unter. Nach dem unsäglich befreienden schönen Aetti Seiler-Fest bin ich frohgemut. Ein Etappenziel haben wir erreicht. Ein unglaublich warmes Wohlwollen ist uns, ist mir, entgegen geströmt: Mir ist ganz klar, dass es ein erster Schritt in die richtige Richtung ist. Doch nach diesem Fest habe ich den Eindruck, dass wir wieder eine kleine Basis der Freundschaft von Aussen geschaffen haben.

Ich bin zuversichtlich und auch etwas entlastet. Das Buch hat über Seiten und ist überaus spannend geschrieben. Ihre gut recherierten Biografien gehen in die Tiefe der Persönlichkeit, aber auch in den ganzen geschichtlichen und geografischen Kontext. Katharina II zeigt, wie eine Persönlichkeit in die Weltgeschichte eingreifen kann: Die Mutter und der Sohn, emotional, psychisch und geistig gestört, machten es der jungen Prinzessin und nun Grossfürstin extrem schwierig.

Sie flüchtete sich innerhalb den schrecklichen Hof-Intrigen in das Studium der Weltliteratur, der Belletristik, Biografien, Philosophie, z. Sie schrieb und erhielt Briefe von wissenschaftlich und humanistisch hochstehenden Persönlichkeiten Europas. Sie wollte, im Westen gebürtig, sich mit dem riesigen Osten verbinden, konvertierte zur russisch-orthodoxen Kirche und sprach gut Russisch.

Mit überaus zähem Willen reformierte sie Russland und gab ihr eine zivilisierte Herrschaft. Sie verhandelte mit den europäischen Königshäupter und bestimmte die Politik in Europa. Sie versammelte an ihrem Hof Persönlichkeiten der europäischen Philanthropie und liess sich ständig weiterbilden. Ihre ungezwungene, fröhliche, aber stets beherrschte Art verstand Nähe und Distanz. Ihre Liebhaber setzte sie ein zum Verwalten des Reiches, aber sie liess sich nie korrumpieren.

Diese hochgebildete, aber auch menschliche Herrscherin hat es mir angetan. Diesen verheiratete sie mit einer Prinzessin Sophie von Württemberg, die, neben anderen, den erstgeborenen Alexander — gebar. Diesen Enkel versucht sie vom schrecklichen Vater ihrem Sohn abzusondern und gab ihm beste Erzieher, unter anderem Friedrich Cäsar Laharpe — aus der Schweiz.

Dieser Humanist und Freimaurer gab Alexander das Fundament zu seinem späteren Zarentum, das nach der kurzen Herrschaft seines Vaters — - auch er wurde ermordet - möglich wurde. Dieser Alexander I war es ja dann auch, der Heinrich Pestalozzi nach Russland einlud, um dort die Volkschule zu begründen.

Für mich hat diese Historie einen autobiografischen Wert: Ich lehrte in den 90iger Jahre als Gastprofessor der lettischen Universität in Riga auch in der wichtigsten Universitätsstadt Estlands, in Tartu Dorpat. Gestern also hat dieses Fest stattgefunden. Fast ein Jahr davor, bei ersten Planungsschritten, wussten wir nicht ob dieses Fest gelingen könnte. Es fehlten viele Kontakte. Es ist gelungen, und wurde von rund Menschen besucht! Das Wetter war uns gnädig: Nicht zu kalt und ohne Regen, manchmal bei Sonnenschein, liess es unsere Gäste das vielgepriesene Ambiente des Rosenhofparks und unserer Häuser genüsslich erleben.

Die Organisation des Wetters hatte ich Aetti überlassen, da er näher an den Elementarmächten weilt. Unsere professionellen Schauspieler Annina und Nikolas entpuppten sich als versierte Touristenführer , führten die Gäste übers Areal und informierten sie über Häuser, Arena und Ateliers. Das Programm siehe Website war dicht: Es wurde das Gewölberitual zelebriert, ein essentieller Moment der ehemaligen Schlössli-Schule.

Dazwischen erzählte Regula eine Bärwolfgeschichte von Aetti. Die Musiker spielten im Festzelt in der Arena: Dann trat das Theater Dr. Das interaktive Spiel von Lorenz und Simone von der Kräuterschule war so faszinierend und gerade für kleine Kinder und für alle, die das Kind in sich noch spüren, überaus poetisch und didaktisch gekonnt.

Dieses Spiel brachte inneren Sonnenschein in das Fest.



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Die Kräuterschule bearbeitet die Kräuterspirale. Die letzten Tulpen verblühen. Dafür sind die die Akaleien, der Elfenschuh, tiefviolett bis hell rötlich, all und überall. Die Arena wird mit Tausenden von Gänseblümchen geschmückt. Der goldene Löwenzahn spiegelt das strahlende Sonnenlicht. Schon haben die meisten sich in kosmische Samenkugeln verwandelt.

Die Samen sind bereit mit dem Wind neue Erdenorte zu finden. So sind die Blüten die Antwort auf die Sterne. Sie leuchten einander entgegen. Beide umfassen den Kosmos in dem wir mitten drin sind. Das InSich-Projekt im Rosenhof blüht neu auf.

Jeden Morgen stehe ich im Kreis des Morgenrituals und kann diese neue Kraft erleben. Im Tellenhof ist das Projekt InsLot gestartet. Ergänzendes Angebot für betreutes Wohnen und Therapie. Im Battenhof entwickelt sich eine Wohngemeinschaft. Der Hof wird innen und aussen erneuert. Im Lilienhof, in unserer alten Wohnung, sind zwei Paare eingezogen. Die Frauen wuchsen teils im Schlössli auf, da ihre Mutter im hier Hausmutter war.

Sie haben selbständig eine neue Küche organisiert. März feierte Steffi ihren Mit über 50 Gästen, Geburtstagsessen von Hubi zubereitet. Zwei Frauen mit Power haben schön schräge Lieder gesungen. Steffi ist eine der ersten Frauen, die sich schon gemeldet haben um hier im Schlössli zu wohnen.

Sie zog dann viele Künstler nach. Heute haben wir im Schlössli viele tragende BewohnerInnen, die mehr und mehr hier eine neue Gemeinschaft bilden wollen. Viele Kinder und Erwachsene füllten den Runensaal und vergnügten sich an den liebevollen Spiegelungen menschlich-allzumenschlicher Regungen. Es war ein seelischer Genuss. Obwohl ich seit Jahrzehnten mich für diese Leuchtgestalt der Schweizergeschichte interessiere und sein Meditationsbild in meinem Büro hängt, ist mir Vieles klarer geworden: Das bekannte Stanserverkommnis versöhnte die Stadt- und Landkantone und regelte z.

Offensichtlich hat die geistige Autorität von Niklaus von der Flüe die Streitenden zur Vernunft gebracht. Doch das Buch zeigt auch ganz klar, dass der Einsiedler im Ranft, nahe seiner Familie, in seinen letzten 19einhalb Jahren weder getrunken noch gegessen hat.

Er schlief in der Zelle seiner Kapelle, die ihm seine Freunde gebaut hatten, auf nackten Boden mit einem Stein als Kopfkissen. Obwohl er so als Heiliger lebte, besuchten in ständig Privatpersonen, geistliche und weltliche Würdenträger, um bei ihm Rat zu holen.

Die meisten Ratschläge waren so, dass der Fragende selbst auf die Lösung des Problems kam. Für mich ist Niklaus von der Flüe eine Gestalt, wie man sie bei den Katarern in Südfrankreich um kannte. Diese damalige Minnekirche der Troubadouren Zeit zeigte sich in der Polarität zwischen den Troubadouren, die versuchten menschliche Liebe zu verwirklichen und den Cathari die als Einsiedler Gottesliebe praktizierten und dem Volke geistige Führung gab.

Niklaus von der Flüe gehört zu den Gottesfreunden um Tauler, ist geistig verwandt mit den Mystikern und Mystikerinnen wie z. Rudolf Steiner ist für mich so eine moderne Lichtgestalt, der wie Niklaus von der Flüe in der geistigen Welt stand, aber nun nicht selbstsüchtig sein eigenes Seelenheil pflegte, sondern Welt weittragende praktische Kulturimpulse vermittelte und Tausenden von Fragestellern, sich aufopfernd, Antworten gab.

So gibt es heute auf der Welt überall weise Persönlichkeiten, die der Welt helfen könnten, wenn man sie nur fragte. Übermorgen fahren Kamila und ich für zwei Wochen und eine halbe nach Tschechien. Ich werde unter anderem in der Waldorflehrerausbildung und in der Akademie für künstlerische Sozialpädagogik in Prag integrale Sternenkunde und den Parzival unterrichten.

Dazu werde ich verschiedene Waldorfschulen besuchen. Der heutige schöne Tag geht zu Ende, der auffrischende Wind verstärkt sich, Wolkentürme bauen sich rings um Ins auf. Doch Ins bleibt wahrscheinlich wieder trocken. Der Regenschauer wirbelt um uns herum. Seit einem Monat habe ich kein Tagebuch veröffentlicht. Es ist viel passiert in dieser Zeit. Obwohl es nachts noch kalt ist, drängen die Tulpen zur Farbenpracht.

Die Osterglocken blühen schon lange, aber immer noch. Die Schlüsselblumen sind wieder da, ein freudiger Frühlingsgruss. Meine Lieblingsblume seit Kindheit, die Trommelschlägel; klein aber wirksam im Blau, bilden die Polarität zu den gelbroten Strahlenfarben.

Kamila ist im ganzen Rosenhof-Park tätig. Altes Verdorrtes wird weggeräumt, um dem Neuen Platz zu machen. Das Bächlein im Park ist gesäubert und plätschert den Hang hinunter. Im unteren Parkbereich ist die verdorrte Föhre fachmännisch gefällt und das Fallholz geräumt worden.

Die Silberpappeln, deren Äste durch den Sturm einen Teil des Pferdestalls und das Hühnerhaus beschädigte, sind durch Baumpfleger zurück gestutzt worden. Jetzt müssen noch die Äste verarbeitet werden. Eindrücklich, wie er das Elend der Flüchtlinge im Mittelmeer, in Italien und in der Schweiz dokumentiert: Imhof ist ein Jahr älter als ich, seine frühen Filme waren immer ein kritisches Statement zu Ungerechtigkeiten. Auch ich, geboren, erlebte als Kleinkind Flüchtlinge in unserer Familie, die Müeti und Aetti immer wieder in unserer Wohnung beherbergt hatten.

Meine ersten Worte sollen kroatisch gesprochen worden sein, weil damals eine Kroatin bei uns kochte. Nun würde ja Müeti dieses Jahr, am Darum gibt es am September ein Schlösslifest mit dem Titel: Soweit meine biografische Beziehung zum Film von Imhof. Im Film zeigt Imhof seine innige Beziehung zur Flüchtlingsfrage: Imhof zeigt anhand originaler Briefe, Zeichnungen, gesprochener Worte das Schicksal von Giovanna, die dann früh stirbt.

Der Film entsteht im Gedenken an diese junge Frau. Und Imhof sagt zugleich, eigentlich wollte er das jetzige Drama der Flüchtlinge gar nicht sehen. Das ist ja gerade das Problem dieses Themas. Die meisten wollen sich damit nicht beschäftigen. Wie gestern auch im InsKino. Fast niemand kam zu dieser Vorstellung. Der Film zeigt drastisch die Rettung von Flüchtlingen. Den Einsatz der militärischen Retter. Die Tomaten, von afrikanischen Menschen in sklavenähnlichen Zuständen produziert, werden dann in Afrika als Derivat verkauft.

Warum werden nicht Tomaten in Afrika produziert, die dann die wirtschaftliche Grundlage gäbe und damit die Flüchtlingsproblematik milderte? Dann die Flüchtlinge in der Schweiz, zwar hoch professionell betreut, dürfen nicht arbeiten und werden dann abgeschoben.

Das Porträt einer jungen Afrikanerin beschreibt einen schrecklichen Leidensweg. Sie arbeitet in einem Altenheim. Doch sie muss die Schweiz verlassen, obwohl wir viel zu wenig Pflegepersonal haben. All dies zeigt Imhof und jeder bekommt dadurch Einsicht in die Zusammenhänge.

Ein ausgeschaffter Afrikaner kauft in Afrika Kühe. Doch in seinem Land ist die Milch aus der Schweiz billiger als was der afrikanischer Bauer für seine Milch haben muss.

In der Nacht nach den Filmbesuch träumte ich einen Dauertraum, immer wieder nach kurzem Aufwachen weiter geträumt. Ich war mit Flüchtlingen beschäftigt ein grosses Tor zu gestalten. Es sollte ein Regenbogentor sein. Es war schwierig die Farben richtig anzuordnen. Das Grün wollte nicht in die Mitte des Regenbogens.

Was soll das bedeuten? Vielleicht, weil es immer noch nicht im allgemeinen Bewusstsein ist, dass das Grün das Rückgrat des Regenbogens ist. Grün ist aber u. Biografien interessieren mich immer wieder. Bewegend diese Persönlichkeit, die zunächst idyllisch als Fabrikanten-Tochter aufwächst, deren Vater aber in den Krise der Dreissiger-Jahre alles verliert und auch die Familie verlässt.

Ihre spontane Art, ihre begeisternden Augen, ihre klare Art, keinen Mann an sich heran zu lassen, der nicht auch ihre Intelligenz liebt, macht sie unabhängig und erfolgreich. Durch diese Reise wird sie berühmt und wird überall eingeladen, sei es beim Radio oder Fernsehen. Sie bekommt Aufträge von Zeitschriften. Unter anderem soll sie in der Südsee über eingeborene Völker berichten.

Dort trifft sie den Star-Fotografen Freddy Drilhon. Obwohl er noch verheiratet ist, werden sie ein Paar. Später heiraten sie und bekommen eine Tochter. Dort finden sie ein halbzerfallenes historisches Gebäude, das sie kaufen. Katharina baut das Haus, eine mittelalterliche Priorität aus dem Mittelalter zu Wohnzwecken um. Selber kaum Geld, bekommt sie von Freunden Geld und macht später eine Stiftung daraus.

Ihr Mann Freddy Drilhon zerbricht an diesem Haus, weil ständig daran gebaut wird und Katharina ihre ganze Zeit und Verantwortung opfert. Freddy, selbst in misslicher Familie aufgewachsen und mit sechzehnjährig schon in U-Booten im Zweiten Weltkrieg traumatisiert, von seiner eigenen Familie abgelehnt, verfällt dem Alkohol und wird depressiv.

Die Rettung ist, dass er in England nahe der Küste in einem Haus lebt. Nun geht es ihm ganz gut und er kann langsam seine Vergangenheit aufarbeiten. Doch stirbt er plötzlich an Herzversagen. Für Katharina ist das eine Katastrophe. Er hat Zugang zum Familien-Archiv und porträtiert Katharina filmisch mit ihren wunderbaren Augen und macht daraus später den Film und das Buch über das Journalistenpaar. Er schrieb auch eine Biografie über Mani Matter. Im Zusammenhang mit Romainmotier kam mir in den Sinn, dass schon Fritz Jean Begert — , der legendäre Berner-Pädagoge, schlussendlich in Romainmotier landete und dort starb.

Seine genialen Ideen und Praxis in der Schule wären noch heute postmodern. Er liess die Schüler in der Natur, aber auch zuhause forschen, machte Gruppenarbeit, individualisierte. In meiner Seminarzeit hörte ich einen pädagogischen Vortrag von ihm. Seine Frau, Beatrice, eine Griechin, die von Ihm Kinder hatte, verliess ihn, weil er alkoholkrank nicht mehr für sie sorgen konnte. Ich selbst besuchte sie dort und sie lud uns in ihr Haus in Griechenland, auf der Insel Hygeia, ein.

Heute fuhr ich mit Kamila das erste Mal nach Romainmotier. Wunderbar die romanische Kirche, überhaupt das Städtchen mit den burgundischen Häusern. Wir besuchten das Haus von Katharina von Arx. All die Säle aus dem Mittelalter und der Zeit der Bernerbesetzung sind noch erhalten.

Man kann die Bibliothek der Katharina besichtigen und wir assen dort im Salon de The ein gutes vegetarisches Mittagessen mit Kuchen. Ein Naturstein mit einem Vollporträt. Rousseau lebte dort von bis Dazwischen war er noch auf der St. Dort botanisierte er und fand diese Zeit auf der Insel später die schönste seines Lebens. Jean Jacques Rousseau ist für mich wichtig, weil er ein absoluter Gesellschaftskritiker war und der Meinung war, dass der Mensch gut ist bei der Geburt, aber durch die Gesellschaft schlecht gemacht wird.

Davon war auch sein junger Zeitgenosse Heinrich Pestalozzi überzeugt und wollte Kinder auf einem Bauernhof aufwachsen lassen. Das Kind braucht aber eine Autorität, aber eben eine geliebte, wie Rudolf Steiner darauf hinweist. Erst durch das wohlwollende Gehorchen als Übergangszeit, ist der Mensch langsam reif für die Selbsterziehung. Dies zeigt auch Erich Fromm: Gehorchen ist Vorbedingung zum Freiwerden.

So waren wir schon in Tschechien, Italien und Slowenien. Die ersten Tage waren wir in diesem Zentrum für biologischem Gartenbau. Sie betreiben dort den Geschäftssitz mit Tausenden Mitgliedern, denen sie Samen ausliefern oder tauschen.

Dazu bilden sie Garten-Meister aus, die in anderen Institutionen Laien anleiten um dort Gärten anzulegen, sie zu pflegen usw. In diesem Zentrum gibt es ein grosser Schaugarten, wo explizit gezeigt wird wie man z. Dieses riesige Gelände wird vorwiegend durch Freiwillige bearbeitet. Gruppen von geistig und körperlich Behinderten oder Dementen werden dort auch betreut.

Dann besuchten wir z. Zum Schluss fuhren wir in ein Hochsicherheits-Gefängnis, wo mitten drin ein wunderbarer biologischer Garten von Gefangenen gestaltet und bearbeitet wird. Überall wo wir hinkamen, waren stets wieder diese Garden-Masters anwesend, die solche Projekte fachlich und organisatorisch betreuen. Das Leben dieser Persönlichkeit wurden so lebensnah erlebbar.

Kamila und ich waren dann noch zwei Nächte in London, wo wir u. Wir lernten uns mit der U-Bahn fortzubewegen. Wir waren erstaunt, wie man von London nach Paris, unter dem Ärmelkanal hindurch, nur zwei Stunden und ein Viertel Zeit braucht. Zurückgekehrt befassen wir uns mit der Einladung dieser Gruppe im September. Kamila will den Rosenhof-Park bis zu dieser Zeit auch noch weiter gestalten.

Nach dem wunderschönen Sonnentag und der sternenklaren Nacht geht es mit Riesenschritten zur Tag- und Nachtgleiche am Durch den Tag überall Frühlingsblumen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie die Krokusse, Tulpen und Osterglocken schnell da sind. Das sind eben Knollengewächse, die aus ihren vorbereiteten Knollen explodieren. Im Rosenhof haben wir eine Invasion von Saatkrähen. Ich zählte über dreissig Nester in den luftigen Höhen unserer hohen Rosenhofbäume.

Sollen wir da geehrt sein? Oder geht uns ihr ständiges Gekreische auf den Wecker? Also eine Art Kommune, die aber ihr Schlafzimmer und Kinderaufzucht privat halten. Gerne würde ich ihre Vogelsprache verstehen, um daran teilnehmen zu können, was sie den alles so kreischen. In der sternenhellen Nacht sah ich den prächtigen Orion, begleitet vom hellen Sirius links unten, den Zwillingssternen links oben und rechter Hand der Stier mit dem rötlichen Aldebaran, dem Auge des Stiers und den Pleijaden.

Im Osten der aufsteigende prächtige Löwe. Ungeachtet der tagespolitischen Situation, bewegen sie sich seit Äonen durch das Weltall. Uns zur Orientierung und Halt im Weltgetümmel. In der Stiftung konnten wir in der grossen Tellenhofwohnung ein Projekt etablieren. Die Frauen erlebten als Töchter einer Hausmutter das frühere Schlössli. Kamila ist voller Tatendrang im Rosenhofpark.

Diese Sinneslehre Rudolf Steiners begleitet mich jetzt schon 60 Jahre. Nächsten Dienstag verreisen Kamila und ich für zehn Tage nach England. Wir treffen dort unsere Freunde vom internationalen Garten-Therapie-Projekt. Julian wird auch dabei sein. Nächsten September kommt diese Gruppe ins Schlössli.

Kamila plant schon jetzt das Treffen. Nach Ostern sind wir wieder da. Tom verreist in einer Woche mit seiner Freundin für drei Wochen nach Indonesien. So verlassen wir unser Schlössli-Nest, um aber dann voller Welterfahrungen uns wieder für das Schlössli einzusetzten. Vielleicht sind in den Krähennester schon hungrige Krähenjunge bei unserem Zurückkommen. Gott sei Dank müssen wir uns für diese Nachzucht nicht kümmern. Vor knapp einer Woche kam ich zurück aus Tschechien. Ich glaube, es ist mir gelungen, den Christusimpuls, jenseits des institutionellen Christentums, so wie ihn Rudolf Steiner darstellte, zu vermitteln.

Ich gab einer neugegründeten Waldorfschule im Norden Tschechiens, in Litvinov, nähe Most, einen Vortrag über die geistigen Hintergründe einer Waldorfschule. Kamila und ich besuchten ein Theater der Waldorfschüler des Lyzeums in Prag: Hier zeigte sich wieder die Innovationskraft der Waldorfschüler, natürlich unter der Leitung erfahrener Waldorflehrern.

Eisige Kälte erwartete mich bei der Ankunft in der Schweiz und bald viel Schnee, der jetzt noch haufenweise liegt. Es ist aber bereits wieder wärmer geworden. In dieser Woche gab es viele Besprechungen mit neuen Mietern. Wohnungen im Schlössli sind begehrt. Hier wird die historische Skandal-Geschichte des ausgehenden Karl wird in Rom verhaftet und ins Gefängnis gebracht, Lydia wird als geistesgestört in eine psychiatrische Klinik gebracht.

Obwohl später festgestellt wird, dass Karl nichts Kriminelles getan hat, ausser mit Lydia aus der Ehe zu flüchten, und das Lydia nicht psychisch krank war, hat der brutale politische und polizeiliche Eingriff die Beiden seelisch so zerrüttet, dass Karl sich das Leben nimmt und Lydia tatsächlich psychisch krank wird und ebenfalls willentlich aus dem Leben scheidet.

Hintergrund ist das Prestigedenken eines Bundesrats und der Reichtum der damaligen reichsten Schweizerin, seiner Schwiegertochter Lydia. Ein menschliches Drama im Zusammenhang mit Repräsentanten der Schweiz.

Da ausser uns niemand dazu gefunden hatte, unterhielten wir uns über den Achter-Rhythmus und seine Themen. Ich hatte für diesen Anlass einen Text zur Acht verfasst:. Acht-tung die Acht kommt. Habt Acht und Achtung vor der Acht. Die Achtung vor der Schöpfung, ein höchstes menschliches Gebot.

Aus der bewegenden sieben-gliederige Planetensphäre gelangen wir zur ruhenden Kristallkugel des Fixsternhimmels. Planetarische Bewegung wird Bild, Sternbild. Im achtgliederigen Pfad erreichen wir das achtspeichige Rad des Glücks.

In der Acht haben wir die erste Kubikzahl 2. Die Templerburgen haben alle acht Ecken. Auferstehungstag heisst das leere Grab am Ostermorgen zu erklären: Die Materie verschwindet in der Ätherisierung, ein Menschheitstraum.

Zahlenmystisch addiert sich der der Name Jesous auf Die achte Karte des Tarot heisst Gerechtigkeit. Der Mensch wird auf die Waage des Gerichtes gestellt. In der Oktave entsteht auf der halblangen Saite die Verdoppelung der Tonhöhe. In der Acht erfahren wir die Wiederholung einer Ganzheit, aber auf höherer Ebene. Die Spirale als Wiederholung, aber eben hinauf in die Ewigkeit: Die Drei zeigten virtuos, was aus Instrumenten herauszuholen ist - wenn man sie mit Können, Intensität und Emotionalität spielt.

Hier wurde wieder einmal manifestiert, was der Jazz zu bieten hat im modernen Bewusstseinsleben: Das braucht ein Lauschen auf sich selber, aber eben auch auf den Andern. Das Ich und das Du sind Impulsgeber und bilden ein Gesamtkunstwerk.

So sollten auch Gemeinschaften funktionieren. Der Mensch ist erst als Künstler sozial und individuiert. Es geht darin um die existentielle Aufgabe des Journalismus. Man schaut den Machern von Radio und Printmedien zu, wie sie arbeiten. Eindrücklich wie sie organisiert sind, wie Teams zusammen arbeiten, ständig unter dem finanziellen Druck der Verlagshäuser. Dieses Engagement für gute Öffentlichkeitsarbeit ist erstaunlich.

Es werden Dutzende Porträts von Frauen und Männer dieser Sparte gezeigt - sie ringen um menschliche Werte, um die Frage, was dem eigentlichen Leser und Hörer zumutbar ist. Wertvoll sind all die Statements, die authentisch und frisch wirken.

Bei der Einführung zum Film äusserte sich der Regisseur, dass es vor allem um die innere Haltung geht. Die kann nicht äusserlich gemessen werden. Da kam mir ein Text von Jean Gebser in den Sinn:. Anstelle der Hektik tritt die Stille und das Schweigen-Können; anstelle des ausschliesslichen Ziel- und Zweckdenkens tritt die Absichtslosigkeit; anstelle des Machtstrebens tritt Hingabe und echte Liebesfähigkeit: Diese Haltung spürte ich auch vom Regisseur.

Es zeigt eben gerade diese menschliche Haltung, die immer nur exemplarisch dokumentiert werden kann. Viele potentielle Mieter haben sich gemeldet.

Darunter auch Viele, die der Stiftung neue Impulse geben werden. Die vorige Nacht war einmal wieder im Seeland ein wunderbarer Sternenhimmel: Am Abend um Dann der Reigen folgender Sternbilder von West nach Ost: Widder, Stier mit den Plejaden, Zwillinge mit dem Prokyon, die feinen Krebssterne, der machtvolle Löwe, langgezogene Jungfrau mit Spika und die harmonisierende Waage mit dem hellen Jupiter.

Dann leuchtete der Grosse Waagen rechts vom Polarstern und links die Kassiopeia. Dort werde ich Kamila treffen. Dieses Thema habe ich noch nie so explizit unterrichtet. Ich hoffe ich kann der Anfrage genügen. Dann fahre ich nächste Woche in den Norden von Tschechien, nach Most.

Dort besteht ein Waldorfkindergarten. Sie möchten weiter eine Waldorfschule gründen und ich soll ihnen dabei helfen. Februar bin ich wieder Ins. Schon sind die Tage länger. Vor allem merklich am Abend. Sehr schöne Sonnenuntergänge über dem Neuenburgersee. Es ist zwar etwas kälter geworden. Es knospet in den Sträuchern und Bäumen. Noch verhalten und doch mit unwiderstehlicher Kraft. Die Pflanzen wollen wiedergeboren werden. Ich spüre selbst wie es mich nach dem Frühling drängt.

Obwohl ich weiss, dass es noch viel Geduld braucht, bis es wirklich Frühling wird und es Vielen noch nicht genug Winter war. Mich drängen Zukunftshoffnungen, dass sie verwirklicht werden können. Manchmal habe ich ein Sehnen in meiner Brust und bin ungeduldig: Jahrzehnte lang haben die Gedanken darüber geschlafen, lagen träumend in meiner Seele. Dann griff ich das Thema Wärme in den letzten Jahren wieder auf. Noch vor ein paar Wochen glaubte ich immer noch, dass es bis zu einer Buchveröffentlichung Jahre braucht.

Dann der unfreiwillige dreiwöchige Aufenthalt ganz alleine in Prag wegen meiner Zahngeschichte. Nun wird das fertige Manuskript bei Vanda Messerli-Bolek korrigiert, die schon alle meine früheren Bücher druckfähig gemacht hat. Mit dem Verleger habe ich auch gesprochen: Noch ist nicht alles entschieden, doch sieht es aus, als dass mein Büchlein knospend drängt, als Blatt und Blüte den Frühling zu erreichen. Die künstlerischen Leistung der Einzelnen, aber auch in der Choreografie war hochwertig.

Schon sind wir in der Hölle des Zappens. Doch das Höllische zuweilen verwirrend, auch freundlich und liebevoll. Neue Mieter werden für Wohnung und Klassenzimmer gesucht. Hoffnungen eine Schule für TimeoutschülerInnen bei uns zu haben, sind verflogen. Viele Inserate sind publiziert. Vielleicht gibt es ein kreativer Neuanfang.

Auch so eine Frühlingshoffnung. Es sei hier also noch präsentiert:. Doch zeigt er das mondäne Leben der damaligen russischen Aristokratie. Nun habe ich den Roman Seiten neu gelesen und bin unglaublich beeindruckt vom Kosmos der russischen Seele.

Tolstois Meisterwerk ist ein Bildungsbuch der Weltliteratur und gleichwertig wie etwa der Faust Goethes. Er enthält unendlich viele Facetten der menschlichen Seele. Wie in Dostojewskis Werke eine Tiefen-Psychologie! Doch er beinhaltet auch alle Aspekte der Ideologien, der Ökologie, der Volksbräuche usw.

Dieses Werk ist eine Recherche des russischen Lebens und der russischen Gesellschaft, vorwiegend in adeligen Kreisen am Ende des Literarisch ist darin die Tragödie der liebenden und hassenden Anna Karenina als roter Faden enthalten. Es spiegelt die Seele einer Frau, die als Gattin eines älteren, seelisch verschlossenen Autokraten, plötzlich die Chance einer Feuer entfachenden Liebe ausserhalb der Ehe spürt und sich das Recht nimmt zu lieben. In Petersburg angekommen wird die Fürstin von ihrem Sohn abgeholt.

Es ist der Fürst Wronski. Der ist augenblicklich von Anna eingenommen und fragt sie, wo er sie treffen könne. Anna zuerst noch zögerlich, ist zurückhaltend. Und doch das Feuer ist angezündet, dass Anna zuerst in Liebesglut bringen wird und später zum Selbstmord. Wronski versucht sie überall zu treffen. Entscheidend ist der adeliger Ball, wo sie tanzend sich finden. Dieser Ball ist aber der Verknüpfungspunkt des ganzen Romans.

Lewin will eigentlich Kitty einen Heiratsantrag machen an diesem Ball. Doch Kitty hofft noch auf Wronski, der ihr Hoffnungen machte und sie weist Lewin zurück. Nun hat Wronski eine andere Frau gefunden. Und Kitty ist enttäuscht. Ebenfalls Lewin, der sich zurück zieht. Und es braucht eine Weile im Roman, bis die beide sich doch finden und heiraten. Es ist eine Art Parallelgeschichte dieser zwei Paare: Bei Anna und Wronsky brennt die Liebe von Anfang an lichterloh und verbrennt.

Bei Kitty und Lewin geschieht die Annährung zögerlich aber dafür nachhaltig. Also, dass an diesem Ball Anna und Wronski sich öffentlich verbinden und damit eine andere Prinzessin, die Kitty, aushebeln, die bisher als Partie mit Wronski galt, lässt im Roman die Verschlungenheit erahnen.

Wronski und Anna werden ein Paar. Sie steht gegenüber ihrem Ehemann dazu und sagt ihm auch, dass sie von Wronski ein Kind erwartet. Anna gebiert im Hause ihres Ehemanns eine Tochter. Doch Anna scheint daran an Kindbettfieber zu sterben. Ehemann und Geliebter verfolgen gemeinsam das Sterben dieser Frau.

Der Ehemann vergibt ihr alles und will sie freigeben, wenn sie überlebt. Doch Anna stirbt nicht, obwohl sie sich das gewünscht hatte. Anna und Wronski machen eine Europareise. Es scheint, dass ihre Liebe voll zum Zuge kommt. Zurückgekehrt in Russland, will aber ihr Ehemann sie doch nicht freigeben und lehnt eine Scheidung ab, dazu will er ihren gemeinsamen Sohn, etwa zehnjährig, der von Anna heiss geliebt wird, nicht der Mutter überlassen.

Anna schwankt in ihrer Liebe zu Wronski und ihrem Sohn. Doch ihren Sohn muss sie opfern. Anna und Wronski ziehen aufs Land, wo Wronski sehr geschickt als Grossgrundbesitzer seinen Hof aufbaut.

Doch Anna ist dort von der Gesellschaft isoliert und geächtet. Sie kann Wronski nicht heiraten, weil ihr Ehemann sie nicht freilässt. Wronski möchte mit ihrer gemeinsamen Tochter noch mehrere Kinder. Doch das geht nicht, weil Anna ja noch immer verheiratet ist und sie Todesangst hat vor einer neuen Geburt.

Wronski ist ein Gesellschaftsmensch, ist oft von zuhause fort. Er will auch als Mann frei sein. Anna kann das nicht akzeptieren. Wieder in Moskau zerrüttet sich das Liebesverhältnis zwischen Anna und Wronski. Es geht um Liebe, Eifersucht, aufbrechender Hass und wieder Liebe. Anna sieht nur noch einen einzigen Ausweg aus ihrer Situation: Nur so kann sie sich durch ihr eigenes Opfer an Ehemann und Wronski rächen.

Sie tut dies, indem sie sich unter den Zug wirft. Wronski verzweifelt und am Boden zerstört, zieht er als Freiwilliger in den russisch-türkischen Krieg, wo er sein Leben opfern will.

Dieser kurze Handlungsablauf zeigt aber nicht das Wesentliche: Grossartig wie Tolstoi dieses alles so Detail getreu und psychologisch schildert. Nichts ist plakativ oder klischeehaft. Wundervoll wird die Anna beschrieben, in ihrer Mimik, mit ihren Augen, in ihrer grossartigen Liebefähigkeit, aber auch in ihrer Destruktion und dem Hass, z. Es entsteht das Porträt einer freiheitsliebenden Frau, die sich das Recht nimmt, den zu lieben, den sie lieben will, aber zugleich zeigt, dass die bourgoise Bande des Ehestandes sie nicht freilässt.

Es ist sofort die Frage, was an Schuld Wronski zu dieser Tragödie beiträgt. Doch er verzweifelt an der Unerbittlichkeit von Annas Seele, die ihn ganz will. Wie frei ist der Mann in der Beziehung? Wronski will sie lieben und zugleich seine Freiheit im gesellschaftlichen Leben zelebrieren. Er beschreibt auch die überaus reizende Beziehung zwischen Lewin und Kitty.

Nach Hindernissen kann Lewin Kitty ehelichen. Eindrücklich wird der Heiratsantrag von Lewi geschildert. Es ist dies ein Wunderwerk der Psychologie. Ständig erröten die Frauen bei Tolstoi, aber auch die Männer.

Diese Erzählung ist eine gesellschaftliche Miniatur der damaligen Zeit. Dann der Tod des drogensüchtigen Bruders von Lewin: Wie Kitty ihm praktisch hilft, in dieser elenden erbärmlichen Umgebung der Todeskammer, um ihn zu einem würdigen Tod zu verhelfen, der zwar nichts von Grösse hat, sondern nur grausam ist. Weiter wird das Landleben auf dem Hof von Lewin geschildert: Wie sie als Neuverheirateten versuchen ihre neue Beziehung zu finden, ist so liebevoll und rührend.

Kitty hat Verständnis mit dem ständig zweifelnden Lewin. Immer wieder zeigt Tolstoi diese innige Eheliebe zwischen den Beiden. Dann wird das Geburtsgeschehen bei Kitty geschildert: Die Geburtsschmerzen, das Schreien der Wöchnerin. Levin hat Angst seine Frau zu verlieren. Als Nichtgläubiger fängt er an zu beten.

Dann das Kind und das Stillen, das Werden einer Beziehung zu ihm. Diese zwei hauptsächlichen Erzählstränge werden begleitet von Natur- und Gesellschaftsschilderungen. Es seien hier einige Motive dieses Romans skizziert: Schon diese Schilderung lädt ein sich mit der Bienenhaltung zu beschäftigen. Hier wird die liebevolle Naturverbundenheit gezeigt. Seitenlang wird dieses Schneiden des Grases in naturgetreuer Art dargestellt. Ist der Himmel unendlich oder doch ein Gewölbe?

Hier wird die soziale Frage des Bauern in Russland gezeigt. Schon nur diese Schilderungen sind es wert, die hohe Kultur der Bekleidung und ihre Bedeutung kennen zu lernen. Die Röcke der Frauen und die Uniformen der Männer.

Dazu die Beschreibung eines Balls der Adeligen. Alles Kultur auf dem höchsten Niveau. Überall die dienerischen Lakajen, die unterwürfig und Komplizen Haft auftreten und ständig Billets überbringen.

In den adeligen Haushalten wimmelt es von Angestellten. Der Adel als Arbeitsgeber. Hier zeigt sich Tolstoi als Wissender der Pädagogik. Wann erkennt das Baby die Eltern? Zugleich auch der Rationalismus, verschiedenste Ideologien und Sekten. Das Volk will einen Zar. Ein Frage auch noch der heutigen Zeit. Gibt es das überhaupt?

Ist der Sklave, der befreit wird, frei? Wo kommt die Moralität her? Nicht aus der Kirche, sondern aus dem täglichen Leben, in der Familie, in den Beziehungen.

Man ist ein guter Mensch, wenn man Gutes tut im Kleinen. Was ist das Christentum? Christus wird in ausserordentlichen Augenblicken, in der Nähe von Geburt und Tod erlebt. Ein Ich-Erlebnis ohne kirchlichen Glauben. Im Gegensatz dazu das Sektenwesen, in das Annas Ehemann geriet.

Hier wird an Gott geglaubt ohne Moral und Menschlichkeit dem anderen gegenüber. Tolstoi ist nicht moralistisch, sondern in der Beschreibung des Menschen im Elend und gutem Leben moralisch. Aber eben auch die Wärme im guten Menschen. Das Erkalten der hitzigen Liebe und die Nachhaltigkeit der mit einander ringenden Liebe, die die Flamme des Herzens nicht zum Auslöschen bringt, die die konstante Eigenwärme der Liebenden pflegt.

Es ist der Jahrestag der grossen Katastrophe in der Schlössli-Geschichte: Vor vier Jahren genau wurde ich in das kantonalbernische Jugendamt zitiert, wo mir mitgeteilt wurde dass die Heimschule Schlössli Ende Juni endgültig geschlossen werde. Die schwärzeste Tag meines Lebens. Mit der Gewissheit dass mein Lebenswerk durch staatliche Gewalt vollständig zerstört wird, war mir nicht mehr klar, wie mein Leben weitergehen würde.

Ich musste noch während eines halben Jahres zuschauen, wie durch staatlich angestellte Liquidatoren verbrannte Erde betrieben wurde. So öffne ich jedes Jahr meine Wunde - um zu schauen, wie weh es noch tut. Ich hatte mich zwar schnell darauf eingerichtet, ohne Hassgefühle gegen meine Widersacher in mir aufkommen zu lassen.

Ich sehe die ganze Sache als Tragödie unserer Zeit, wo der Staat omnipotent und zerstörerisch in das Geistesleben eingreift. Meine Kraft habe ich ganz auf die Zukunft fokussiert.

Nun sehen wir, dass sich doch einige neue Substanz im Schlössli angereichert hat. Es gibt schon ganz konkret Menschen, die das Schlössli tragen helfen. Doch es braucht Jahre, damit auf dieser ehemaligen verbrannten Erde wirklich Neues wächst.

Ich finde es schön, dass ich all dies überlebt habe und wünsche mir noch Jahre hier zu leben, um dieses Neue Schlössli begleiten zu dürfen. In meinem Leben schaute ich immer wieder in das Sternengewölbe. Beim Anblick der Sterne fand ich eine sichere Heimat. Sie ist mir sicher, wenn alles unsicher wird. Die Sterne sind mir Freunde geworden, auf die ich zählen kann. Die Götter in ihrer Liebe streicheln gewissermassen die Welt. Sie liebkosen die Welt, sie berühren sie an gewissen Stellen.

Dieser Ausdruck der Liebe im Äther, das sind die Sterne. Also da war ja noch die Weihnachtszeit, wo unsere Familie in Sigriswil zusammen war. Kurz davor war mir eine fünfzigjährige Zahnbrücke herausgefallen. Ich musste also nach Weihnachten drei Wochen in Prag bei meiner ausgezeichneten Zahnärztin verbringen.

Schmerzen hatte ich nicht, aber die Rekonstruktion war langwierig. In Prag schrieb ich vor allem an meinem neuen Buch: Wo finde ich das Gute? Nicht im Denken, nicht im Fühlen, sondern im Tun. So stellt es Rudolf Steiner in seiner Wärmemeditation dar. Doch eine andere These, die ich schon in einer Skizze formulierte, die dann im "Schulkreis", einer Zeitschrift der Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz, veröffentlicht wurde: Diese Erkenntnis führte mich dann zu einer expliziten Wärmepädagogik.

Mich drängt es das Buch zu veröffentlichen. Ich brauche dazu noch Geld und einen Verlag. Die Übersetzung ins Tschechische wurde mir bereits versprochen. Drei Wochen Alleinsein ist gewöhnungsbedürftig, aber auch eine Chance mit sich ins Reine zu kommen. Ich arbeitete auch an einem Essay über Anna Karenina. Ich werde es später hier veröffentlichen. Vor einer Woche nach Ins zurückgekehrt, machte ich mir schnell einen persönlichen Überblick über das Befinden der Schlössli-Bewohner und über die Aufgaben der Stiftung Seiler.

Tom und Kamila haben in meiner Abwesenheit gut zum Schlössli geschaut. Anzeichen des gewaltigen Sturms sieht man noch vielerorts. Ich musste ihm auch eine Chronik schreiben. Der Kulturverein veranstaltete ein Konzert mit den Similis: Fulminantes Programm mit Kindern und Jugendlichen ihrer Musikschule: Gemütvolle Liedvorträge aus dem Provenzalischen, Geigenvirtuosität, gekonnte Arrangements, eindrücklich musizierende Kinder und Jugendliche. Der Runensaal im Druidenhof war übervoll: Diese Woche arbeitete ich noch im Rosenhofpark: Verspätet befreite ich den Boden vom Laub, darunter schon Krokusse, Primeli, Schneeglöcklein und Winterlinge, die ihre Köpfe streckten.

Es war über zehn Grad warm und erst Ende Januar. In den letzten Tage habe ich mich mit Sängerin Maria Callas beschäftigt. Rein zufällig sah ich mir den Dokumentarfilm über sie an.

Ich kaufte mir eine ausgezeichnete Biografie über sie und ging den Film ein zweites Mal schauen. Dieser Film, dieses Buch, haben mich erschüttert. Im Kino kamen mir die Tränen.

Maria Callas ist in New York in einer frisch ausgewanderten griechischen Familie am 2. Maria ist jährig, als sich die Mutter vom Vater trennte und mit Maria und ihrer älteren Schwester nach Griechenland zurückkehrt. Schon früh nimmt sie Gesangsstunden. Ihr Ziel ist schon damals, einmal in Mailand an der Scala singen zu können, was sie mit jährig auch tut.

In den Kriegsjahren in Athen nimmt sie Gesangsstunden bei ausgezeichneten Lehrerinnen, die sie auf den Operngesang vorbereiten. Maria ist eine willensstarke Sängerin und macht so grosse Fortschritte, dass sie schon öffentliche Konzerte geben kann. Am Kriegsende fährt sie zurück nach Amerika zu ihrem Vater. Bald wird sie als beste Sängerin, als Prima Donna des Jahrhunderts gefeiert: Es entsteht eine innige Liebesbeziehung.

Zu Pasolini bildet sich ebenfalls eine enge Freundschaft bis er in Rom unter mysteriösen Umständen ermordet wird. Schlussendlich zieht sich Maria Callas in Paris zurück und stirbt mit jährig an einem Herzschlag. Diese überaus gut recherchierte Dokumentation führt uns zur Wesensbeschreibung dieses Gesangswunders. Es entsteht ein Bild einer starken, Ich-zentrierten Persönlichkeit, deren Karma wirklich das Singen macht. Ihr Gesang ist nicht nur eine mühsam erarbeitete, hochqualifizierte Technik, sondern sie gestaltet ihren Operngesang zusammen mit schauspielerischem Können so, dass das Publikum völlig mit der tragischen Figur mitleidet.

Maria integriert ihre persönliche Lebenserfahrung in der Rolle auf der Bühne. Theater wurde so zu einem Ereignis, das das Leben nicht nur abbildet, sondern wirklich real inszeniert. Maria hat jedes Mal so gesungen, als wäre es das erste oder das letzte Mal. Ihre Kunst war es, eben nicht routiniert gleich bleibend, sondern im Gegenwarts-Prozess aufzutreten. Das hat ihrem Gesang diese ausserordentliche Authentizität gegeben. Es ist, als entspringe das Leid der Disziplin, Musik zu machen und der Disziplin eine Frau herzustellen.

Auf der Opernbühne findet der permanente Kampf um Leben und Tod statt, bei dem sich die Sängerin immer wieder neu erschafft und multipliziert: Alle Opernheldinnen enden irgendwann bei dem gleichen Lied, sie singen 'lasst mich sterben'.

Sie singen das mit einer Stimme, die zu Herzen geht, mit einer Stimme, die die Seele schmelzen lässt, die einen zum Weinen bringt. Sie verbinden sich im Klang. Ohne körperliche Berührung dringt die Stimme in den Zuhörer ein und fordert eine Reaktion heraus. Die Angst vor der Wirkung des weiblichen Gesangs hat eine lange Tradition und schlägt sich in zahlreichen Mythen nieder: Die Sirenen stürzen die Männer, die sie lauschen, ins Verderben — genau wie die Lorelei auf ihrem Todesfelsen.

Gefahr geht von der weiblichen Stimme aus, gerade weil sie verführt und verzaubert. Schon hat eine italienische Plattenfirma damit begonnen. Als eine der ersten Künstlerinnen hinterliess Maria Callas ein gewaltiges Schallplattenoevre, zu dem sie vor allem von Legge ermutigt worden war.

Selbst ein unerbittlicher Perfektionist, schätzte er diese Haltung auch bei Maria. Darüber hinaus schwärmte er von ihrer grossen Stimme, die zu ihrer besten Zeit einen Umgang von fast drei Oktaven hatte.

Dazu kam ein unverwechselbares Timbre, ein phänomenales technisches Können und ein psychologisches Verständnis der Figuren, das sie für jede Rolle eine eigene Stimme formen liess. Legge präzisierte, sie habe eigentlich über drei unterschiedliche Stimmen verfügt: Eine hohe Koloraturstimme, umfangreich, brillant und, wenn sie wollte, dunkel getönt , bewunderungswürdig agil.

Dann die dunkel getönte Mittellage ihrer Stimme, die er am ausdrücklichsten fand. In dieser Lage entfaltete sie ihren individuellen gutturalen Klang, der manchmal wirkte, als sänge sie in eine Flasche. Es ist nicht genug eine schöne Stimme zu haben, was bedeutet dies schon? Wie kann man das nur mit einer schönen Stimme? Auch wenn man manchmal harsch klingt, wie ich es oft getan habe, ist das eine Ausdrucksnotwendigkeit.

Man muss es tun, auch wenn die Leute es nicht verstehen. Sie ist kein Opfer, das Fragen stellt, sondern Täterin, die auf den geeigneten Moment zur Tat wartet. Ihre Stimme drückt von Anfang an eine Grenzenlosigkeit der Empfindungs- aber auch der Handlungsfähigkeit aus. Da wo andere sich fügen, unterwerfen und verstummen, widersetzt sie sich.

Sie begehrt auf, sie singt. Sie ist eine, die sich nicht verliert, sondern im Gesang findet. Sie formt sich selbst, setzt sich zusammen und lässt das Publikum an diesem Selbstschöpfungsprozess teilhaben. Jedes Mal aufs Neue. Unabhängig davon, wie oft Sie eine Rolle schon gesungen hat, leistet sie diese Arbeit mit jedem Auftritt so, als wäre es das erste Mal für sie.

Diese wenigen Zitate zeigen, was eigentlich die Einmaligkeit von Maria Callas bedeutet. Nun erinnere ich mich, dass Audreys Bild jahrelang an der Wand in meiner Bude im Seminar Muristalden hing bis Das hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass mir als schüchterner Junge zu viel Weiblichkeit Angst machte.

Auf jeden Fall zeigt sich in diesem gemeinsamen Idol etwas von Seelenverwandschaft. Gestern Samstag, nach längerer Pause, ein Rhythmusnachmittag mit Tinu. Der Siebner-Rhythmus war angesagt. Folgenden Text las ich vor:. Mit der Sieben treten wir vom Raum in die Zeit. Die chaldäische Reihe der sieben Planeten und die Siebentagewoche: Die sieben Sterne des Wagens. Der siebenarmige Leuchter des Judentums.

Die sieben Kulturepochen Rudolf Steiners. Der Siebenjahresrhythmus der menschlichen Entwicklung. Die Metamorphose der Zeit durch die Sieben. Die sieben Farben des Regenbogens, die sieben Töne einer Oktave, die sieben Chakren, die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen, die sieben Geisslein, Sieben auf einen Streich des tapferen Schneiderleins. Der Siebenstern als Symbol der Druiden und ist auch in der Chartres-Kathedrale architektonisch eingeschrieben. Nun bin ich schon wieder eine Woche in Ins.

Vieles im Schlössli zeigt mir, dass die Schlössli-MieterInnen sich aktiv an neuen Initiativen betätigen: Es gibt in diesem Monat an zwei Wochentagen Mittagstisch im neu eingerichteten Treffpunkt ehemaliger Schlössliladen. Dort treffen sich SchlösslerInnen und Auswärtige, man lernt sich kennen und kann sich austauschen. Katerina wird als Schwiegertochter eines russischen Oligarchen vorgestellt, der sie wie eine Leibeigene hält.

Sie langweilt sich vor dem Fernseher. Materieller Wohlstand geht mit seelischer und körperlicher Grausamkeit einher. Die zeitliche und geographische Verortung funktioniert und vermittelt eine Allgemeingültigkeit.

Den Bezug zur Gegenwart Russlands oder auch allgemein zu autoritär und männlich dominierten Gesellschaften sollen die Zitate von Nadja Tolokonnikowa von Pussy Riot herstellen. Eines davon ist als Motto der Aufführung vorangestellt: Es ist ganz einfach: Sie stören nicht, tragen aber aus meiner Sicht nichts Wesentliches zum Verständnis des Geschehens auf der Bühne bei.

Oberhalb dieser Räume werden Videos — u. Schneetreiben, aber auch Aktionen der Protagonisten, projiziert. Daneben befindet sich eine freie Fläche, auf der ein Kinderpaar tanzt, sich Arbeiter zusammenfinden und wo sich die Erscheinung des ermordeten Boris mit seinem Sohn Sinowi trifft. Mitunter fällt es schwer, den Überblick über die gleichzeitig ablaufenden Aktionen zu behalten. Nadine Lehner verkörpert eine beeindruckend glaubhafte Katerina Ismailowa.

Sie singt und spielt die anspruchsvolle Rolle mit unglaublicher Bühnenpräsenz. Sicher beherrscht sie die verhaltenen lyrischen Passagen wie auch die dramatischen Ausbrüche.

Ihr wird eine durch die Regie deutlich aufgewertete Aksinja zur Seite gestellt. Aus der Nebenrolle entwickelt die Bremer Interpretation eine Vertreterin der niederen Gesellschaftsschicht, die mit der altrussischen Tradition der Heilkraft in Berührung steht.

Gestisch kommentiert sie die Handlungen der Katerina und verkörpert die einzige wirklich empathische Rolle. Der alte Zwangsarbeiter, in dessen Gestalt sich Schostakowitsch am Ende der Oper mit seinem Kommentar an das Publikum wendet, wirkte auf mich in Bremen hingegen eher distanziert.

Chris Lysack als Sergej und Patrick Zielke als Boris und auch Alexey Salyapin als schwächlicher Sinowi überzeugen ebenfalls stimmlich und darstellerisch. Die Spielfreude aller Darsteller wirkt ansteckend und vermittelt sich dem Publikum. Yoel Gamzou beherrscht das gewaltige Orchester. Mitunter malt er freilich mit einem etwas breiten Pinsel.

Einige Details gehen im kompakten Orchesterklang unter. Armin Petras traut der Komposition und verzichtet darauf, was die Musik detailfreudig illustriert, auf der Bühne vorzuführen.

Dies empfand ich als erfreulich, da durch die optische Zurückhaltung Peinlichkeiten oder gar unfreiwillige Komik vermieden werden. Ihm gelingen eindrucksvolle Szenen. Ausgesprochen ärgerlich sind allerdings die eigenwilligen und geradezu brutalen Eingriffe in die Struktur des Werkes.

Bei Barockopern können Kürzungen sinnvoll sein — bei musikdramatischen Werken des Jahrhunderts verfälschen sie das Werk. Warum man sich in Bremen entschloss, wichtige, für das Verständnis der Handlung erforderliche Szenen zu streichen und zum Teil durch gesprochene Dialoge zu ersetzen, vermag ich nicht nachzuvollziehen. Konnte man die Rollen des Popen, der Aksinja und des Polizeichefs sängerisch nicht adäquat besetzen? Schlüsselszenen gingen dabei eher beiläufig unter, z.

Hier deutet sich bereits an, dass Katerina dem "Rudelführer" bei der Vergewaltigung der Aksinja verfallen ist, was dem Schwiegervater nicht entgeht. Die Musik, die diese Ambivalenz zwischen der Zurechtweisung Sergejs und der Faszination für ihn hörbar macht, fehlt jedoch.

Eigenwillig ist die Platzierung der Pause unmittelbar nach der Passacaglia mit ihrer gewaltigen Orchesterklimax, die eigentlich vom Tod des Schwiegervaters zur Liebeszene mit dem aus dem Gewahrsam befreiten Sergej überleitet. Diskutabel und interessant finde ich, dass Armin Petras bei der Exkulpierung der Katerina Ismailowa selbst über die spürbare und in Musik gekleidete Zuneigung des Komponisten hinausgeht. Eigentlich begeht Katerina keinen Mord — zumindest habe ich keinen gesehen.

Wer das Gift unter die Pilze gemischt hat, war nicht recht zu erkennen. Wenn ich es richtig wahrgenommen habe, hätte es auch Aksinja gewesen sein können. Katarinas Ehemann Sinowi wird wie in der Partitur als unbeholfener Schwächling gezeichnet, hier ist er überdies auf ein Beatmungsgerät angewiesen was er offenkundig während seiner Abwesenheit bei der Inspektion der weit entfernt liegenden Mühle nicht benötigt. Dieses Handicap enthebt Katerina der nun unausweichlichen Mordtat.

Als Sinowi bei der Auseinandersetzung nach seiner unverhofften Heimkehr einen Asthmaanfall erleidet, enthalten ihm die Liebenden den Griff zum rettenden Sauerstoffschlauch vor. Nach der unterlassenen Hilfeleistung entsorgen die Beiden den Leichnam in der Biotonne. Ausgerechnet dort vermutet dann der Schäbige einen guten Tropfen, um seiner Alkoholsucht zu frönen.

Wer sich nun auf die köstliche Szene freut, in der die sich langweilenden Polizisten den Dienst und ihre schlechte Bezahlung beklagen sowie darüber nachdenken, welchen Vorwand sie finden könnten, um auch ohne Einladung von der Hochzeitsfeier bei den Ismailows zu profitieren, wird bitter enttäuscht. Ohne Umschweife platzt der Schäbige in die Diskussion mit dem Nihilisten über die Seele der Frösche, die anderenorts gern übersprungen wird.

Es ist schwer zu verstehen, dass ausgerechnet die Satire auf den Obrigkeitsstaat und die allgegenwärtige Korruption, die zu den musikalischen und textlichen Highlights der Oper gehört, einfach gestrichen wird.

In dem folgenden Zwischenspiel eilen die mit sichtlicher Freude agierenden Polizisten zu der in hektischen Videosequenzen gezeigten Hochzeit. Bei ihrer Ankunft ist die Hochzeitsgesellschaft bereits zum Standbild erstarrt, lediglich das Hochzeitspaar erwacht angesichts der bevorstehenden Verhaftung aus der Starre. Auch die gewaltige Chorszene mit dem besoffenen Popen fiel der unerklärlichen Streichwut zum Opfer.

Aksinja, die in der Inszenierung als proletarisches Alter ego von Katerina fungiert und die in dieser Deutung als einzige zu Empathie fähig ist, tritt mit einem Akkordeon vor die Bühne und stimmt ein mir unbekanntes Lied an, das dann durch den Chor aufgenommen wird.

Dieser stilistische Bruch bildet die Überleitung zum Vierten Akt. Die vom Chor der Verbannten aufgenommene Klage des alten Zwangsarbeiters über die unmenschlichen Verhältnisse wird ergreifend gestaltet und sorgt für Gänsehaut. Auch szenisch gelingen eindringliche Momente. Die Handlung endet, bevor Katerina sich gemeinsam mit Sonjetka umbringen kann. Beim Publikum lassen die ausgewogene Altersstruktur und das Interesse auf Neues für die Institution Musiktheater hoffen.

Wie den Pausengesprächen zu entnehmen war, dürfte es für die meisten Zuschauer die erste Begegnung mit dem Werk gewesen sein. Deshalb empfand ich den sehr eigenwilligen Umgang mit der musikalischen Struktur des Werkes als bedauerlich und irreführend.

Auch in der Reihe der Übertragungen von der Metropolitan Opera wurde sie schon zweimal berücksichtigt. Da kann man dankbar sein, dass das Bremer Theater das herrliche Werk jetzt auf den Spielplan gesetzt hat. Die Geschichte handelt von der Nixe Rusalka, die unbedingt ein Mensch werden will, weil sie sich in einen Prinzen verliebt hat. Von ihrem Fluch kann sie nur durch den Tod des Prinzen befreit werden.

Sie bringt das nicht übers Herz, aber der Prinz, inzwischen von Sehnsucht nach Rusalka erfüllt, folgt ihr freiwillig in den Tod. Man sieht nur einen schäbigen Dachboden mit Wasserflecken an der Decke und Tapeten, die sich von den Wänden lösen. Für das Schloss des Prinzen kommen ein Sofa und eine Stehlampe auf die jetzt in etwas freundliches Licht getauchte Bühne. Aber letztlich bleibt es doch der unwirtliche Dachboden. Rusalka will sich von ihrer Kindheit für die steht symbolisch dieser Dachboden lösen und den Entwicklungsschritt zur jungen Frau vollziehen, wobei der Vater sie aber nicht gehen lassen will.

Rusalka kommt natürlich nicht in der Welt des Prinzen zurecht. Beide sitzen beziehungslos auf besagtem Sofa. Vor seinen Annäherungen schreckt sie zurück. Wenn der Prinz sich mit der signalrot gekleideten Fürstin vergnügt und die Hofgesellschaft das Hochzeitskleid für Rusalka präsentiert, wirkt das fast zynisch.

Das Hochzeitskleid presst sie bei ihrer Rückkehr als Relikt ihres verlorenen Glücks fest an sich. Rusalkas Sprachlosigkeit deutet Mahler als ein Trauma; die fremde Fürstin, die den Prinzen verführt, ist hier die personifizierte Angst Rusalkas.

Die Hexe kann als böse Stiefmutter gedeutet werden. Der Schluss sieht bei Mahler anders aus als im Original: Den Todeskuss gibt Rusalka nicht dem Prinzen sondern dem Wassermann.

Das bedeutet ihre endgültige Befreiung. Mahler setzt ihr Konzept aber mit so ausgefeilter Personenführung und schlüssiger Aktion um, dass diese Umdeutung durchaus funktioniert. Zudem kann man sich über durchweg ausgezeichnete Sängerleistungen freuen: Die seelischen Nöte verdeutlicht sie mit sehr nuanciertem Spiel. Nadine Lehner ist als Fürstin eine elegante Verführerin der Sonderklasse - stimmlich und auch Kraft ihrer Bühnenpräsenz. Romina Boscola ist eine ebenso herzlose wie dämonische Hexe, mit imponierendem Mezzo und einer Ausdrucksintensität, die an eine Ortrud denken lässt.

Hinter seiner Maske des Biedermanns lauern Abgründe. Luis Olivares Sandoval begeistert als Prinz mit warmer, ergiebiger Tenorstimme. Der Jäger ist bei Loren Lang gut aufgehoben. Nicht zu vergessen ist die gute Leistung des von Alice Meregaglia einstudierten Chores. Hartmut Keil , der neue 1. Kapellmeister, überzeugt am Pult der Bremer Philharmoniker ohne Einschränkung. Er wendet sich gegen Absolutismus, Dogmatismus und Dummheit. Gleichwohl sah Leonard Bernstein in dieser Vorlage eine reizvolle Möglichkeit, dem selbstzufriedenen Amerika der Ära Eisenhower mit seinen politischen Verhältnissen McCarthy eins auszuwischen.

Schon bei der Uraufführung Boston merkte die Kritik an, das Musical müsse drastisch gekürzt werden, vor allem im zweiten Akt. In Bremen wurde eine entstandene Fassung von John Caird gespielt, die insbesondere den philosophischen Gehalt wieder mehr in den Mittelpunkt rückt. Und Bernsteins feinsinnige, oft zündende Kompositionen mit ihren rhythmischen Finessen, die er für diese Musiksatire in bester Tradition eines Arthur Sullivan ersann, entzückten ohne Einschränkung.

Er verzichtet darauf, die im gefühlten Sekundentakt wechselnden Schauplätze auch nur ansatzweise zu bebildern. Das Herzstück der von Jil Bertermann gestalteten Bühne ist eine riesige Spiegelwand im Hintergrund, mit der die Inszenierung geradezu zaubert.

Diese Spiegel werden laufend verändert: Sie scheinen zu zerspringen, formen räumliche Gebilde oder setzen sich wieder zusammen. So entstehen, auch dank perfekter Lichtregie Christian Kammermüller , immer wieder neue Ansichten und Eindrücke. In dieser Inszenierung macht Candide sogar einen Ausflug ins Weltall. Mit den Spiegeln wird das Schweben der Astronauten perfekt vorgegaukelt. Die Naturgewalten werden zusätzlich durch akustische Effekte imaginiert.

Der Garten, in den sich Candide und Cunegonde zurückziehen wollen, ist allerdings ein Stacheldrahtverhau - nicht gerade ein Zeichen von Optimismus.

Es ist eine Inszenierung, bei der man gut unterhalten wird und der Tiefgang der Gedanken trotzdem zu seinem Recht kommt. Die vielen gesprochenen Texte, die man auf der Textanlage gar nicht so schnell verfolgen kann, in englischer Sprache zu bringen, grenzt schon an Arroganz. Die Absicht, den philosophischen Gehalt mehr in den Vordergrund zu rücken, wird dadurch völlig konterkariert.

Man musste sich entscheiden: Bühne oder Textanlage - entweder oder. Dies ist ein entscheidendes Manko der Produktion.

Dadurch wird einiges an Wirkung verschenkt. Musikalisch ist alles bestens. Wenn man von der Ouvertüre absieht, die man schon pfiffiger und eleganter gehört hat, können die Bremer Philharmoniker unter Christopher Ward durchgängig überzeugen. Die Titelpartie, diesen amerikanisch-französischen Simplicissimus, singt Christian-Andreas Engelhardt , dem hier eine seiner besten Leistungen gelingt.

Die zentrale Rolle des Dr. Pangloss, dem für Leibniz stehen Hauslehrer Candides, wird von dem Schauspieler Holger Bülow gestaltet, der der Rolle Züge eines dämonischen Mephisto verleiht und zudem respektable gesangliche Fähigkeiten entwickelt. Sein Gegenspieler Voltaire, der als Erzähler und Spielmacher wirkt und auch in die Handlung eingreift, findet in Moritz Löwe einen suggestiven Interpreten.

Gesungen wurde in russischer Sprache. Armin Petras arbeitet in seiner insgesamt dem Werk angemessenen Regie in zwei Ebenen: Gleichwohl - es ist oft zu viel des Guten und lenkt von der durchweg spannenden Personenführung ab.

Die Bühnenbilder von Susanne Schuboth sind sehr unterschiedlich und wechseln sehr häufig. Petras gelingt die Charakterisierung der Personen eindringlich: Katerina, die sich langweilt und nach körperlicher Liebe sehnt, ihren Schwiegervater Boris als aufgeblasenen und rücksichtslosen Machtmenschen, den Arbeiter Sergej als schwanzgesteuerten Egomanen.

Bei den drastischen Szenen wie der Vergewaltigung oder der Auspeitschung von Sergej geht die Regie schonungslos zur Sache, findet im Schlussakt aber auch zu stillen, berührenden Bildern.

Zur Sache geht auch Yoel Gamzou mit den Bremer Philharmonikern, der die Expressivität der Musik fast nur mit Fortissimo-Gewalt, dabei aber temporeich und rhythmisch umsetzt.

Zumindest im ersten Teil wird jedenfalls alles ins Extreme getrieben. Im zweiten Teil findet Gamzou dann zu einer differenzierteren Lesart, bei der es auch mal zu ruhigerer Gangart mit Piano-Kultur kommt. Eine ausgezeichnete Leistung erbringt der Chor Alice Meregaglia. Die Titelpartie wird von Nadine Lehner gestaltet, die schon allein mit ihrer ausgeprägten Persönlichkeit überzeugt.

Ihren ausdrucksvollen Sopran führt sie, ganz im Sinne der Rolle, bis an schrille Grenzen, kann aber im letzten Akt auch innige und warme Töne liefern.

Chris Lysack singt den Sergej mit eher robustem Tenor. Geschmeidiger klingt da Alexey Sayapin als verschmähter Ehemann Sinowi. Die beeindruckendste Leistung liefert Patrick Zielke als Boris. Sein runder, dunkler Bass sorgt für Gänsehautmomente. Unvergessen sind im norddeutschen Raum die Produktionen in Oldenburg und Bremerhaven , bei denen fulminantes Totaltheater geboten wurde. Ähnlich geglückt ist in Bremen leider nur die musikalische Seite.

Und das ist in erster Linie Olof Boman und den Bremer Philharmonikern zu danken, die aus dem halb hochgefahrenen Orchestergraben musizieren. Die reiche Erfahrung, die Boman mit Barockmusik hat, ist in jedem Takt spürbar. Boman sichert der Musik Purcells Farbenreichtum und Individualität. Die kleine, mit Barockinstrumenten angereicherte Besetzung der Philharmoniker erweist sich dabei als bestens aufgestellt und an allen Pulten sehr kompetent.

Allein die schmetternden Trompeten sind für sich schon ein Ereignis. Das kann man über die Inszenierung von Robert Lehniger leider nicht sagen. Die Bühne ist eine sterile Raumlandschaft und soll eine Art Schlaflabor darstellen.

Die Gesangspartien sind den Elfen zugeordnet. Und der von Alicia Meregaglia einstudierte Chor überzeugt mit einer hervorragenden Leistung. Und die Posse um Pyramus und Thisbe, die eigentlich von den Handwerkern aufgeführt wird, gerät hier zu einer reichlich albernen Einlage, bei der der Schwanz eines Löwen zur tödlichen Waffe wird. Charme, Erotik, Phantasie und zauberische Stimmung sind Zutaten, die dieser Inszenierung völlig fehlen.

Da hilft auch die manchmal aparte Lichtregie von Christian Kemmetmüller nicht mehr viel. Am Ende ist das Kind, um das sich Titania und Oberon streiten, erwachsen. Beider Traum scheint es zu sein, sterblich zu werden. Diese Inszenierung macht die Aussage nicht nachvollziehbar. Zwingend ist das nicht - Hauptsache anders. Dabei ist der Trick eigentlich gut ausgedacht: Dieser Übergang zwischen den ohne Pause gespielten Opern ist glänzend gelungen.

Aber um welchen Preis! Ton und Bild sind dabei immer um Sekundenbruchteile auseinander, was auf Dauer störend ist. Auch die Textanlage versagte anfangs für längere Zeit. Lang ist für den alternden Michele eine gute Besetzung, er gestaltet die Partie sehr differenziert und glaubwürdig.

Wenn sich seine Stimme mit der von Patricia Andress im Liebesduett vereint, bleiben kaum Wünsche offen. Wohl aber an die musikalische Leitung von Hartmut Keil , denn Puccinis feine, raffinierte Stimmungsmalerei geht in seiner Einheitslautstärke ziemlich unter. Erst im dramatischen Schluss kann Keil überzeugen. Aber vielleicht ist der zwiespältige Eindruck auch ein wenig der Regie anzulasten, denn die Sänger sind oft so ungünstig postiert, dass es zu Lasten der Balance zwischen Stimmen und Orchester geht.

Aber bei Berger hat Donati seinen Tod nur vorgetäuscht, um die Reaktion seiner Verwandten hier des Filmteams zu testen. Gleichwohl spielt sich die Komödie turbulent und mit viel Aktion ab, auch wenn man den feineren Witz vermisst. Und die Schlussworte des Gianni Schicchi werden diesmal Buoso Donati überlassen, allerdings hier recht belanglose ohne den Bezug zu Dante. Seine Wiedergabe hat Tempo und Drive. Seine lässige und spitzbübische Lesart der Partie kann darstellerisch und stimmlich überzeugen.

Loren Lang ist hier der ehrwürdige Simone. Das insgesamt spielfreudige Ensemble ist in beiden Opern eingesetzt, was ja dem Regiekonzept auch entspricht. Begeisterter Beifall für die Sänger, für die Regie gab es auch ein paar Buhrufe. Und er ging mit dem Stoff sehr frei um.

Die erste Szene spielt in Ungarn - und das nur, um den effektvollen Ungarischen Marsch einfügen zu können. Auch das Ende wird zu Gunsten einer opulenten Höllenfahrt verändert: Wer einen logischen Handlungsfaden für diese Inszenierung sucht, wird scheitern. Es sind die Bilder, die in Kombination mit der Musik ihre besondere Wirkung entfalten. Ein Steg führt vom Bühnenrand bis weit in den Zuschauerraum. Dort befindet sich Faust, der rastlos hin und her trippelt, gefangen in tiefster Depression.

Dabei wird er von zwei Handkameras gefilmt und die Bilder werden auf eine Leinwand auf der Bühne projiziert. Faust hängt am Sauerstoff-Tropf: Er trägt einen Behälter mit einem Bonsai-Bäumchen auf dem Rücken und wird so mit Sauerstoff versorgt. Nach seinem Selbstmordversuch wird er in einer Klinik behandelt. Das kommt hier einer rituellen Waschung gleich. Überhaupt Klinik - in dieser Irrenanstalt scheint sich zunächst alles nur in Fausts Kopf abzuspielen.

Es ist so wie bei Jekyll und Hyde. Auerbachs Keller gibt es nicht. Die Figur des Brander kraftvoll Christoph Heinrich mutiert hier zu einer knallbunten, skurrilen Putzfrau in der Klinik.

Dazu gehört auch die Chorführung von Dittrich, der die Sängerinnen und Sänger mitunter auf den Seitengängen oder auf besagtem Steg auftreten lässt. Das erzeugt oft ein berückendes Klangerlebnis. Marguerite im silbernen Latexanzug bewegt sich zunächst wie eine Schwester Olympias als roboterhafte Puppe, die an Blüten abzählend zupft. Ihre Liebe zu Faust und seine zu ihr ist nur imaginär. Beide kommen nicht zusammen, sondern projizieren ihre Gefühle nur auf das Bild des anderen.

Eindrucksvoll sind die gelungenen Schattenspiele mit Requisiten wie etwa einem Spinnrad. Aber Dittrich arbeitet auch viel mit Videos und Projektionen, bei denen die Gefahr der Verselbstständigung nicht von der Hand zu weisen ist.

Vieles ist arg verrätselt und vielleicht etwas überzogen. Aber immer finden die Brüche in der Musik ihre Entsprechung in der szenischen Umsetzung. Musikalisch ist die Aufführung in jeder Phase beeindruckend gelungen.

Markus Poschner hätte den Bremern vor seinem Wechsel nach Linz kein schöneres Abschiedsgeschenk machen können. Poschner lässt die Musik von Berlioz quasi von innen leuchten. Was er hier mit den Bremer Philharmonikern an Klangfarben, an Durchsichtigkeit und an ausgewogener Dynamik realisiert, ist der reinste Glücksfall.

Das gilt auch für die von Alice Meregaglia einstudierten Chöre, die bei ihrer umfangreichen und zentralen Aufgabe über sich selbst hinauswachsen. Chris Lysack überzeugt als Faust mit rundem, klangschönem Tenor. Auch wenn im späteren Verlauf der Aufführung ein paar Töne etwas steif angesetzt werden, ist dies eine seiner besten Leistungen in Bremen.

Hoffmann und Niklausse befinden sich hier auf einer Silvesterparty, von der es drei Variationen gibt. Castagnola arbeitet mit elektronischen Klängen, die unter der Leitung von Tommaso Lepore live gespielt werden. Hämmernde Rhythmen oder Orgelklang, Geräusche und Melodiefetzen wechseln sich ab. Offenbachs Musik wird dabei als Steinbruch benutzt. Aber es sind doch einige von Offenbachs Arien, die den musikalischen Fortgang bestimmen, wenn auch in verfremdeter Art.

Die Barcarole erklingt teilweise als Vocalise und wird mit der Spiegelarie gekoppelt. Alle drei Szenen markieren Party-Ende. Ein langer Tisch bestimmt das Bühnenbild von Nanako Oizumi.

Hoffmann scheint im Alkohol- oder Drogenrausch zu sein. Seine Erinnerungen an die tatsächlichen Ereignisse der Silvesternacht sind verschwommen. Aber immer bleibt seine Annäherung an die drei Frauen ohne Erfüllung.

Zuletzt verlässt ihn auch Nicklausse, um sich mit Dapertutto zu vergnügen. Regisseur Handschuh hat die unwirkliche Atmosphäre der Szenen gut eingefangen. Dennoch - ein Abend, an dem vorwiegend Insider ihre Freude haben dürften. Das Werk wurde erst uraufgeführt. In Bremen wird die reduzierte Fassung von gespielt. Leider fehlt auch die lange, sehr reizvolle Ouvertüre. Dann trifft Simplicius auf einen Einsiedler, der ihn väterlich erzieht.

Als Narr kann er ungestraft die Wahrheit sprechen und sein Gleichnis vom Lebensbaum entwickeln, bei dem die Schwachen die ganze Last tragen. Gouverneur, Hauptmann und Landsknecht, die Symbolfiguren der Unterdrückung, werden am Schluss von den Bauern umgebracht. Nur Simplicius wird verschont. Regisseurin Tatjana Gürbaca hat dieses Antikriegsstück in sehr eindrucksvoller Weise umgesetzt. Das Orchester sitzt in Parketthöhe, die Bühne von Klaus Grünberg besteht aus einer Holzwand mit einem kreisrunden Loch, in dem die Aktionen stattfinden.

Darunter ist ein breiter Spalt, durch den man zunächst Wolkenkratzer und später Totenköpfe sieht. Dieses einfache wie wirkungsvolle Bühnenbild ist sehr passend für das Werk, das ohnehin an das Brechtsche Theater anknüpft. Die Charaktere werden holzschnittartig gezeichnet, fast wie die Figuren eines Kaspertheaters.

Nur Simplicius ist davon ausgenommen, er ist stets ein Mensch, wenn auch noch ein unwissend staunender. Ein Totentanz von skurrilen Gestalten steht für den Spuk des Krieges. Die ruhige Szene mit dem Einsiedler wirkt dazwischen wie eine Oase des Friedens, in der sich auch der Tod, nämlich der des Einsiedlers, im Einklang mit der Welt vollzieht. Die Musik von Hartmann ist vielschichtig und spielt mit verschiedenen Anlehnungen, vor allem an Bach, Prokofieff oder Strawinsky.

Beim Tod des Einsiedlers wird ein jüdisches Lied zitiert. Clemens Heil und die mit fünfzehn Musikern besetzten Bremer Philharmoniker setzen die stilistische Vielfalt der Partitur mit kammermusikalischer Delikatesse um. Besonders eindringlich gelingen die Zwischenspiele. Die teilweise im Publikum platzierten Choristen verstärken dabei mit ihren gesummten Passagen den Ausdruck tiefster Trauer.

Marysol Schalit ist ein Simplicius mit klarer, leuchtender Stimme und sehr guter Diktion. Ihre Darstellung macht die Entwicklung vom naiven Knaben zum klar sehenden Humanisten deutlich - ein moderner Parsifal, wenn man so will. Die Sprechrolle wird von einem Jungen Max Geburek eindringlich gestaltet. Das ist famos gelungen. Insgesamt ist diese hochkarätige Produktion sehr zu empfehlen, nicht zuletzt auch, weil sie ein überzeugendes Plädoyer für Humanismus und eine bessere, menschlichere Welt ist.

Jetzt hat der Schauspielregisseur Alexander Riemenschneider die populäre Märchenoper inszeniert. Es ist seine erste Arbeit für das Musiktheater. Herausgekommen ist eine Umsetzung mit vielen Stärken und kleinen Schwächen.

In den geschlossenen Vorhang ist eine Mini-Guckkastenbühne integriert. Ein geheimnisvolles Echo antwortet. Die Frage kann auch so verstanden werden, ob es einen Gott gibt. Während der Ouvertüre sind eine mit Wunderkerzen garnierte Torte zu sehen und Hänsel, der sie gierig verschlingt. Es kommt leider immer häufiger vor, dass Regisseure schon die Ouvertüre bebildern und der alleinigen Wirkung der Musik misstrauen. Aber hier hält es sich in Grenzen.

Der erste Akt spielt auf weitgehend kahler Bühne. Hänsel und Gretel necken sich ziemlich handgreiflich. Bei der Szene zwischen Vater und Mutter spürt man den Schauspielregisseur: Sehr gelungen ist die märchenhafte Phantasiewelt des 2. Schattenriss-Effekte und malerische Farben entführen in eine Traumwelt. Dort tauchen allerdings nicht die berühmten vierzehn Engel auf, sondern eine bunter Schar skurriler Figuren, die von einer Art Feenkönig angeführt werden.

Eindrucksvoll ist auch der Auftritt von Sandmännchen und Taumännchen im goldenen, dann silbernen Glitzeranzug. Etwas Kitsch gibt es trotzdem. So richtig zum Fürchten ist sie nicht, aber eine unheimliche Aura strahlt sie dennoch aus. Das Böse ist eben nicht auszurotten. Die musikalische Leitung lag in den Händen von Daniel Mayr , der mit den Bremer Philharmonikern ein durchweg flottes Tempo anschlug, was der Musik sehr gut anstand. Seine Wiedergabe wird von klanglicher Opulenz und gleichzeitig feiner Differenzierung geprägt.

Ihr freches und lockeres Spiel macht die Figuren glaubhaft. Beim Abendsegen zeigt sich, wie gut die Stimmen harmonieren. Patricia Andress zeichnet die Mutter Gertrud als verhärmte, gefühlskalte Frau. Stimmlich hat er vor allem im letzten Akt allerdings etwas zu kämpfen. Iryna Dziashko sie ist auch alternativ als Gretel besetzt ist trotz verbesserungswürdiger Diktion ein attraktives Sand- und Taumännchen mit Jubelton in der Stimme.

Er schlug in seiner Inszenierung eher konventionellere Pfade ein, versah die Oper aber auch mit entbehrlichen Zutaten. So tritt denn ein Herr Guido Gallmann mit den Worten auf: Kein besonders guter, muss man hinzufügen, denn der Fluss der Handlung und der Musik wird dadurch oft unterbrochen.

Bei der Gewittermusik muss dieser Moderator, der auch als Ambrogio und Notar fungiert, einen Kampf mit seinem Regenschirm bestehen. Diese wie andere Szenen hatten einen Hauch von Stummfilm-Ästhetik.

Insgesamt setzt Talke in seiner Inszenierung mehr auf Klamauk, denn auf wirklich gewitzten Humor. Dafür gibt es viele Beispiele, etwa beim Ständchen des Grafen, bei dem die von ihm angeheuerten Musiker immer wieder polternd etwas fallen lassen.

Auch die Gesangsstunde mit dem falschen Basilio gerät reichlich albern. Wenn Doktor Bartolo über die Bühne stampft, werden am Klavier Akkorde angeschlagen, als wolle man das Nahen eines Dinosauriers untermalen. Man muss bewundern, wie exakt diese schwierigen Bewegungsabläufe ausgeführt werden, aber sie tragen keinen ganzen Opernabend. Auch die Bühnenausstattung von Barbara Steiner ist ständig in Bewegung.

Schon bei der Ouvertüre schweben kronleuchterartige Ornamente immer wieder hoch und runter, werden Vorhänge auf- und zugezogen und ein Sofa hereingerollt. Das war einfach zuviel des Guten. Das ist natürlich auch dem komischen Talent der Sänger zu danken.

Eine wunschlos überzeugende Leistung! Radde, der als Figaro oft wie ein zaubernder Magier daherkommt, gestaltet seine Partie sympathisch und mit markantem Bariton.

Später heiraten sie und bekommen eine Tochter. Dort finden sie ein halbzerfallenes historisches Gebäude, das sie kaufen. Katharina baut das Haus, eine mittelalterliche Priorität aus dem Mittelalter zu Wohnzwecken um. Selber kaum Geld, bekommt sie von Freunden Geld und macht später eine Stiftung daraus. Ihr Mann Freddy Drilhon zerbricht an diesem Haus, weil ständig daran gebaut wird und Katharina ihre ganze Zeit und Verantwortung opfert.

Freddy, selbst in misslicher Familie aufgewachsen und mit sechzehnjährig schon in U-Booten im Zweiten Weltkrieg traumatisiert, von seiner eigenen Familie abgelehnt, verfällt dem Alkohol und wird depressiv. Die Rettung ist, dass er in England nahe der Küste in einem Haus lebt. Nun geht es ihm ganz gut und er kann langsam seine Vergangenheit aufarbeiten.

Doch stirbt er plötzlich an Herzversagen. Für Katharina ist das eine Katastrophe. Er hat Zugang zum Familien-Archiv und porträtiert Katharina filmisch mit ihren wunderbaren Augen und macht daraus später den Film und das Buch über das Journalistenpaar. Er schrieb auch eine Biografie über Mani Matter. Im Zusammenhang mit Romainmotier kam mir in den Sinn, dass schon Fritz Jean Begert — , der legendäre Berner-Pädagoge, schlussendlich in Romainmotier landete und dort starb.

Seine genialen Ideen und Praxis in der Schule wären noch heute postmodern. Er liess die Schüler in der Natur, aber auch zuhause forschen, machte Gruppenarbeit, individualisierte.

In meiner Seminarzeit hörte ich einen pädagogischen Vortrag von ihm. Seine Frau, Beatrice, eine Griechin, die von Ihm Kinder hatte, verliess ihn, weil er alkoholkrank nicht mehr für sie sorgen konnte. Ich selbst besuchte sie dort und sie lud uns in ihr Haus in Griechenland, auf der Insel Hygeia, ein. Heute fuhr ich mit Kamila das erste Mal nach Romainmotier. Wunderbar die romanische Kirche, überhaupt das Städtchen mit den burgundischen Häusern. Wir besuchten das Haus von Katharina von Arx.

All die Säle aus dem Mittelalter und der Zeit der Bernerbesetzung sind noch erhalten. Man kann die Bibliothek der Katharina besichtigen und wir assen dort im Salon de The ein gutes vegetarisches Mittagessen mit Kuchen. Ein Naturstein mit einem Vollporträt. Rousseau lebte dort von bis Dazwischen war er noch auf der St. Dort botanisierte er und fand diese Zeit auf der Insel später die schönste seines Lebens.

Jean Jacques Rousseau ist für mich wichtig, weil er ein absoluter Gesellschaftskritiker war und der Meinung war, dass der Mensch gut ist bei der Geburt, aber durch die Gesellschaft schlecht gemacht wird.

Davon war auch sein junger Zeitgenosse Heinrich Pestalozzi überzeugt und wollte Kinder auf einem Bauernhof aufwachsen lassen. Das Kind braucht aber eine Autorität, aber eben eine geliebte, wie Rudolf Steiner darauf hinweist. Erst durch das wohlwollende Gehorchen als Übergangszeit, ist der Mensch langsam reif für die Selbsterziehung.

Dies zeigt auch Erich Fromm: Gehorchen ist Vorbedingung zum Freiwerden. So waren wir schon in Tschechien, Italien und Slowenien. Die ersten Tage waren wir in diesem Zentrum für biologischem Gartenbau. Sie betreiben dort den Geschäftssitz mit Tausenden Mitgliedern, denen sie Samen ausliefern oder tauschen.

Dazu bilden sie Garten-Meister aus, die in anderen Institutionen Laien anleiten um dort Gärten anzulegen, sie zu pflegen usw. In diesem Zentrum gibt es ein grosser Schaugarten, wo explizit gezeigt wird wie man z. Dieses riesige Gelände wird vorwiegend durch Freiwillige bearbeitet.

Gruppen von geistig und körperlich Behinderten oder Dementen werden dort auch betreut. Dann besuchten wir z. Zum Schluss fuhren wir in ein Hochsicherheits-Gefängnis, wo mitten drin ein wunderbarer biologischer Garten von Gefangenen gestaltet und bearbeitet wird.

Überall wo wir hinkamen, waren stets wieder diese Garden-Masters anwesend, die solche Projekte fachlich und organisatorisch betreuen. Das Leben dieser Persönlichkeit wurden so lebensnah erlebbar. Kamila und ich waren dann noch zwei Nächte in London, wo wir u. Wir lernten uns mit der U-Bahn fortzubewegen.

Wir waren erstaunt, wie man von London nach Paris, unter dem Ärmelkanal hindurch, nur zwei Stunden und ein Viertel Zeit braucht. Zurückgekehrt befassen wir uns mit der Einladung dieser Gruppe im September. Kamila will den Rosenhof-Park bis zu dieser Zeit auch noch weiter gestalten. Nach dem wunderschönen Sonnentag und der sternenklaren Nacht geht es mit Riesenschritten zur Tag- und Nachtgleiche am Durch den Tag überall Frühlingsblumen.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie die Krokusse, Tulpen und Osterglocken schnell da sind. Das sind eben Knollengewächse, die aus ihren vorbereiteten Knollen explodieren. Im Rosenhof haben wir eine Invasion von Saatkrähen. Ich zählte über dreissig Nester in den luftigen Höhen unserer hohen Rosenhofbäume. Sollen wir da geehrt sein? Oder geht uns ihr ständiges Gekreische auf den Wecker? Also eine Art Kommune, die aber ihr Schlafzimmer und Kinderaufzucht privat halten.

Gerne würde ich ihre Vogelsprache verstehen, um daran teilnehmen zu können, was sie den alles so kreischen. In der sternenhellen Nacht sah ich den prächtigen Orion, begleitet vom hellen Sirius links unten, den Zwillingssternen links oben und rechter Hand der Stier mit dem rötlichen Aldebaran, dem Auge des Stiers und den Pleijaden.

Im Osten der aufsteigende prächtige Löwe. Ungeachtet der tagespolitischen Situation, bewegen sie sich seit Äonen durch das Weltall. Uns zur Orientierung und Halt im Weltgetümmel. In der Stiftung konnten wir in der grossen Tellenhofwohnung ein Projekt etablieren. Die Frauen erlebten als Töchter einer Hausmutter das frühere Schlössli. Kamila ist voller Tatendrang im Rosenhofpark. Diese Sinneslehre Rudolf Steiners begleitet mich jetzt schon 60 Jahre.

Nächsten Dienstag verreisen Kamila und ich für zehn Tage nach England. Wir treffen dort unsere Freunde vom internationalen Garten-Therapie-Projekt. Julian wird auch dabei sein. Nächsten September kommt diese Gruppe ins Schlössli. Kamila plant schon jetzt das Treffen.

Nach Ostern sind wir wieder da. Tom verreist in einer Woche mit seiner Freundin für drei Wochen nach Indonesien. So verlassen wir unser Schlössli-Nest, um aber dann voller Welterfahrungen uns wieder für das Schlössli einzusetzten.

Vielleicht sind in den Krähennester schon hungrige Krähenjunge bei unserem Zurückkommen. Gott sei Dank müssen wir uns für diese Nachzucht nicht kümmern. Vor knapp einer Woche kam ich zurück aus Tschechien. Ich glaube, es ist mir gelungen, den Christusimpuls, jenseits des institutionellen Christentums, so wie ihn Rudolf Steiner darstellte, zu vermitteln. Ich gab einer neugegründeten Waldorfschule im Norden Tschechiens, in Litvinov, nähe Most, einen Vortrag über die geistigen Hintergründe einer Waldorfschule.

Kamila und ich besuchten ein Theater der Waldorfschüler des Lyzeums in Prag: Hier zeigte sich wieder die Innovationskraft der Waldorfschüler, natürlich unter der Leitung erfahrener Waldorflehrern.

Eisige Kälte erwartete mich bei der Ankunft in der Schweiz und bald viel Schnee, der jetzt noch haufenweise liegt. Es ist aber bereits wieder wärmer geworden. In dieser Woche gab es viele Besprechungen mit neuen Mietern. Wohnungen im Schlössli sind begehrt. Hier wird die historische Skandal-Geschichte des ausgehenden Karl wird in Rom verhaftet und ins Gefängnis gebracht, Lydia wird als geistesgestört in eine psychiatrische Klinik gebracht.

Obwohl später festgestellt wird, dass Karl nichts Kriminelles getan hat, ausser mit Lydia aus der Ehe zu flüchten, und das Lydia nicht psychisch krank war, hat der brutale politische und polizeiliche Eingriff die Beiden seelisch so zerrüttet, dass Karl sich das Leben nimmt und Lydia tatsächlich psychisch krank wird und ebenfalls willentlich aus dem Leben scheidet. Hintergrund ist das Prestigedenken eines Bundesrats und der Reichtum der damaligen reichsten Schweizerin, seiner Schwiegertochter Lydia.

Ein menschliches Drama im Zusammenhang mit Repräsentanten der Schweiz. Da ausser uns niemand dazu gefunden hatte, unterhielten wir uns über den Achter-Rhythmus und seine Themen. Ich hatte für diesen Anlass einen Text zur Acht verfasst:. Acht-tung die Acht kommt. Habt Acht und Achtung vor der Acht. Die Achtung vor der Schöpfung, ein höchstes menschliches Gebot. Aus der bewegenden sieben-gliederige Planetensphäre gelangen wir zur ruhenden Kristallkugel des Fixsternhimmels.

Planetarische Bewegung wird Bild, Sternbild. Im achtgliederigen Pfad erreichen wir das achtspeichige Rad des Glücks.

In der Acht haben wir die erste Kubikzahl 2. Die Templerburgen haben alle acht Ecken. Auferstehungstag heisst das leere Grab am Ostermorgen zu erklären: Die Materie verschwindet in der Ätherisierung, ein Menschheitstraum.

Zahlenmystisch addiert sich der der Name Jesous auf Die achte Karte des Tarot heisst Gerechtigkeit. Der Mensch wird auf die Waage des Gerichtes gestellt.

In der Oktave entsteht auf der halblangen Saite die Verdoppelung der Tonhöhe. In der Acht erfahren wir die Wiederholung einer Ganzheit, aber auf höherer Ebene. Die Spirale als Wiederholung, aber eben hinauf in die Ewigkeit: Die Drei zeigten virtuos, was aus Instrumenten herauszuholen ist - wenn man sie mit Können, Intensität und Emotionalität spielt.

Hier wurde wieder einmal manifestiert, was der Jazz zu bieten hat im modernen Bewusstseinsleben: Das braucht ein Lauschen auf sich selber, aber eben auch auf den Andern. Das Ich und das Du sind Impulsgeber und bilden ein Gesamtkunstwerk.

So sollten auch Gemeinschaften funktionieren. Der Mensch ist erst als Künstler sozial und individuiert. Es geht darin um die existentielle Aufgabe des Journalismus. Man schaut den Machern von Radio und Printmedien zu, wie sie arbeiten. Eindrücklich wie sie organisiert sind, wie Teams zusammen arbeiten, ständig unter dem finanziellen Druck der Verlagshäuser.

Dieses Engagement für gute Öffentlichkeitsarbeit ist erstaunlich. Es werden Dutzende Porträts von Frauen und Männer dieser Sparte gezeigt - sie ringen um menschliche Werte, um die Frage, was dem eigentlichen Leser und Hörer zumutbar ist. Wertvoll sind all die Statements, die authentisch und frisch wirken. Bei der Einführung zum Film äusserte sich der Regisseur, dass es vor allem um die innere Haltung geht. Die kann nicht äusserlich gemessen werden. Da kam mir ein Text von Jean Gebser in den Sinn:.

Anstelle der Hektik tritt die Stille und das Schweigen-Können; anstelle des ausschliesslichen Ziel- und Zweckdenkens tritt die Absichtslosigkeit; anstelle des Machtstrebens tritt Hingabe und echte Liebesfähigkeit: Diese Haltung spürte ich auch vom Regisseur. Es zeigt eben gerade diese menschliche Haltung, die immer nur exemplarisch dokumentiert werden kann.

Viele potentielle Mieter haben sich gemeldet. Darunter auch Viele, die der Stiftung neue Impulse geben werden. Die vorige Nacht war einmal wieder im Seeland ein wunderbarer Sternenhimmel: Am Abend um Dann der Reigen folgender Sternbilder von West nach Ost: Widder, Stier mit den Plejaden, Zwillinge mit dem Prokyon, die feinen Krebssterne, der machtvolle Löwe, langgezogene Jungfrau mit Spika und die harmonisierende Waage mit dem hellen Jupiter.

Dann leuchtete der Grosse Waagen rechts vom Polarstern und links die Kassiopeia. Dort werde ich Kamila treffen. Dieses Thema habe ich noch nie so explizit unterrichtet. Ich hoffe ich kann der Anfrage genügen. Dann fahre ich nächste Woche in den Norden von Tschechien, nach Most. Dort besteht ein Waldorfkindergarten. Sie möchten weiter eine Waldorfschule gründen und ich soll ihnen dabei helfen. Februar bin ich wieder Ins. Schon sind die Tage länger. Vor allem merklich am Abend.

Sehr schöne Sonnenuntergänge über dem Neuenburgersee. Es ist zwar etwas kälter geworden. Es knospet in den Sträuchern und Bäumen. Noch verhalten und doch mit unwiderstehlicher Kraft. Die Pflanzen wollen wiedergeboren werden. Ich spüre selbst wie es mich nach dem Frühling drängt. Obwohl ich weiss, dass es noch viel Geduld braucht, bis es wirklich Frühling wird und es Vielen noch nicht genug Winter war.

Mich drängen Zukunftshoffnungen, dass sie verwirklicht werden können. Manchmal habe ich ein Sehnen in meiner Brust und bin ungeduldig: Jahrzehnte lang haben die Gedanken darüber geschlafen, lagen träumend in meiner Seele. Dann griff ich das Thema Wärme in den letzten Jahren wieder auf. Noch vor ein paar Wochen glaubte ich immer noch, dass es bis zu einer Buchveröffentlichung Jahre braucht. Dann der unfreiwillige dreiwöchige Aufenthalt ganz alleine in Prag wegen meiner Zahngeschichte.

Nun wird das fertige Manuskript bei Vanda Messerli-Bolek korrigiert, die schon alle meine früheren Bücher druckfähig gemacht hat. Mit dem Verleger habe ich auch gesprochen: Noch ist nicht alles entschieden, doch sieht es aus, als dass mein Büchlein knospend drängt, als Blatt und Blüte den Frühling zu erreichen.

Die künstlerischen Leistung der Einzelnen, aber auch in der Choreografie war hochwertig. Schon sind wir in der Hölle des Zappens. Doch das Höllische zuweilen verwirrend, auch freundlich und liebevoll. Neue Mieter werden für Wohnung und Klassenzimmer gesucht. Hoffnungen eine Schule für TimeoutschülerInnen bei uns zu haben, sind verflogen.

Viele Inserate sind publiziert. Vielleicht gibt es ein kreativer Neuanfang. Auch so eine Frühlingshoffnung. Es sei hier also noch präsentiert:.

Doch zeigt er das mondäne Leben der damaligen russischen Aristokratie. Nun habe ich den Roman Seiten neu gelesen und bin unglaublich beeindruckt vom Kosmos der russischen Seele. Tolstois Meisterwerk ist ein Bildungsbuch der Weltliteratur und gleichwertig wie etwa der Faust Goethes. Er enthält unendlich viele Facetten der menschlichen Seele. Wie in Dostojewskis Werke eine Tiefen-Psychologie! Doch er beinhaltet auch alle Aspekte der Ideologien, der Ökologie, der Volksbräuche usw.

Dieses Werk ist eine Recherche des russischen Lebens und der russischen Gesellschaft, vorwiegend in adeligen Kreisen am Ende des Literarisch ist darin die Tragödie der liebenden und hassenden Anna Karenina als roter Faden enthalten.

Es spiegelt die Seele einer Frau, die als Gattin eines älteren, seelisch verschlossenen Autokraten, plötzlich die Chance einer Feuer entfachenden Liebe ausserhalb der Ehe spürt und sich das Recht nimmt zu lieben. In Petersburg angekommen wird die Fürstin von ihrem Sohn abgeholt.

Es ist der Fürst Wronski. Der ist augenblicklich von Anna eingenommen und fragt sie, wo er sie treffen könne. Anna zuerst noch zögerlich, ist zurückhaltend. Und doch das Feuer ist angezündet, dass Anna zuerst in Liebesglut bringen wird und später zum Selbstmord. Wronski versucht sie überall zu treffen.

Entscheidend ist der adeliger Ball, wo sie tanzend sich finden. Dieser Ball ist aber der Verknüpfungspunkt des ganzen Romans. Lewin will eigentlich Kitty einen Heiratsantrag machen an diesem Ball. Doch Kitty hofft noch auf Wronski, der ihr Hoffnungen machte und sie weist Lewin zurück.

Nun hat Wronski eine andere Frau gefunden. Und Kitty ist enttäuscht. Ebenfalls Lewin, der sich zurück zieht. Und es braucht eine Weile im Roman, bis die beide sich doch finden und heiraten. Es ist eine Art Parallelgeschichte dieser zwei Paare: Bei Anna und Wronsky brennt die Liebe von Anfang an lichterloh und verbrennt.

Bei Kitty und Lewin geschieht die Annährung zögerlich aber dafür nachhaltig. Also, dass an diesem Ball Anna und Wronski sich öffentlich verbinden und damit eine andere Prinzessin, die Kitty, aushebeln, die bisher als Partie mit Wronski galt, lässt im Roman die Verschlungenheit erahnen. Wronski und Anna werden ein Paar. Sie steht gegenüber ihrem Ehemann dazu und sagt ihm auch, dass sie von Wronski ein Kind erwartet. Anna gebiert im Hause ihres Ehemanns eine Tochter. Doch Anna scheint daran an Kindbettfieber zu sterben.

Ehemann und Geliebter verfolgen gemeinsam das Sterben dieser Frau. Der Ehemann vergibt ihr alles und will sie freigeben, wenn sie überlebt. Doch Anna stirbt nicht, obwohl sie sich das gewünscht hatte. Anna und Wronski machen eine Europareise.

Es scheint, dass ihre Liebe voll zum Zuge kommt. Zurückgekehrt in Russland, will aber ihr Ehemann sie doch nicht freigeben und lehnt eine Scheidung ab, dazu will er ihren gemeinsamen Sohn, etwa zehnjährig, der von Anna heiss geliebt wird, nicht der Mutter überlassen.

Anna schwankt in ihrer Liebe zu Wronski und ihrem Sohn. Doch ihren Sohn muss sie opfern. Anna und Wronski ziehen aufs Land, wo Wronski sehr geschickt als Grossgrundbesitzer seinen Hof aufbaut.

Doch Anna ist dort von der Gesellschaft isoliert und geächtet. Sie kann Wronski nicht heiraten, weil ihr Ehemann sie nicht freilässt. Wronski möchte mit ihrer gemeinsamen Tochter noch mehrere Kinder. Doch das geht nicht, weil Anna ja noch immer verheiratet ist und sie Todesangst hat vor einer neuen Geburt.

Wronski ist ein Gesellschaftsmensch, ist oft von zuhause fort. Er will auch als Mann frei sein. Anna kann das nicht akzeptieren. Wieder in Moskau zerrüttet sich das Liebesverhältnis zwischen Anna und Wronski. Es geht um Liebe, Eifersucht, aufbrechender Hass und wieder Liebe. Anna sieht nur noch einen einzigen Ausweg aus ihrer Situation: Nur so kann sie sich durch ihr eigenes Opfer an Ehemann und Wronski rächen.

Sie tut dies, indem sie sich unter den Zug wirft. Wronski verzweifelt und am Boden zerstört, zieht er als Freiwilliger in den russisch-türkischen Krieg, wo er sein Leben opfern will. Dieser kurze Handlungsablauf zeigt aber nicht das Wesentliche: Grossartig wie Tolstoi dieses alles so Detail getreu und psychologisch schildert. Nichts ist plakativ oder klischeehaft. Wundervoll wird die Anna beschrieben, in ihrer Mimik, mit ihren Augen, in ihrer grossartigen Liebefähigkeit, aber auch in ihrer Destruktion und dem Hass, z.

Es entsteht das Porträt einer freiheitsliebenden Frau, die sich das Recht nimmt, den zu lieben, den sie lieben will, aber zugleich zeigt, dass die bourgoise Bande des Ehestandes sie nicht freilässt. Es ist sofort die Frage, was an Schuld Wronski zu dieser Tragödie beiträgt. Doch er verzweifelt an der Unerbittlichkeit von Annas Seele, die ihn ganz will. Wie frei ist der Mann in der Beziehung? Wronski will sie lieben und zugleich seine Freiheit im gesellschaftlichen Leben zelebrieren.

Er beschreibt auch die überaus reizende Beziehung zwischen Lewin und Kitty. Nach Hindernissen kann Lewin Kitty ehelichen. Eindrücklich wird der Heiratsantrag von Lewi geschildert. Es ist dies ein Wunderwerk der Psychologie. Ständig erröten die Frauen bei Tolstoi, aber auch die Männer. Diese Erzählung ist eine gesellschaftliche Miniatur der damaligen Zeit. Dann der Tod des drogensüchtigen Bruders von Lewin: Wie Kitty ihm praktisch hilft, in dieser elenden erbärmlichen Umgebung der Todeskammer, um ihn zu einem würdigen Tod zu verhelfen, der zwar nichts von Grösse hat, sondern nur grausam ist.

Weiter wird das Landleben auf dem Hof von Lewin geschildert: Wie sie als Neuverheirateten versuchen ihre neue Beziehung zu finden, ist so liebevoll und rührend.

Kitty hat Verständnis mit dem ständig zweifelnden Lewin. Immer wieder zeigt Tolstoi diese innige Eheliebe zwischen den Beiden. Dann wird das Geburtsgeschehen bei Kitty geschildert: Die Geburtsschmerzen, das Schreien der Wöchnerin. Levin hat Angst seine Frau zu verlieren. Als Nichtgläubiger fängt er an zu beten. Dann das Kind und das Stillen, das Werden einer Beziehung zu ihm.

Diese zwei hauptsächlichen Erzählstränge werden begleitet von Natur- und Gesellschaftsschilderungen. Es seien hier einige Motive dieses Romans skizziert: Schon diese Schilderung lädt ein sich mit der Bienenhaltung zu beschäftigen. Hier wird die liebevolle Naturverbundenheit gezeigt. Seitenlang wird dieses Schneiden des Grases in naturgetreuer Art dargestellt.

Ist der Himmel unendlich oder doch ein Gewölbe? Hier wird die soziale Frage des Bauern in Russland gezeigt. Schon nur diese Schilderungen sind es wert, die hohe Kultur der Bekleidung und ihre Bedeutung kennen zu lernen. Die Röcke der Frauen und die Uniformen der Männer. Dazu die Beschreibung eines Balls der Adeligen. Alles Kultur auf dem höchsten Niveau. Überall die dienerischen Lakajen, die unterwürfig und Komplizen Haft auftreten und ständig Billets überbringen.

In den adeligen Haushalten wimmelt es von Angestellten. Der Adel als Arbeitsgeber. Hier zeigt sich Tolstoi als Wissender der Pädagogik. Wann erkennt das Baby die Eltern? Zugleich auch der Rationalismus, verschiedenste Ideologien und Sekten. Das Volk will einen Zar. Ein Frage auch noch der heutigen Zeit. Gibt es das überhaupt? Ist der Sklave, der befreit wird, frei?

Wo kommt die Moralität her? Nicht aus der Kirche, sondern aus dem täglichen Leben, in der Familie, in den Beziehungen. Man ist ein guter Mensch, wenn man Gutes tut im Kleinen.

Was ist das Christentum? Christus wird in ausserordentlichen Augenblicken, in der Nähe von Geburt und Tod erlebt. Ein Ich-Erlebnis ohne kirchlichen Glauben. Im Gegensatz dazu das Sektenwesen, in das Annas Ehemann geriet. Hier wird an Gott geglaubt ohne Moral und Menschlichkeit dem anderen gegenüber. Tolstoi ist nicht moralistisch, sondern in der Beschreibung des Menschen im Elend und gutem Leben moralisch. Aber eben auch die Wärme im guten Menschen.

Das Erkalten der hitzigen Liebe und die Nachhaltigkeit der mit einander ringenden Liebe, die die Flamme des Herzens nicht zum Auslöschen bringt, die die konstante Eigenwärme der Liebenden pflegt.

Es ist der Jahrestag der grossen Katastrophe in der Schlössli-Geschichte: Vor vier Jahren genau wurde ich in das kantonalbernische Jugendamt zitiert, wo mir mitgeteilt wurde dass die Heimschule Schlössli Ende Juni endgültig geschlossen werde. Die schwärzeste Tag meines Lebens. Mit der Gewissheit dass mein Lebenswerk durch staatliche Gewalt vollständig zerstört wird, war mir nicht mehr klar, wie mein Leben weitergehen würde. Ich musste noch während eines halben Jahres zuschauen, wie durch staatlich angestellte Liquidatoren verbrannte Erde betrieben wurde.

So öffne ich jedes Jahr meine Wunde - um zu schauen, wie weh es noch tut. Ich hatte mich zwar schnell darauf eingerichtet, ohne Hassgefühle gegen meine Widersacher in mir aufkommen zu lassen. Ich sehe die ganze Sache als Tragödie unserer Zeit, wo der Staat omnipotent und zerstörerisch in das Geistesleben eingreift. Meine Kraft habe ich ganz auf die Zukunft fokussiert. Nun sehen wir, dass sich doch einige neue Substanz im Schlössli angereichert hat.

Es gibt schon ganz konkret Menschen, die das Schlössli tragen helfen. Doch es braucht Jahre, damit auf dieser ehemaligen verbrannten Erde wirklich Neues wächst. Ich finde es schön, dass ich all dies überlebt habe und wünsche mir noch Jahre hier zu leben, um dieses Neue Schlössli begleiten zu dürfen.

In meinem Leben schaute ich immer wieder in das Sternengewölbe. Beim Anblick der Sterne fand ich eine sichere Heimat. Sie ist mir sicher, wenn alles unsicher wird. Die Sterne sind mir Freunde geworden, auf die ich zählen kann. Die Götter in ihrer Liebe streicheln gewissermassen die Welt. Sie liebkosen die Welt, sie berühren sie an gewissen Stellen. Dieser Ausdruck der Liebe im Äther, das sind die Sterne.

Also da war ja noch die Weihnachtszeit, wo unsere Familie in Sigriswil zusammen war. Kurz davor war mir eine fünfzigjährige Zahnbrücke herausgefallen. Ich musste also nach Weihnachten drei Wochen in Prag bei meiner ausgezeichneten Zahnärztin verbringen. Schmerzen hatte ich nicht, aber die Rekonstruktion war langwierig. In Prag schrieb ich vor allem an meinem neuen Buch: Wo finde ich das Gute? Nicht im Denken, nicht im Fühlen, sondern im Tun. So stellt es Rudolf Steiner in seiner Wärmemeditation dar.

Doch eine andere These, die ich schon in einer Skizze formulierte, die dann im "Schulkreis", einer Zeitschrift der Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz, veröffentlicht wurde: Diese Erkenntnis führte mich dann zu einer expliziten Wärmepädagogik. Mich drängt es das Buch zu veröffentlichen. Ich brauche dazu noch Geld und einen Verlag.

Die Übersetzung ins Tschechische wurde mir bereits versprochen. Drei Wochen Alleinsein ist gewöhnungsbedürftig, aber auch eine Chance mit sich ins Reine zu kommen. Ich arbeitete auch an einem Essay über Anna Karenina.

Ich werde es später hier veröffentlichen. Vor einer Woche nach Ins zurückgekehrt, machte ich mir schnell einen persönlichen Überblick über das Befinden der Schlössli-Bewohner und über die Aufgaben der Stiftung Seiler. Tom und Kamila haben in meiner Abwesenheit gut zum Schlössli geschaut. Anzeichen des gewaltigen Sturms sieht man noch vielerorts. Ich musste ihm auch eine Chronik schreiben. Der Kulturverein veranstaltete ein Konzert mit den Similis: Fulminantes Programm mit Kindern und Jugendlichen ihrer Musikschule: Gemütvolle Liedvorträge aus dem Provenzalischen, Geigenvirtuosität, gekonnte Arrangements, eindrücklich musizierende Kinder und Jugendliche.

Der Runensaal im Druidenhof war übervoll: Diese Woche arbeitete ich noch im Rosenhofpark: Verspätet befreite ich den Boden vom Laub, darunter schon Krokusse, Primeli, Schneeglöcklein und Winterlinge, die ihre Köpfe streckten. Es war über zehn Grad warm und erst Ende Januar. In den letzten Tage habe ich mich mit Sängerin Maria Callas beschäftigt. Rein zufällig sah ich mir den Dokumentarfilm über sie an. Ich kaufte mir eine ausgezeichnete Biografie über sie und ging den Film ein zweites Mal schauen.

Dieser Film, dieses Buch, haben mich erschüttert. Im Kino kamen mir die Tränen. Maria Callas ist in New York in einer frisch ausgewanderten griechischen Familie am 2. Maria ist jährig, als sich die Mutter vom Vater trennte und mit Maria und ihrer älteren Schwester nach Griechenland zurückkehrt.

Schon früh nimmt sie Gesangsstunden. Ihr Ziel ist schon damals, einmal in Mailand an der Scala singen zu können, was sie mit jährig auch tut. In den Kriegsjahren in Athen nimmt sie Gesangsstunden bei ausgezeichneten Lehrerinnen, die sie auf den Operngesang vorbereiten.

Maria ist eine willensstarke Sängerin und macht so grosse Fortschritte, dass sie schon öffentliche Konzerte geben kann. Am Kriegsende fährt sie zurück nach Amerika zu ihrem Vater. Bald wird sie als beste Sängerin, als Prima Donna des Jahrhunderts gefeiert: Es entsteht eine innige Liebesbeziehung.

Zu Pasolini bildet sich ebenfalls eine enge Freundschaft bis er in Rom unter mysteriösen Umständen ermordet wird. Schlussendlich zieht sich Maria Callas in Paris zurück und stirbt mit jährig an einem Herzschlag. Diese überaus gut recherchierte Dokumentation führt uns zur Wesensbeschreibung dieses Gesangswunders. Es entsteht ein Bild einer starken, Ich-zentrierten Persönlichkeit, deren Karma wirklich das Singen macht.

Ihr Gesang ist nicht nur eine mühsam erarbeitete, hochqualifizierte Technik, sondern sie gestaltet ihren Operngesang zusammen mit schauspielerischem Können so, dass das Publikum völlig mit der tragischen Figur mitleidet. Maria integriert ihre persönliche Lebenserfahrung in der Rolle auf der Bühne. Theater wurde so zu einem Ereignis, das das Leben nicht nur abbildet, sondern wirklich real inszeniert. Maria hat jedes Mal so gesungen, als wäre es das erste oder das letzte Mal.

Ihre Kunst war es, eben nicht routiniert gleich bleibend, sondern im Gegenwarts-Prozess aufzutreten. Das hat ihrem Gesang diese ausserordentliche Authentizität gegeben. Es ist, als entspringe das Leid der Disziplin, Musik zu machen und der Disziplin eine Frau herzustellen. Auf der Opernbühne findet der permanente Kampf um Leben und Tod statt, bei dem sich die Sängerin immer wieder neu erschafft und multipliziert: Alle Opernheldinnen enden irgendwann bei dem gleichen Lied, sie singen 'lasst mich sterben'.

Sie singen das mit einer Stimme, die zu Herzen geht, mit einer Stimme, die die Seele schmelzen lässt, die einen zum Weinen bringt. Sie verbinden sich im Klang. Ohne körperliche Berührung dringt die Stimme in den Zuhörer ein und fordert eine Reaktion heraus. Die Angst vor der Wirkung des weiblichen Gesangs hat eine lange Tradition und schlägt sich in zahlreichen Mythen nieder: Die Sirenen stürzen die Männer, die sie lauschen, ins Verderben — genau wie die Lorelei auf ihrem Todesfelsen.

Gefahr geht von der weiblichen Stimme aus, gerade weil sie verführt und verzaubert. Schon hat eine italienische Plattenfirma damit begonnen. Als eine der ersten Künstlerinnen hinterliess Maria Callas ein gewaltiges Schallplattenoevre, zu dem sie vor allem von Legge ermutigt worden war.

Selbst ein unerbittlicher Perfektionist, schätzte er diese Haltung auch bei Maria. Darüber hinaus schwärmte er von ihrer grossen Stimme, die zu ihrer besten Zeit einen Umgang von fast drei Oktaven hatte.

Dazu kam ein unverwechselbares Timbre, ein phänomenales technisches Können und ein psychologisches Verständnis der Figuren, das sie für jede Rolle eine eigene Stimme formen liess. Legge präzisierte, sie habe eigentlich über drei unterschiedliche Stimmen verfügt: Eine hohe Koloraturstimme, umfangreich, brillant und, wenn sie wollte, dunkel getönt , bewunderungswürdig agil.

Dann die dunkel getönte Mittellage ihrer Stimme, die er am ausdrücklichsten fand. In dieser Lage entfaltete sie ihren individuellen gutturalen Klang, der manchmal wirkte, als sänge sie in eine Flasche.

Es ist nicht genug eine schöne Stimme zu haben, was bedeutet dies schon? Wie kann man das nur mit einer schönen Stimme? Auch wenn man manchmal harsch klingt, wie ich es oft getan habe, ist das eine Ausdrucksnotwendigkeit. Man muss es tun, auch wenn die Leute es nicht verstehen.

Sie ist kein Opfer, das Fragen stellt, sondern Täterin, die auf den geeigneten Moment zur Tat wartet. Ihre Stimme drückt von Anfang an eine Grenzenlosigkeit der Empfindungs- aber auch der Handlungsfähigkeit aus. Da wo andere sich fügen, unterwerfen und verstummen, widersetzt sie sich. Sie begehrt auf, sie singt. Sie ist eine, die sich nicht verliert, sondern im Gesang findet. Sie formt sich selbst, setzt sich zusammen und lässt das Publikum an diesem Selbstschöpfungsprozess teilhaben.

Jedes Mal aufs Neue. Unabhängig davon, wie oft Sie eine Rolle schon gesungen hat, leistet sie diese Arbeit mit jedem Auftritt so, als wäre es das erste Mal für sie.

Diese wenigen Zitate zeigen, was eigentlich die Einmaligkeit von Maria Callas bedeutet. Nun erinnere ich mich, dass Audreys Bild jahrelang an der Wand in meiner Bude im Seminar Muristalden hing bis Das hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass mir als schüchterner Junge zu viel Weiblichkeit Angst machte.

Auf jeden Fall zeigt sich in diesem gemeinsamen Idol etwas von Seelenverwandschaft. Gestern Samstag, nach längerer Pause, ein Rhythmusnachmittag mit Tinu. Der Siebner-Rhythmus war angesagt. Folgenden Text las ich vor:. Mit der Sieben treten wir vom Raum in die Zeit. Die chaldäische Reihe der sieben Planeten und die Siebentagewoche: Die sieben Sterne des Wagens. Der siebenarmige Leuchter des Judentums.

Die sieben Kulturepochen Rudolf Steiners. Der Siebenjahresrhythmus der menschlichen Entwicklung. Die Metamorphose der Zeit durch die Sieben. Die sieben Farben des Regenbogens, die sieben Töne einer Oktave, die sieben Chakren, die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen, die sieben Geisslein, Sieben auf einen Streich des tapferen Schneiderleins.

Der Siebenstern als Symbol der Druiden und ist auch in der Chartres-Kathedrale architektonisch eingeschrieben. Nun bin ich schon wieder eine Woche in Ins. Vieles im Schlössli zeigt mir, dass die Schlössli-MieterInnen sich aktiv an neuen Initiativen betätigen: Es gibt in diesem Monat an zwei Wochentagen Mittagstisch im neu eingerichteten Treffpunkt ehemaliger Schlössliladen. Dort treffen sich SchlösslerInnen und Auswärtige, man lernt sich kennen und kann sich austauschen.

An das Bleigiessen im Ättigewölbe kamen viele das erste Mal ins unterirdische Gewölbe um ihre Zukunft zu erforschen. Ebenfalls am Samstag war das Adventsgärtli , an dem über 40 Menschen teilnahmen, um das innere Licht in der Spirale anzuzünden. Wunderbar die Kinder hineinwandern zu sehen. Hinein in sich, hinaus in die Welt. Gestern das wunderbare Theater im Runensaal: Die Hauptdarstellerin Melanie ist in Ins aufgewachsen. Viele Menschen aus dem Dorf waren zu Besuch.

Erstaunlich wie die Kunst der Darstellung durch Sprache, Instrumentalmusik, Singen und theatralische Körperarbeit brilliert. Die Mimik war köstlich. Das macht das Schlössli zu einem Ort, der immer mehr Kulturort ist.

Dann wiederum die Vollmondsuppe im Fenissaal. Schon fast eine Selbstverständlichkeit. Wunderbar die Familien mit all den Kindern: In der Stiftung Seiler sind wir dran, alles noch transparenter zu ordnen. In den Stiftungs-Liegenschaften ist bald jeder Raum vermietet. Eine grosse Leistung nach dem vollständigen Kollaps vor dreieinhalb Jahren.

Ich kann mich schon etwas zurücklehnen und mich freuen, was so alles sich im Schlössli entwickelt. In den letzten Tagen habe ich ein Gedicht gefunden und auswendig gelernt. Aetti hat es früher oft im Gewölbe vorgelesen:. Alte sterben hin und sprechen: Regen rauscht auf alle Saaten, Wind weht über alle Wälder. Wieder von Prag zurück in Ins im Schlössli, fand ich alles in bester Ordnung. Auch wenn ich nicht vor Ort bin, funktioniert das Schlössli. Natürlich hatte ich trotzdem zwischendurch Kontakt mit Tom.

Am Morgen um 6 Uhr war ich schon in meiner Wohnung in Prag. Sie bekamen die Aufgabe den Weltenbaum Iggdrasil zu zeichnen. Montag und Dienstag war ich in der Waldorfschule in Pribram. Eine der ältesten Waldorfschulen und wunderschön goetheanistisch gebaut. Klasse wird dual geführt. Man kann neben der Abiturvorbereitung auch Berufslehren absolvieren. Dies ist absolut zukunftsweisend. Ich gab dort der oberen Klassen Astronomie und Astrologie. Weiter besuchte ich verschiedene Klassen. Am Dienstagnachmittag hielt ich den Eltern einen Vortrag über das "schwierige Kind".

Am Donnerstag war ich an der neugegründeten Waldorfschule Tabor. In einer nicht mehr benützten Dorfschule in der Nähe von Tabor begann gerade eine erste Klasse. In dieser Klasse hat es auch Schüler des Dorfes. Am Abend hielt ich dort wieder einen Vortrag an die Eltern: Am Sonntag den November fuhr ich in die Gegend von Litomercice und blieb bis Dienstag am neuen Ort der nun dreiklassigen Waldorfschule in Trebusin. Auch in einer verlassenen Dorfschule, in einem idyllischen Dorf.

Die Erstklasslehrerin ist in diesem Dorf aufgewachsen und ist nun Waldorflehrerin. Erstaunlich, wie schnell sie nach drei Monaten bereits wundervolle Waldorfpädagogik betreibt. Ich war hocherfreut wie lebendig waldorfmässig auch die anderen Klassen in diesem Strom sind.

Auch dort gab ich einen Vortrag für Eltern über die gesunde Entwicklung im 2. Am nächste Morgen war ich in der dortigen 7. Klasse, die gerade Sternenkunde hatte. Ich ergänzte die Sternenkunde und beantwortete SchülerInnenfragen. Ich staunte, wie die Fachlehrerin professionell dieses Fach unterrichtet, obwohl gerade diese Klasse nicht einfach zu führen ist.

Am Mittwoch Nachmittag fuhr ich in die Olomoucer Waldorfschule. Ich blieb dort bis am Freitag. Ich betreue diese nun schon seit acht Jahren. Und ich staunte, wie diese Schule, die es oft auch nicht leicht hatte, sich entwickeln konnte. Ich besuchte sechs Unterrichtsstunden und besprach diese anschliessend mit den jeweiligen LehrerInnen.

Schön dass es diese Schulen gibt. Die Hauptverantwortliche dieser Schule, Monika, ist seit Jahren daran ein Gebäude auf Stadtboden im goetheanischen Stil zu verwirklichen. Ich staune ob dieser Willenskraft. Am Freitag Nachmittag fuhr ich wieder nach Prag. Dort traf ich Kamila in unserer Wohnung. Diese Gruppe bestand nicht explizit aus Anthroposophen. Doch sie wollte von mir eine Einführung in das anthroposophische Menschenbild und von Kamila Infos zur Anwendung der Rhythmischen Massage.

Sie buchen uns schon wieder für Februar. Ich soll über die Christologie Steiners sprechen. Am Abend stieg ich in den Bus und fuhr die Nacht hindurch nach Bern. Ich war erfüllt von meiner Tätigkeit in Tschechien. Dort will man meine Erfahrungen in den verschiedenen Gebieten hören. Seit 24 Jahren reise ich dafür nach Tschechien. Gestern sind Kamila und ich von Slowenien zurückgekehrt. Wir waren vom 9. Davor waren wir in Tschechien und Italien.

Wir haben Institutionen besucht, die in Pärken, Wäldern, Agrikultur und Gärten pädagogische, therapeutische und soziale Projekte realisieren.

Es war beeindruckend, was möglich ist, mit körperlich und mental Behinderten, mit sozial Versehrten Arbeitslosen, Drogenabhängigen, Kriminellen , aber auch mit Schulkindern im Zusammenhang mit der Natur, mit Pflanzen und Tieren, zu realisieren. All diese Projekte werden mit Begeisterung und Engagement geführt und beweisen, dass die Natur eine umfassende Hilfe ist für den Menschen und für Menschengemeinschaften.

Biologische gesunde Landwirtschaft, der Wald, die Pärke und Gärten können mehr und mehr vor allem ökonomisch überleben, wenn sie Träger werden für die Gesundung des Menschen. Hier bezahlt der Staat in sinnvoller Weise, wenn die Natur Helferin wird für soziale, pädagogische und therapeutische Projekte. Bevor wir nach Slowenien gefahren sind, am 7. Die Darbietung bot höchste Schauspielkunst und Schauspielfreude. Sie zeigte eigentlich das verschiedenartige Lern-Programm der Ausbildung.

Leider sind nur wenige Gäste gekommen. Doch für die, die da waren, ein unvergessliches Erlebnis. Danke dem Kulturverein, Danke der Comart Compagnie!

In diesen Wochen beschäftigte sich die Stiftung auch mit der Neuvermietung des Battenhofs. Wir haben einen Verein gefunden, der pädagogisch, therapeutisch, künstlerisch und handwerklich den Battenhof beleben will. Es wird da auch eine Naturheil-Praxis eröffnet.

Diese Menschen sind interessiert, die Anthroposophie als Grundlage ihrer Arbeit zu pflegen. Zudem wollen sie sich auch mit den andren Schlössli-Initiativen verbinden und zum Schlössli-Ganzen beitragen. Tag- und Nachtgleiche ist gestern am Himmel zelebriert worden: Die Sonne ging genau im Westen, etwas rechts vom Burgunderloch, blutrot unter.

Nach dem unsäglich befreienden schönen Aetti Seiler-Fest bin ich frohgemut. Ein Etappenziel haben wir erreicht. Ein unglaublich warmes Wohlwollen ist uns, ist mir, entgegen geströmt: Mir ist ganz klar, dass es ein erster Schritt in die richtige Richtung ist. Doch nach diesem Fest habe ich den Eindruck, dass wir wieder eine kleine Basis der Freundschaft von Aussen geschaffen haben.

Ich bin zuversichtlich und auch etwas entlastet. Das Buch hat über Seiten und ist überaus spannend geschrieben. Ihre gut recherierten Biografien gehen in die Tiefe der Persönlichkeit, aber auch in den ganzen geschichtlichen und geografischen Kontext. Katharina II zeigt, wie eine Persönlichkeit in die Weltgeschichte eingreifen kann: Die Mutter und der Sohn, emotional, psychisch und geistig gestört, machten es der jungen Prinzessin und nun Grossfürstin extrem schwierig.

Sie flüchtete sich innerhalb den schrecklichen Hof-Intrigen in das Studium der Weltliteratur, der Belletristik, Biografien, Philosophie, z. Sie schrieb und erhielt Briefe von wissenschaftlich und humanistisch hochstehenden Persönlichkeiten Europas.

In einer zweiten fettfreien Schüssel das Eiweiss bei mittlerer Geschwindigkeit locker aufschlagen. Geschwindigkeit erhöhen und g Zucker langsam beifügen. Auf höchster Stufe für etwa Minuten aufschlagen, bis eine dicke, glänzende Baisermasse entsteht.

In die vorbereitete Springform füllen und die Oberfläche glatt streichen. Damit Luftblasen entweichen können, die Springform ein bis zwei Mal auf die Arbeitsfläche fallen lassen. Backofen ausschalten und den Kuchen für weitere 15 Minuten bei geschlossener Türe stehen lassen. Die Ofentüre dann einen Spalt weit öffnen und weitere Minuten warten, danach kann der Cotton Cheesecake herausgenommen und auf einem Kuchengitter in der Form komplett abgekühlt werden.

Januar Der Schrei. Es war kurz vor Mitternacht, als uns ein Schrei aus der Einschlafphase riss. Der Schrei ging durch Mark und Bein, war extrem laut und voller Angst. Wir schracken auf, schauten uns an und standen fünf Sekunden später am Babybett. Trotz gedämpften Licht konnten wir sehen, dass seine Augen angsterfüllt waren. Dicke Tränen kullerten seine Wangen runter, die Lippen zitterten bei jedem Schrei. Kinderärzte nennen dieses Phänomen Pavor nocturnus Nachtschreck. Er kann wenige Stunden nach dem Einschlafen des Kindes auftreten.

Mit herzzerreissendem Aufschreien, verwirrtem Blick, unbändigen Bewegungen,. Herzrasen, Schweissausbruch und resistent gegen jegliche Beruhigungsversuche. Kinder, die einen Nachtschreck erleben, verharren zwischen zwei Schlafphasen. Regelmässiger Schlafrhythmus, wenig Aufregung vor dem Einschlafen und ein kühles Schlafzimmer sollen helfen.

Januar Des Mannes liebstes Kind. Genau so einen, wie ihn meine Eltern in den späten 80er Jahren besassen. Schon damals war dieses Freizeitauto eher selten, wir waren meines Wissen weit und breit die Einzigen, die damit rumkurvten. Durch seine Farbe und der wuchtigen Erscheinung wirkte unsere Familienkutsche wie aus dem Restbestand eines militärischen Fuhrparks.

Der Rancho war ein Lastesel, hatte unglaublich viel Platz und das Reisen auf der breiten Rückbank, das eher einem Sofa glich, war phänomenal bequem. Und mit diesem Auto absolvierte ich dann , auf einem leeren Parkplatz eines Einkaufszentrums, meine ersten Meter hinter dem Steuerrad.

An der Heckklappe das blaue L für Lernfahrer. Für mich eine aufregende Erfahrung mit weichen Knien, Im März hatte ich meinen Führerschein definitiv in der Tasche die obligatorischen Fahrstunden absolvierte ich mit einem bordeauxroten Peugeot und machte mir, wie jeder Neulenker, erste Gedanken über ein eigenes Auto. Eine französische Rennsemmel par excellence, die unsere Erwartungen weit übertraf, da sie noch ein paar versteckte Mängel mitbrachte, die wir so nicht auf dem Neulenker-Radar hatten.

Das automobile Ende wurde jedoch in die Wege geleitet, als mein Bruder den Wagen in einer Nacht- und Nebelaktion zu einem befreundeten Hobbyschrauber schleppte, um ihn ein paar Zentimeter tiefer zu legen. Sah spitzenmässig aus, hatte aber erhebliche Konsequenzen für Mensch und Maschine. Für den Alltagsverkehr und die Bandscheiben wurde der Renault rasch einmal unbrauchbar und kurz darauf in die Ostschweiz verkauft.

An einen unerfahrenen Neulenker, der sein erstes Auto suchte und sich Hals über Kopf in unsere Kiste verliebte. Als Nachfolger wurde erneut ein Franzose evaluiert. Alles vom Feinsten, bis auf den Umstand, dass ich dieses Auto immer noch mit meinem Bruder teilen musste. Entgegen meiner Meinung gefiel der Golf jedoch nicht allen. Meine damalige Freundin setzte ihn im Kreisverkehr schwungvoll in den Vordermann und rief mich danach leicht paralysiert an. Den Golf sah ich danach nur noch, um meine Kontrollschilder abzuholen.

Eine japanische Designkatastrophe auf vier Rädern. Der Kugelblitz hatte null Sexappeal, hing bei 7' Umdrehungen jedoch ordentlich am Gas. Als Beweis folgten bald einmal gestochen scharfe Bildlichtaufnahmen, welche die Polizei innerorts machte. Nach Abzug aller Toleranzwerte hatte ich mir ein bürokratisches Desaster eingehandelt und die erste Anzeige inkl. Bussgeldbescheid von etwas über Franken im Briefkasten. Den Mazda war ich natürlich auch los.

Mit zunehmender Vernunft dachte ich jedoch immer lauter über 5 Türen, mehr Laderaum und Sicherheit nach. Dieses Automobil zündete bei 2' Umdrehungen den Nachbrenner und ging ab wie eine Rakete.

Der Volvo war ein gutes und vernünftiges Auto. Aufpassen musste man gemäss Hinweisen in zahlreichen Foren lediglich mit den Zylinderkopfdichtungen, die ab ' km gerne mal Probleme machen und beim Freundlichen dann viel Geld kosten.

Ersatz zeichnete sich ab, denn ich näherte mich schnell der erwähnten Marke. Himmel, Arsch und Zwirn, ich war im automobilen Himmel angekommen! Erstmals durfte ich erfahren, was "Freude am Fahren" wirklich bedeutet. Das Cabriolet war Freiheit pur, sehr überschaubar, gemütlich und extrem entspannt.

Dies kam leider öfters vor, denn offenes Verdeck und montiertes Windschott begrenzten die freie Ladefläche extrem.



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Noch ist nicht alles entschieden, doch sieht es aus, als dass mein Büchlein knospend drängt, als Blatt und Blüte den Frühling zu erreichen. Die künstlerischen Leistung der Einzelnen, aber auch in der Choreografie war hochwertig. Schon sind wir in der Hölle des Zappens.

Doch das Höllische zuweilen verwirrend, auch freundlich und liebevoll. Neue Mieter werden für Wohnung und Klassenzimmer gesucht. Hoffnungen eine Schule für TimeoutschülerInnen bei uns zu haben, sind verflogen. Viele Inserate sind publiziert. Vielleicht gibt es ein kreativer Neuanfang. Auch so eine Frühlingshoffnung. Es sei hier also noch präsentiert:. Doch zeigt er das mondäne Leben der damaligen russischen Aristokratie.

Nun habe ich den Roman Seiten neu gelesen und bin unglaublich beeindruckt vom Kosmos der russischen Seele. Tolstois Meisterwerk ist ein Bildungsbuch der Weltliteratur und gleichwertig wie etwa der Faust Goethes. Er enthält unendlich viele Facetten der menschlichen Seele.

Wie in Dostojewskis Werke eine Tiefen-Psychologie! Doch er beinhaltet auch alle Aspekte der Ideologien, der Ökologie, der Volksbräuche usw. Dieses Werk ist eine Recherche des russischen Lebens und der russischen Gesellschaft, vorwiegend in adeligen Kreisen am Ende des Literarisch ist darin die Tragödie der liebenden und hassenden Anna Karenina als roter Faden enthalten.

Es spiegelt die Seele einer Frau, die als Gattin eines älteren, seelisch verschlossenen Autokraten, plötzlich die Chance einer Feuer entfachenden Liebe ausserhalb der Ehe spürt und sich das Recht nimmt zu lieben. In Petersburg angekommen wird die Fürstin von ihrem Sohn abgeholt.

Es ist der Fürst Wronski. Der ist augenblicklich von Anna eingenommen und fragt sie, wo er sie treffen könne. Anna zuerst noch zögerlich, ist zurückhaltend. Und doch das Feuer ist angezündet, dass Anna zuerst in Liebesglut bringen wird und später zum Selbstmord. Wronski versucht sie überall zu treffen.

Entscheidend ist der adeliger Ball, wo sie tanzend sich finden. Dieser Ball ist aber der Verknüpfungspunkt des ganzen Romans. Lewin will eigentlich Kitty einen Heiratsantrag machen an diesem Ball. Doch Kitty hofft noch auf Wronski, der ihr Hoffnungen machte und sie weist Lewin zurück.

Nun hat Wronski eine andere Frau gefunden. Und Kitty ist enttäuscht. Ebenfalls Lewin, der sich zurück zieht. Und es braucht eine Weile im Roman, bis die beide sich doch finden und heiraten. Es ist eine Art Parallelgeschichte dieser zwei Paare: Bei Anna und Wronsky brennt die Liebe von Anfang an lichterloh und verbrennt.

Bei Kitty und Lewin geschieht die Annährung zögerlich aber dafür nachhaltig. Also, dass an diesem Ball Anna und Wronski sich öffentlich verbinden und damit eine andere Prinzessin, die Kitty, aushebeln, die bisher als Partie mit Wronski galt, lässt im Roman die Verschlungenheit erahnen.

Wronski und Anna werden ein Paar. Sie steht gegenüber ihrem Ehemann dazu und sagt ihm auch, dass sie von Wronski ein Kind erwartet. Anna gebiert im Hause ihres Ehemanns eine Tochter. Doch Anna scheint daran an Kindbettfieber zu sterben. Ehemann und Geliebter verfolgen gemeinsam das Sterben dieser Frau. Der Ehemann vergibt ihr alles und will sie freigeben, wenn sie überlebt. Doch Anna stirbt nicht, obwohl sie sich das gewünscht hatte.

Anna und Wronski machen eine Europareise. Es scheint, dass ihre Liebe voll zum Zuge kommt. Zurückgekehrt in Russland, will aber ihr Ehemann sie doch nicht freigeben und lehnt eine Scheidung ab, dazu will er ihren gemeinsamen Sohn, etwa zehnjährig, der von Anna heiss geliebt wird, nicht der Mutter überlassen.

Anna schwankt in ihrer Liebe zu Wronski und ihrem Sohn. Doch ihren Sohn muss sie opfern. Anna und Wronski ziehen aufs Land, wo Wronski sehr geschickt als Grossgrundbesitzer seinen Hof aufbaut.

Doch Anna ist dort von der Gesellschaft isoliert und geächtet. Sie kann Wronski nicht heiraten, weil ihr Ehemann sie nicht freilässt. Wronski möchte mit ihrer gemeinsamen Tochter noch mehrere Kinder. Doch das geht nicht, weil Anna ja noch immer verheiratet ist und sie Todesangst hat vor einer neuen Geburt. Wronski ist ein Gesellschaftsmensch, ist oft von zuhause fort. Er will auch als Mann frei sein. Anna kann das nicht akzeptieren. Wieder in Moskau zerrüttet sich das Liebesverhältnis zwischen Anna und Wronski.

Es geht um Liebe, Eifersucht, aufbrechender Hass und wieder Liebe. Anna sieht nur noch einen einzigen Ausweg aus ihrer Situation: Nur so kann sie sich durch ihr eigenes Opfer an Ehemann und Wronski rächen. Sie tut dies, indem sie sich unter den Zug wirft.

Wronski verzweifelt und am Boden zerstört, zieht er als Freiwilliger in den russisch-türkischen Krieg, wo er sein Leben opfern will. Dieser kurze Handlungsablauf zeigt aber nicht das Wesentliche: Grossartig wie Tolstoi dieses alles so Detail getreu und psychologisch schildert.

Nichts ist plakativ oder klischeehaft. Wundervoll wird die Anna beschrieben, in ihrer Mimik, mit ihren Augen, in ihrer grossartigen Liebefähigkeit, aber auch in ihrer Destruktion und dem Hass, z. Es entsteht das Porträt einer freiheitsliebenden Frau, die sich das Recht nimmt, den zu lieben, den sie lieben will, aber zugleich zeigt, dass die bourgoise Bande des Ehestandes sie nicht freilässt.

Es ist sofort die Frage, was an Schuld Wronski zu dieser Tragödie beiträgt. Doch er verzweifelt an der Unerbittlichkeit von Annas Seele, die ihn ganz will. Wie frei ist der Mann in der Beziehung? Wronski will sie lieben und zugleich seine Freiheit im gesellschaftlichen Leben zelebrieren. Er beschreibt auch die überaus reizende Beziehung zwischen Lewin und Kitty. Nach Hindernissen kann Lewin Kitty ehelichen.

Eindrücklich wird der Heiratsantrag von Lewi geschildert. Es ist dies ein Wunderwerk der Psychologie. Ständig erröten die Frauen bei Tolstoi, aber auch die Männer. Diese Erzählung ist eine gesellschaftliche Miniatur der damaligen Zeit. Dann der Tod des drogensüchtigen Bruders von Lewin: Wie Kitty ihm praktisch hilft, in dieser elenden erbärmlichen Umgebung der Todeskammer, um ihn zu einem würdigen Tod zu verhelfen, der zwar nichts von Grösse hat, sondern nur grausam ist.

Weiter wird das Landleben auf dem Hof von Lewin geschildert: Wie sie als Neuverheirateten versuchen ihre neue Beziehung zu finden, ist so liebevoll und rührend.

Kitty hat Verständnis mit dem ständig zweifelnden Lewin. Immer wieder zeigt Tolstoi diese innige Eheliebe zwischen den Beiden. Dann wird das Geburtsgeschehen bei Kitty geschildert: Die Geburtsschmerzen, das Schreien der Wöchnerin.

Levin hat Angst seine Frau zu verlieren. Als Nichtgläubiger fängt er an zu beten. Dann das Kind und das Stillen, das Werden einer Beziehung zu ihm. Diese zwei hauptsächlichen Erzählstränge werden begleitet von Natur- und Gesellschaftsschilderungen. Es seien hier einige Motive dieses Romans skizziert: Schon diese Schilderung lädt ein sich mit der Bienenhaltung zu beschäftigen.

Hier wird die liebevolle Naturverbundenheit gezeigt. Seitenlang wird dieses Schneiden des Grases in naturgetreuer Art dargestellt. Ist der Himmel unendlich oder doch ein Gewölbe? Hier wird die soziale Frage des Bauern in Russland gezeigt.

Schon nur diese Schilderungen sind es wert, die hohe Kultur der Bekleidung und ihre Bedeutung kennen zu lernen. Die Röcke der Frauen und die Uniformen der Männer. Dazu die Beschreibung eines Balls der Adeligen.

Alles Kultur auf dem höchsten Niveau. Überall die dienerischen Lakajen, die unterwürfig und Komplizen Haft auftreten und ständig Billets überbringen.

In den adeligen Haushalten wimmelt es von Angestellten. Der Adel als Arbeitsgeber. Hier zeigt sich Tolstoi als Wissender der Pädagogik. Wann erkennt das Baby die Eltern? Zugleich auch der Rationalismus, verschiedenste Ideologien und Sekten. Das Volk will einen Zar. Ein Frage auch noch der heutigen Zeit.

Gibt es das überhaupt? Ist der Sklave, der befreit wird, frei? Wo kommt die Moralität her? Nicht aus der Kirche, sondern aus dem täglichen Leben, in der Familie, in den Beziehungen. Man ist ein guter Mensch, wenn man Gutes tut im Kleinen. Was ist das Christentum? Christus wird in ausserordentlichen Augenblicken, in der Nähe von Geburt und Tod erlebt.

Ein Ich-Erlebnis ohne kirchlichen Glauben. Im Gegensatz dazu das Sektenwesen, in das Annas Ehemann geriet. Hier wird an Gott geglaubt ohne Moral und Menschlichkeit dem anderen gegenüber.

Tolstoi ist nicht moralistisch, sondern in der Beschreibung des Menschen im Elend und gutem Leben moralisch. Aber eben auch die Wärme im guten Menschen. Das Erkalten der hitzigen Liebe und die Nachhaltigkeit der mit einander ringenden Liebe, die die Flamme des Herzens nicht zum Auslöschen bringt, die die konstante Eigenwärme der Liebenden pflegt.

Es ist der Jahrestag der grossen Katastrophe in der Schlössli-Geschichte: Vor vier Jahren genau wurde ich in das kantonalbernische Jugendamt zitiert, wo mir mitgeteilt wurde dass die Heimschule Schlössli Ende Juni endgültig geschlossen werde. Die schwärzeste Tag meines Lebens. Mit der Gewissheit dass mein Lebenswerk durch staatliche Gewalt vollständig zerstört wird, war mir nicht mehr klar, wie mein Leben weitergehen würde.

Ich musste noch während eines halben Jahres zuschauen, wie durch staatlich angestellte Liquidatoren verbrannte Erde betrieben wurde. So öffne ich jedes Jahr meine Wunde - um zu schauen, wie weh es noch tut. Ich hatte mich zwar schnell darauf eingerichtet, ohne Hassgefühle gegen meine Widersacher in mir aufkommen zu lassen. Ich sehe die ganze Sache als Tragödie unserer Zeit, wo der Staat omnipotent und zerstörerisch in das Geistesleben eingreift.

Meine Kraft habe ich ganz auf die Zukunft fokussiert. Nun sehen wir, dass sich doch einige neue Substanz im Schlössli angereichert hat. Es gibt schon ganz konkret Menschen, die das Schlössli tragen helfen. Doch es braucht Jahre, damit auf dieser ehemaligen verbrannten Erde wirklich Neues wächst. Ich finde es schön, dass ich all dies überlebt habe und wünsche mir noch Jahre hier zu leben, um dieses Neue Schlössli begleiten zu dürfen.

In meinem Leben schaute ich immer wieder in das Sternengewölbe. Beim Anblick der Sterne fand ich eine sichere Heimat. Sie ist mir sicher, wenn alles unsicher wird. Die Sterne sind mir Freunde geworden, auf die ich zählen kann. Die Götter in ihrer Liebe streicheln gewissermassen die Welt. Sie liebkosen die Welt, sie berühren sie an gewissen Stellen. Dieser Ausdruck der Liebe im Äther, das sind die Sterne.

Also da war ja noch die Weihnachtszeit, wo unsere Familie in Sigriswil zusammen war. Kurz davor war mir eine fünfzigjährige Zahnbrücke herausgefallen. Ich musste also nach Weihnachten drei Wochen in Prag bei meiner ausgezeichneten Zahnärztin verbringen. Schmerzen hatte ich nicht, aber die Rekonstruktion war langwierig. In Prag schrieb ich vor allem an meinem neuen Buch: Wo finde ich das Gute?

Nicht im Denken, nicht im Fühlen, sondern im Tun. So stellt es Rudolf Steiner in seiner Wärmemeditation dar. Doch eine andere These, die ich schon in einer Skizze formulierte, die dann im "Schulkreis", einer Zeitschrift der Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz, veröffentlicht wurde: Diese Erkenntnis führte mich dann zu einer expliziten Wärmepädagogik. Mich drängt es das Buch zu veröffentlichen. Ich brauche dazu noch Geld und einen Verlag. Die Übersetzung ins Tschechische wurde mir bereits versprochen.

Drei Wochen Alleinsein ist gewöhnungsbedürftig, aber auch eine Chance mit sich ins Reine zu kommen. Ich arbeitete auch an einem Essay über Anna Karenina. Ich werde es später hier veröffentlichen. Vor einer Woche nach Ins zurückgekehrt, machte ich mir schnell einen persönlichen Überblick über das Befinden der Schlössli-Bewohner und über die Aufgaben der Stiftung Seiler.

Tom und Kamila haben in meiner Abwesenheit gut zum Schlössli geschaut. Anzeichen des gewaltigen Sturms sieht man noch vielerorts. Ich musste ihm auch eine Chronik schreiben. Der Kulturverein veranstaltete ein Konzert mit den Similis: Fulminantes Programm mit Kindern und Jugendlichen ihrer Musikschule: Gemütvolle Liedvorträge aus dem Provenzalischen, Geigenvirtuosität, gekonnte Arrangements, eindrücklich musizierende Kinder und Jugendliche.

Der Runensaal im Druidenhof war übervoll: Diese Woche arbeitete ich noch im Rosenhofpark: Verspätet befreite ich den Boden vom Laub, darunter schon Krokusse, Primeli, Schneeglöcklein und Winterlinge, die ihre Köpfe streckten.

Es war über zehn Grad warm und erst Ende Januar. In den letzten Tage habe ich mich mit Sängerin Maria Callas beschäftigt.

Rein zufällig sah ich mir den Dokumentarfilm über sie an. Ich kaufte mir eine ausgezeichnete Biografie über sie und ging den Film ein zweites Mal schauen. Dieser Film, dieses Buch, haben mich erschüttert.

Im Kino kamen mir die Tränen. Maria Callas ist in New York in einer frisch ausgewanderten griechischen Familie am 2. Maria ist jährig, als sich die Mutter vom Vater trennte und mit Maria und ihrer älteren Schwester nach Griechenland zurückkehrt.

Schon früh nimmt sie Gesangsstunden. Ihr Ziel ist schon damals, einmal in Mailand an der Scala singen zu können, was sie mit jährig auch tut.

In den Kriegsjahren in Athen nimmt sie Gesangsstunden bei ausgezeichneten Lehrerinnen, die sie auf den Operngesang vorbereiten.

Maria ist eine willensstarke Sängerin und macht so grosse Fortschritte, dass sie schon öffentliche Konzerte geben kann. Am Kriegsende fährt sie zurück nach Amerika zu ihrem Vater.

Bald wird sie als beste Sängerin, als Prima Donna des Jahrhunderts gefeiert: Es entsteht eine innige Liebesbeziehung. Zu Pasolini bildet sich ebenfalls eine enge Freundschaft bis er in Rom unter mysteriösen Umständen ermordet wird.

Schlussendlich zieht sich Maria Callas in Paris zurück und stirbt mit jährig an einem Herzschlag. Diese überaus gut recherchierte Dokumentation führt uns zur Wesensbeschreibung dieses Gesangswunders. Es entsteht ein Bild einer starken, Ich-zentrierten Persönlichkeit, deren Karma wirklich das Singen macht. Ihr Gesang ist nicht nur eine mühsam erarbeitete, hochqualifizierte Technik, sondern sie gestaltet ihren Operngesang zusammen mit schauspielerischem Können so, dass das Publikum völlig mit der tragischen Figur mitleidet.

Maria integriert ihre persönliche Lebenserfahrung in der Rolle auf der Bühne. Theater wurde so zu einem Ereignis, das das Leben nicht nur abbildet, sondern wirklich real inszeniert. Maria hat jedes Mal so gesungen, als wäre es das erste oder das letzte Mal. Ihre Kunst war es, eben nicht routiniert gleich bleibend, sondern im Gegenwarts-Prozess aufzutreten.

Das hat ihrem Gesang diese ausserordentliche Authentizität gegeben. Es ist, als entspringe das Leid der Disziplin, Musik zu machen und der Disziplin eine Frau herzustellen. Auf der Opernbühne findet der permanente Kampf um Leben und Tod statt, bei dem sich die Sängerin immer wieder neu erschafft und multipliziert: Alle Opernheldinnen enden irgendwann bei dem gleichen Lied, sie singen 'lasst mich sterben'.

Sie singen das mit einer Stimme, die zu Herzen geht, mit einer Stimme, die die Seele schmelzen lässt, die einen zum Weinen bringt. Sie verbinden sich im Klang. Ohne körperliche Berührung dringt die Stimme in den Zuhörer ein und fordert eine Reaktion heraus. Die Angst vor der Wirkung des weiblichen Gesangs hat eine lange Tradition und schlägt sich in zahlreichen Mythen nieder: Die Sirenen stürzen die Männer, die sie lauschen, ins Verderben — genau wie die Lorelei auf ihrem Todesfelsen.

Gefahr geht von der weiblichen Stimme aus, gerade weil sie verführt und verzaubert. Schon hat eine italienische Plattenfirma damit begonnen. Als eine der ersten Künstlerinnen hinterliess Maria Callas ein gewaltiges Schallplattenoevre, zu dem sie vor allem von Legge ermutigt worden war.

Selbst ein unerbittlicher Perfektionist, schätzte er diese Haltung auch bei Maria. Darüber hinaus schwärmte er von ihrer grossen Stimme, die zu ihrer besten Zeit einen Umgang von fast drei Oktaven hatte. Dazu kam ein unverwechselbares Timbre, ein phänomenales technisches Können und ein psychologisches Verständnis der Figuren, das sie für jede Rolle eine eigene Stimme formen liess.

Legge präzisierte, sie habe eigentlich über drei unterschiedliche Stimmen verfügt: Eine hohe Koloraturstimme, umfangreich, brillant und, wenn sie wollte, dunkel getönt , bewunderungswürdig agil.

Dann die dunkel getönte Mittellage ihrer Stimme, die er am ausdrücklichsten fand. In dieser Lage entfaltete sie ihren individuellen gutturalen Klang, der manchmal wirkte, als sänge sie in eine Flasche. Es ist nicht genug eine schöne Stimme zu haben, was bedeutet dies schon? Wie kann man das nur mit einer schönen Stimme?

Auch wenn man manchmal harsch klingt, wie ich es oft getan habe, ist das eine Ausdrucksnotwendigkeit. Man muss es tun, auch wenn die Leute es nicht verstehen. Sie ist kein Opfer, das Fragen stellt, sondern Täterin, die auf den geeigneten Moment zur Tat wartet. Ihre Stimme drückt von Anfang an eine Grenzenlosigkeit der Empfindungs- aber auch der Handlungsfähigkeit aus. Da wo andere sich fügen, unterwerfen und verstummen, widersetzt sie sich. Sie begehrt auf, sie singt. Sie ist eine, die sich nicht verliert, sondern im Gesang findet.

Sie formt sich selbst, setzt sich zusammen und lässt das Publikum an diesem Selbstschöpfungsprozess teilhaben. Jedes Mal aufs Neue. Unabhängig davon, wie oft Sie eine Rolle schon gesungen hat, leistet sie diese Arbeit mit jedem Auftritt so, als wäre es das erste Mal für sie.

Diese wenigen Zitate zeigen, was eigentlich die Einmaligkeit von Maria Callas bedeutet. Nun erinnere ich mich, dass Audreys Bild jahrelang an der Wand in meiner Bude im Seminar Muristalden hing bis Das hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass mir als schüchterner Junge zu viel Weiblichkeit Angst machte.

Auf jeden Fall zeigt sich in diesem gemeinsamen Idol etwas von Seelenverwandschaft. Gestern Samstag, nach längerer Pause, ein Rhythmusnachmittag mit Tinu.

Der Siebner-Rhythmus war angesagt. Folgenden Text las ich vor:. Mit der Sieben treten wir vom Raum in die Zeit. Die chaldäische Reihe der sieben Planeten und die Siebentagewoche: Die sieben Sterne des Wagens. Der siebenarmige Leuchter des Judentums. Die sieben Kulturepochen Rudolf Steiners. Der Siebenjahresrhythmus der menschlichen Entwicklung.

Die Metamorphose der Zeit durch die Sieben. Die sieben Farben des Regenbogens, die sieben Töne einer Oktave, die sieben Chakren, die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen, die sieben Geisslein, Sieben auf einen Streich des tapferen Schneiderleins.

Der Siebenstern als Symbol der Druiden und ist auch in der Chartres-Kathedrale architektonisch eingeschrieben. Nun bin ich schon wieder eine Woche in Ins. Vieles im Schlössli zeigt mir, dass die Schlössli-MieterInnen sich aktiv an neuen Initiativen betätigen: Es gibt in diesem Monat an zwei Wochentagen Mittagstisch im neu eingerichteten Treffpunkt ehemaliger Schlössliladen. Dort treffen sich SchlösslerInnen und Auswärtige, man lernt sich kennen und kann sich austauschen.

An das Bleigiessen im Ättigewölbe kamen viele das erste Mal ins unterirdische Gewölbe um ihre Zukunft zu erforschen. Ebenfalls am Samstag war das Adventsgärtli , an dem über 40 Menschen teilnahmen, um das innere Licht in der Spirale anzuzünden. Wunderbar die Kinder hineinwandern zu sehen. Hinein in sich, hinaus in die Welt. Gestern das wunderbare Theater im Runensaal: Die Hauptdarstellerin Melanie ist in Ins aufgewachsen.

Viele Menschen aus dem Dorf waren zu Besuch. Erstaunlich wie die Kunst der Darstellung durch Sprache, Instrumentalmusik, Singen und theatralische Körperarbeit brilliert. Die Mimik war köstlich. Das macht das Schlössli zu einem Ort, der immer mehr Kulturort ist.

Dann wiederum die Vollmondsuppe im Fenissaal. Schon fast eine Selbstverständlichkeit. Wunderbar die Familien mit all den Kindern: In der Stiftung Seiler sind wir dran, alles noch transparenter zu ordnen. In den Stiftungs-Liegenschaften ist bald jeder Raum vermietet. Eine grosse Leistung nach dem vollständigen Kollaps vor dreieinhalb Jahren. Ich kann mich schon etwas zurücklehnen und mich freuen, was so alles sich im Schlössli entwickelt.

In den letzten Tagen habe ich ein Gedicht gefunden und auswendig gelernt. Aetti hat es früher oft im Gewölbe vorgelesen:. Alte sterben hin und sprechen: Regen rauscht auf alle Saaten, Wind weht über alle Wälder. Wieder von Prag zurück in Ins im Schlössli, fand ich alles in bester Ordnung. Auch wenn ich nicht vor Ort bin, funktioniert das Schlössli. Natürlich hatte ich trotzdem zwischendurch Kontakt mit Tom.

Am Morgen um 6 Uhr war ich schon in meiner Wohnung in Prag. Sie bekamen die Aufgabe den Weltenbaum Iggdrasil zu zeichnen. Montag und Dienstag war ich in der Waldorfschule in Pribram. Eine der ältesten Waldorfschulen und wunderschön goetheanistisch gebaut. Klasse wird dual geführt. Man kann neben der Abiturvorbereitung auch Berufslehren absolvieren. Dies ist absolut zukunftsweisend.

Ich gab dort der oberen Klassen Astronomie und Astrologie. Weiter besuchte ich verschiedene Klassen. Am Dienstagnachmittag hielt ich den Eltern einen Vortrag über das "schwierige Kind".

Am Donnerstag war ich an der neugegründeten Waldorfschule Tabor. In einer nicht mehr benützten Dorfschule in der Nähe von Tabor begann gerade eine erste Klasse. In dieser Klasse hat es auch Schüler des Dorfes. Am Abend hielt ich dort wieder einen Vortrag an die Eltern: Am Sonntag den November fuhr ich in die Gegend von Litomercice und blieb bis Dienstag am neuen Ort der nun dreiklassigen Waldorfschule in Trebusin.

Auch in einer verlassenen Dorfschule, in einem idyllischen Dorf. Die Erstklasslehrerin ist in diesem Dorf aufgewachsen und ist nun Waldorflehrerin. Erstaunlich, wie schnell sie nach drei Monaten bereits wundervolle Waldorfpädagogik betreibt.

Ich war hocherfreut wie lebendig waldorfmässig auch die anderen Klassen in diesem Strom sind. Auch dort gab ich einen Vortrag für Eltern über die gesunde Entwicklung im 2. Am nächste Morgen war ich in der dortigen 7. Klasse, die gerade Sternenkunde hatte. Ich ergänzte die Sternenkunde und beantwortete SchülerInnenfragen. Ich staunte, wie die Fachlehrerin professionell dieses Fach unterrichtet, obwohl gerade diese Klasse nicht einfach zu führen ist. Am Mittwoch Nachmittag fuhr ich in die Olomoucer Waldorfschule.

Ich blieb dort bis am Freitag. Ich betreue diese nun schon seit acht Jahren. Und ich staunte, wie diese Schule, die es oft auch nicht leicht hatte, sich entwickeln konnte. Ich besuchte sechs Unterrichtsstunden und besprach diese anschliessend mit den jeweiligen LehrerInnen. Schön dass es diese Schulen gibt. Die Hauptverantwortliche dieser Schule, Monika, ist seit Jahren daran ein Gebäude auf Stadtboden im goetheanischen Stil zu verwirklichen.

Ich staune ob dieser Willenskraft. Am Freitag Nachmittag fuhr ich wieder nach Prag. Dort traf ich Kamila in unserer Wohnung.

Diese Gruppe bestand nicht explizit aus Anthroposophen. Doch sie wollte von mir eine Einführung in das anthroposophische Menschenbild und von Kamila Infos zur Anwendung der Rhythmischen Massage. Sie buchen uns schon wieder für Februar. Ich soll über die Christologie Steiners sprechen. Am Abend stieg ich in den Bus und fuhr die Nacht hindurch nach Bern.

Ich war erfüllt von meiner Tätigkeit in Tschechien. Dort will man meine Erfahrungen in den verschiedenen Gebieten hören. Seit 24 Jahren reise ich dafür nach Tschechien. Gestern sind Kamila und ich von Slowenien zurückgekehrt. Wir waren vom 9. Davor waren wir in Tschechien und Italien. Wir haben Institutionen besucht, die in Pärken, Wäldern, Agrikultur und Gärten pädagogische, therapeutische und soziale Projekte realisieren.

Es war beeindruckend, was möglich ist, mit körperlich und mental Behinderten, mit sozial Versehrten Arbeitslosen, Drogenabhängigen, Kriminellen , aber auch mit Schulkindern im Zusammenhang mit der Natur, mit Pflanzen und Tieren, zu realisieren. All diese Projekte werden mit Begeisterung und Engagement geführt und beweisen, dass die Natur eine umfassende Hilfe ist für den Menschen und für Menschengemeinschaften.

Biologische gesunde Landwirtschaft, der Wald, die Pärke und Gärten können mehr und mehr vor allem ökonomisch überleben, wenn sie Träger werden für die Gesundung des Menschen. Hier bezahlt der Staat in sinnvoller Weise, wenn die Natur Helferin wird für soziale, pädagogische und therapeutische Projekte. Bevor wir nach Slowenien gefahren sind, am 7. Die Darbietung bot höchste Schauspielkunst und Schauspielfreude. Sie zeigte eigentlich das verschiedenartige Lern-Programm der Ausbildung.

Leider sind nur wenige Gäste gekommen. Doch für die, die da waren, ein unvergessliches Erlebnis. Danke dem Kulturverein, Danke der Comart Compagnie! In diesen Wochen beschäftigte sich die Stiftung auch mit der Neuvermietung des Battenhofs.

Wir haben einen Verein gefunden, der pädagogisch, therapeutisch, künstlerisch und handwerklich den Battenhof beleben will. Es wird da auch eine Naturheil-Praxis eröffnet. Diese Menschen sind interessiert, die Anthroposophie als Grundlage ihrer Arbeit zu pflegen. Zudem wollen sie sich auch mit den andren Schlössli-Initiativen verbinden und zum Schlössli-Ganzen beitragen.

Tag- und Nachtgleiche ist gestern am Himmel zelebriert worden: Die Sonne ging genau im Westen, etwas rechts vom Burgunderloch, blutrot unter. Nach dem unsäglich befreienden schönen Aetti Seiler-Fest bin ich frohgemut.

Ein Etappenziel haben wir erreicht. Ein unglaublich warmes Wohlwollen ist uns, ist mir, entgegen geströmt: Mir ist ganz klar, dass es ein erster Schritt in die richtige Richtung ist. Doch nach diesem Fest habe ich den Eindruck, dass wir wieder eine kleine Basis der Freundschaft von Aussen geschaffen haben. Ich bin zuversichtlich und auch etwas entlastet. Das Buch hat über Seiten und ist überaus spannend geschrieben. Ihre gut recherierten Biografien gehen in die Tiefe der Persönlichkeit, aber auch in den ganzen geschichtlichen und geografischen Kontext.

Katharina II zeigt, wie eine Persönlichkeit in die Weltgeschichte eingreifen kann: Die Mutter und der Sohn, emotional, psychisch und geistig gestört, machten es der jungen Prinzessin und nun Grossfürstin extrem schwierig.

Sie flüchtete sich innerhalb den schrecklichen Hof-Intrigen in das Studium der Weltliteratur, der Belletristik, Biografien, Philosophie, z. Sie schrieb und erhielt Briefe von wissenschaftlich und humanistisch hochstehenden Persönlichkeiten Europas. Sie wollte, im Westen gebürtig, sich mit dem riesigen Osten verbinden, konvertierte zur russisch-orthodoxen Kirche und sprach gut Russisch. Mit überaus zähem Willen reformierte sie Russland und gab ihr eine zivilisierte Herrschaft. Sie verhandelte mit den europäischen Königshäupter und bestimmte die Politik in Europa.

Sie versammelte an ihrem Hof Persönlichkeiten der europäischen Philanthropie und liess sich ständig weiterbilden. Ihre ungezwungene, fröhliche, aber stets beherrschte Art verstand Nähe und Distanz.

Ihre Liebhaber setzte sie ein zum Verwalten des Reiches, aber sie liess sich nie korrumpieren. Diese hochgebildete, aber auch menschliche Herrscherin hat es mir angetan. Diesen verheiratete sie mit einer Prinzessin Sophie von Württemberg, die, neben anderen, den erstgeborenen Alexander — gebar. Diesen Enkel versucht sie vom schrecklichen Vater ihrem Sohn abzusondern und gab ihm beste Erzieher, unter anderem Friedrich Cäsar Laharpe — aus der Schweiz.

Dieser Humanist und Freimaurer gab Alexander das Fundament zu seinem späteren Zarentum, das nach der kurzen Herrschaft seines Vaters — - auch er wurde ermordet - möglich wurde.

Dieser Alexander I war es ja dann auch, der Heinrich Pestalozzi nach Russland einlud, um dort die Volkschule zu begründen. Für mich hat diese Historie einen autobiografischen Wert: Ich lehrte in den 90iger Jahre als Gastprofessor der lettischen Universität in Riga auch in der wichtigsten Universitätsstadt Estlands, in Tartu Dorpat.

Gestern also hat dieses Fest stattgefunden. Fast ein Jahr davor, bei ersten Planungsschritten, wussten wir nicht ob dieses Fest gelingen könnte. Es fehlten viele Kontakte. Es ist gelungen, und wurde von rund Menschen besucht! Das Wetter war uns gnädig: Nicht zu kalt und ohne Regen, manchmal bei Sonnenschein, liess es unsere Gäste das vielgepriesene Ambiente des Rosenhofparks und unserer Häuser genüsslich erleben.

Die Organisation des Wetters hatte ich Aetti überlassen, da er näher an den Elementarmächten weilt. Unsere professionellen Schauspieler Annina und Nikolas entpuppten sich als versierte Touristenführer , führten die Gäste übers Areal und informierten sie über Häuser, Arena und Ateliers.

Das Programm siehe Website war dicht: Es wurde das Gewölberitual zelebriert, ein essentieller Moment der ehemaligen Schlössli-Schule. Dazwischen erzählte Regula eine Bärwolfgeschichte von Aetti. Die Musiker spielten im Festzelt in der Arena: Dann trat das Theater Dr. Das interaktive Spiel von Lorenz und Simone von der Kräuterschule war so faszinierend und gerade für kleine Kinder und für alle, die das Kind in sich noch spüren, überaus poetisch und didaktisch gekonnt.

Dieses Spiel brachte inneren Sonnenschein in das Fest. Eine Meisterleistung spiritueller Pferdekunst. Das Kino mit seinen 80 Plätzen war schlussendlich mit über 90 Leuten vollgestopft. Atemlos verfolgten die Zuschauer die Aussagen von Zeitgenossen über Aetti: Ein differenziertes und buntes Bild des Schlössli-Gründers.

Nach einer Lüftungspause — es wurde ziemlich stickig im Saal — begannen die kurzen Statements von Ueli und Michel Seiler über die Zukunft der Pädagogik mit einer Diskussion: Die Zukunft der Bildung dürfen wir nicht mehr nur dem Staat und den globalen Wirtschaftsmächten überlassen. Zivilgesellschaftliche Initiativen müssen Freiraum schaffen, damit die Menschen ihren individuellen Weg selber finden können.

Es geht darum, dass unsere Kinder und Jugendlichen mehr und mehr selber bestimmen können, was für sie die richtige Bildung ist. Nicht sollen sie sich an irgendein Bildungssystem anpassen, sondern die Ausbildenden sollen den individuellen Bedürfnissen dienen. Auch hier wieder viele Besucher.

Dieser Film zeigt eben explizit in welche Richtung in Zukunft die Zivilgesellschaft gehen kann: Sie stellten ihre Infrastruktur zur Verfügung, wir brachten das Publikum. Im Rosenhofpark war das Fest weitergegangen: Die Leute lernten innert kürzester Zeit einfache Lieder, zum Teil tanzend. Dieses Singen mahnte auch an alte Schlössli-Zeiten. Sie haben unter anderem auch Accapella gesungen. Diese Musik ging unter die Haut: Soviel Lebensfreude, soviel Schwung, soviel Wehmut.

Diese Musik, rhythmisch und melodiös hart, aber ungeheuer intensiv und engagiert gespielt, ergänzte die Vielfalt unserer Schlössli-Kultur. Den ganzen Tag lang lief Manuels Video-Installation: Hunderte von Menschen stiegen die Treppe zum Gewölbe hinunter um in die vergangene Schlössli-Zeit einzutauchen. Alte, nun digitalisierte Aufnahmen zeigen die damalige Vitalität: Modelle der Schlössli-Häuser werden mitgetragen.

Der Bau des Bärwolfhauses. Diese Installation war eine zentrale Bereicherung und wurde gut besucht. Während des ganzen Tags sorgten verschiedene Gruppen für das kulinarische Wohl der Gäste: Die Kräuterschule mit Kürbissuppe und Risotto.

Am Grillstand haben ehemalige Heimschul-Mitarbeiter Würste gebraten. Im neueröffneten Treffpunkt gab es Tee, Kaffee und Gebäck. Jedenfalls ist er schon wundervoll eingerichtet, gerade auch für Kinder und Mütter. Das Wichtigste für mich waren die Menschenbegegnungen: So viele ehemalige SchlösslerInnen - mit ihnen verbrachte ich früher intensive Zeiten.

Manchmal sind mir am Fest die Tränen gekommen. Ich spürte wieder den Schmerz darüber, wie dieses Schlössli zerstört wurde. Jetzt sind einige von ihnen an das Fest gekommen und haben davon gesprochen, wie wichtig ihnen diese Zeit im Schlössli war:. Sereina ist schon am Freitag mit ihrem Motorrad angekommen, hat sich ein Zimmer im Kreuz genommen und ist bis Sonntag geblieben. Sie ist heute Autolackiererin. Sie hat mich begrüsst indem sie sich als ehemals schwierigstes Kind vorstellte.

Sie hatte ihre Tiefs, heute geht es ihr gut. Sie sagte, dass die Zeit im Schlössli die wichtigste in ihrem Leben war. Dreieinhalb Jahre war sie bei uns. Damals als sie aus dem Schlössli austrat, versprach sie sich, einmal mit dem Motorrad zurückzukehren.

Das tat sie nun nach einundzwanzig Jahren. Sie hat sofort mitgeholfen bei den Vorbereitungen des Festes. Sie ist für mich eine Leuchtgestalt. Sie hat das Fest auf Facebook dokumentiert. Mit Andrea , der ehemaligen Fenishus-Hausmutter, fühle ich mich besonders verbunden: Wir lernten uns kennen an einer Weltlehrer-Tagung in Dornach.

Sie wohnte mit ihrem damaligen Partner im Fenishus und betreute dort Kinder und Jugendliche. Sie arbeitete auch mit Pferden. Andrea hat darin den Heimbereich wunderbar beschrieben, sprachlich und herzlich geschickt. Man sieht sie auch im Aetti-Film, wie sie liebevoll über die Jugendlichen spricht.

Nun ist sie mit ihrem Mann gekommen, einem Arzt, und mit ihrem 4jährigen wundervollen Töchterchen. Ich spürte, wie es in meinem Herz vibriert. Die Schlössli-Zeit mit ihr wurde in mir lebendig.

Heute ist er selbstständiger Fotograf. Er will bald wiederkommen und uns Seilers fotografieren. Als absolute Überraschung kam Herr Dr. Noyer mit seiner Frau. Die Familie Noyer haben heute die wichtigsten homeopathischen Apotheken in Bern.

Seit Jahrzehnten sind wir Kunden bei ihnen. Noyer steht, obwohl schon über 90 Jahre alt, noch heute hinter dem Verkaufstisch. Jedesmal, wenn ich in die Apotheke Noyer getreten bin, erkundigte sich Dr.

Noyer bei mir nach dem Schlössli. Auch gerade seit der Schliessung der Heimschule spürte ich seine Solidarität mit uns. Nun waren sie da. Ich zeigte ihnen den Park, die Häuser und vor allem den Fenissaal und die Kräuterschule. Hier war er sehr begeistert und kannte natürlich alle die Pflanzen und Tinkturen. Für alle war der Besuch ein grosses Geschenk.

Das ganze Fest ist uns allen gelungen. Die vorangegangene Pressekonferenz mit ein paar Medien-Äusserungen haben mitgeholfen, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass es im Schlössli lebt. Es braucht aber wohl noch viele Jahre, bis die Vitalität alter Zeiten wieder erreicht ist. Ich, 75 Jahre alt, habe mich köstlich ergötzt. Man wurde hineingezogen in Phantasiewelten. Pegasus, das griechisch-mythologische Pferd, das aus dem Schlund der von Perseus geköpften Medusa als freie Phantasie heraus sich befreite, tat ihre Wirkung.

Priska und Andi eröffneten ihren neugebauten Märchenwagen. Eine Bibliothek auf Rädern. Das Schlössli wird ein Zentrum für die be frei t e Phantasie. Wir aus der 68iger Generation hatten rot an die Wände geschrieben: Am letzten Mittwoch wurde einmal mehr zur Vollmondsuppe eingeladen.

Dieses Ritual, von Simone im Rosenhof angefangen, scheint nun schon ein fester Bestandteil der Gemeinschaftsbildung unter den Mietern im Schlössli zu sein. Presse war zwar nur spärlich vorhanden, dafür einige Projektverantwortliche - sie haben sich gut repräsentiert. TeleBielingue machte eine schöne Sendung daraus. Diese kann man auf unserer Website einsehen. Neben Verwandten und Freunden, waren die vielen SchlösslerInnen eingeladen.

Balkanische und mexikanische Rhythmen und Melodien erklangen virtuos. Zwei weitere unserer Mieter, professionelle Köche, sorgten für die spektakuläre Kulinarik. Lukas zeigte stolz seine Kunstschmiede. Am Abend erlebten wir auf dem Jodel eine poetische Feuerschau.

Auch dieses Fest hat gezeigt, dass im Schlössli wieder ein gemeinschaftliches Leben herrscht. Herzlichen Dank für die Einladung! Sie haben die Stürme und Regen des Hurrikans Irma miterlebt. Seit ein paar Tagen sind Kamila und ich wieder in Ins. Wir waren in Tschechien an einem anthroposophischen Kongress über die Jugend im Pubertätsalter. Über Teilnehmer, vorwiegend aus Tschechien, aber auch aus Deutschland und Österreich, nahmen am einwöchigen Anlass teil. Krumau, eine mittelalterliche, barocke Stadt südlich von Prag, umschlängelt von der mäandernden Moldau, war Kulisse und Herberge dieses Treffens.

Kamila und ich gaben zwei Kurse in Goethes Farbenlehre und Parzival — in einem pädagogischen Zusammenhang. Kamila übersetzte meine Worte souverän ins Tschechische. Unsere Kurse waren gut besucht, bis zu 60 Personen nahmen daran teil. Kamila ist schon das achte Mal als Übersetzerin an diesem Kongress, ich das dritte Mal. Auch sang ich mit den TeilnehmerInnen und machte in einer Nacht ein Sternenprojekt auf den nahen Kreuzesberg. Wir genossen mit unseren Kursen vollen Erfolg. Nie in meinem Leben wurde mir so viel Wohlwollen und Dankbarkeit für mein Unterrichten entgegen gebracht.

Das tat mir nach all den schwierigen Jahren im Schlössli gut. Hier im Schlössli war sofort wieder viel zu tun. Tom Grossenbacher hielt die Schlösslifestung während unserer Abwesenheit im Griff. Viele Menschen helfen mit. Nächsten Donnerstag die Pressekonferenz. Gestern wurde die Dachdeckarbeit am Kutscherhaus beendet. Ein wunderschönes Dach mit grossen Investitionskosten. Das ganze Eymann-Schulhaus wurde saniert. Da wohnen jetzt Steffi und Matz, darunter sind zwei Künstlerateliers. Alma hat in der Kunstklasse im Muristalden angefangen.

Sie haben alles sehr schön gestaltet und die etwa Gäste waren zufrieden. Gestern war auch der sechste Rhythmustag mit Tinu. Der Sechser-Rhythmus war angesagt. Es war interessant, aber auch anspruchsvoll, dem Rhythmus zu folgen. Jetzt haben wir genau die Hälfte der Rhythmus-Reihe bis Zwölf. Der Text von mir, der bei der Performance vorgelesen wurde:. Die Sechs ist eine vollkommene Zahl: Wir können mit dem Radius eines Kreises den Umfang genau sechsmal unterteilen.

Der Kreis ist aber die vollkommenste Form. In der dreidimensionalen Kugel haben wir die Urform alles Lebens. Es ist der Anfang der Schöpfung. Diese Schöpfung ist in 6 Tagen erschaffen worden. Die Zellen einer Bienenwabe sind sechseckig. Das Bienenvolk der perfekteste Staat und Organisation. Die Bienenkönigin als Zentrum: Eine für alle, alle für eine. Der Sechser-Rhythmus ist zwei mal die Dreierzahl. April Die Matte - Das schwarze Quartier. Meine jährlichen Besuche in der alten Heimat Bern kann ich mittlerweile an einer Hand abzählen.

Umso schöner, wenn ich bei einem meiner wenigen Aufenthalten die Schönheit gewisser Ecken wiederentdecken und Neues erfahren kann. So wie letzten Samstag, als ich im Rahmen eines Geburtstags bei einem Rundgang durch den ältesten Stadtteil Berns teilnehmen und von einem Berner Original viel Spannendes erfahren durfte.

Die Matte oder das schwarze Quartier, wie dieser älteste Stadtteil Berns seit Napoleon genannt wird, ist eine eigene kleine Welt. Eine Welt mit vielen Pflastersteinen, engen Gassen, schmalen Häusern, urchigen Quartierläden, hübschen Restaurants und einer eigenen Geheimsprache - das " Matteänglisch " - welche bis heute noch gesprochen wird.

Wo einst Waren gehandelt wurden, der Geruch von Gerbereien in der Luft lag, Metzger schufteten und sich ehrenvolle Leute wie Giacomo Casanova in Badehäusern und Bordellen vergnügten, prägen heute primär Kunstschaffende, Grafiker und Werbebüros das Quartier. Geblieben ist ein unvergleichlicher Charme und zahlreiche Geschichten über einen besonderen Stadtteil im Herzen von Bern. Bunt und lebensfroh, so präsentiert sich die Matte Unter der Schifflaube Kleingewerbe in der Matte Restaurants, Quartierbeizen und schattige Plätze laden zum Verweilen ein.

April The Dolder Grand - Ankommen, ausruhen, geniessen. Alles in allem eine perfekte Geburtstagsüberraschung, die ich mit meiner Frau ohne Kinder! In gemütlichem Ambiente genossen wir anschliessend ein schnörkelloses 3-Gänge Menü und schlürften Bollinger Brut, bevor wir den Abend in der Dolder Grand Bar mit Live-Pianomusik und zahlreichen Cocktails ausklingen liessen. Februar Japanese Cotton Cheesecake.

Schon öfters bin ich bei Instagram über den Japanese Cotton Cheesecake von Uncle Rikuro aus Osaka gestolpert und jedes Mal hat mich dieses fluffige, leichte und souffleartige Gebäck aus Fernost fasziniert. In einer grossen Schüssel den Frischkäse mit 50 g Zucker bei mittlerer Geschwindigkeit verrühren, bis sich alles gut verbunden hat.

Die weiche Butter in kleinen Stücken zugeben und gut unterrühren. Eigelb, Vollrahm, Zitronensaft sowie Zeste beigeben und alles zu einer glatten Masse rühren. Mehl in die Schüssel sieben und gut verrühren. In einer zweiten fettfreien Schüssel das Eiweiss bei mittlerer Geschwindigkeit locker aufschlagen. Geschwindigkeit erhöhen und g Zucker langsam beifügen. Auf höchster Stufe für etwa Minuten aufschlagen, bis eine dicke, glänzende Baisermasse entsteht.

In die vorbereitete Springform füllen und die Oberfläche glatt streichen. Damit Luftblasen entweichen können, die Springform ein bis zwei Mal auf die Arbeitsfläche fallen lassen. Backofen ausschalten und den Kuchen für weitere 15 Minuten bei geschlossener Türe stehen lassen.

Die Ofentüre dann einen Spalt weit öffnen und weitere Minuten warten, danach kann der Cotton Cheesecake herausgenommen und auf einem Kuchengitter in der Form komplett abgekühlt werden.

Januar Der Schrei. Es war kurz vor Mitternacht, als uns ein Schrei aus der Einschlafphase riss. Der Schrei ging durch Mark und Bein, war extrem laut und voller Angst. Wir schracken auf, schauten uns an und standen fünf Sekunden später am Babybett. Trotz gedämpften Licht konnten wir sehen, dass seine Augen angsterfüllt waren. Dicke Tränen kullerten seine Wangen runter, die Lippen zitterten bei jedem Schrei. Kinderärzte nennen dieses Phänomen Pavor nocturnus Nachtschreck.

Er kann wenige Stunden nach dem Einschlafen des Kindes auftreten. Mit herzzerreissendem Aufschreien, verwirrtem Blick, unbändigen Bewegungen,. Herzrasen, Schweissausbruch und resistent gegen jegliche Beruhigungsversuche. Kinder, die einen Nachtschreck erleben, verharren zwischen zwei Schlafphasen. Regelmässiger Schlafrhythmus, wenig Aufregung vor dem Einschlafen und ein kühles Schlafzimmer sollen helfen. Januar Des Mannes liebstes Kind. Genau so einen, wie ihn meine Eltern in den späten 80er Jahren besassen.

Schon damals war dieses Freizeitauto eher selten, wir waren meines Wissen weit und breit die Einzigen, die damit rumkurvten. Durch seine Farbe und der wuchtigen Erscheinung wirkte unsere Familienkutsche wie aus dem Restbestand eines militärischen Fuhrparks. Der Rancho war ein Lastesel, hatte unglaublich viel Platz und das Reisen auf der breiten Rückbank, das eher einem Sofa glich, war phänomenal bequem. Und mit diesem Auto absolvierte ich dann , auf einem leeren Parkplatz eines Einkaufszentrums, meine ersten Meter hinter dem Steuerrad.

An der Heckklappe das blaue L für Lernfahrer. Für mich eine aufregende Erfahrung mit weichen Knien, Im März hatte ich meinen Führerschein definitiv in der Tasche die obligatorischen Fahrstunden absolvierte ich mit einem bordeauxroten Peugeot und machte mir, wie jeder Neulenker, erste Gedanken über ein eigenes Auto.

Eine französische Rennsemmel par excellence, die unsere Erwartungen weit übertraf, da sie noch ein paar versteckte Mängel mitbrachte, die wir so nicht auf dem Neulenker-Radar hatten. Das automobile Ende wurde jedoch in die Wege geleitet, als mein Bruder den Wagen in einer Nacht- und Nebelaktion zu einem befreundeten Hobbyschrauber schleppte, um ihn ein paar Zentimeter tiefer zu legen.

Sah spitzenmässig aus, hatte aber erhebliche Konsequenzen für Mensch und Maschine. Für den Alltagsverkehr und die Bandscheiben wurde der Renault rasch einmal unbrauchbar und kurz darauf in die Ostschweiz verkauft.

An einen unerfahrenen Neulenker, der sein erstes Auto suchte und sich Hals über Kopf in unsere Kiste verliebte. Als Nachfolger wurde erneut ein Franzose evaluiert. Alles vom Feinsten, bis auf den Umstand, dass ich dieses Auto immer noch mit meinem Bruder teilen musste.

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